06. Januar 2021
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Matthias Rüb

Papst Franziskus verurteilt Pauschalurlauber – und schart zugleich den internationalen Jetset um sich

Beim Angelus-Gebet im Vatikan hat sich Papst Franziskus am Sonntag enttäuscht darüber geäussert, dass Menschen ungeachtet der Pandemie ihre Urlaubspläne verfolgen. Er habe gelesen, dass in einem Land – welches genau, wusste er nicht mehr – an einem Tag «mehr als 40 Flugzeuge mit Urlaubern gestartet» seien, «die dem Lockdown entkommen» wollten.

Statt an die Daheimgebliebenen und deren wirtschaftliche Probleme zu denken, hätten diese Menschen «einfach ihr Leben geniessen» wollen. Das habe ihn sehr traurig gemacht, sagte Franziskus. Die tatsächlichen Motive der vom Papst gemassregelten Urlauber, viele von ihnen vermutlich Pauschalreisende, kennt Gott allein.

Wie den Daheimgebliebenen oder auch den Angestellten im Fremden- und Luftverkehr in deren wirtschaftlicher Not geholfen würde, wenn die Urlauber daheimgeblieben wären, weiss der Papst allein.

Wenige Tage vor der Touristenschelte des Papstes wurde im Vatikan die Gründung des Rats für einen inklusiven Kapitalismus bekanntgegeben. Dem Rat gehören die Chefs von Unternehmen wie Bank of America, BP, Estée Lauder, Mastercard und Visa, Allianz, Dupont, Merck oder Saudi Aramco an. Sie repräsentieren ein Vermögen von mehr als 10,5 Billionen Dollar und wollen sich künftig jährlich mit Papst Franziskus treffen, um Wege zu einem «gerechteren und nachhaltigeren Wachstumsmodell» zu erforschen.

Mit päpstlicher Schelte für ihr Reiseverhalten, im Lockdown und danach, müssen sie kaum rechnen.

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