28. Juni 2021
Christoph Mörgeli

Papst Gerhard der Erste: Was sich ein schweizerischer Parteipräsident am meisten wünscht

«Nur Papst sein wäre schöner», erklärte der wiedergewählter Parteipräsident der Mitte am Samstag seinen Delegierten. Streng genommen war Gerhard Pfister allerdings bislang Präsident der CVP. Da diese seit kurzem aber «Die Mitte» heisst, ist er der erste Mitte-Präsident. Also so oder so: Gerhard der Erste.

Warum Gerhard Pfister das Amt des Papstes demjenigen eines Mitte-Präsidenten vorzieht, bleibt unklar. Im Gegensatz zu einer Papstwahl, die manchmal Tage dauert und bei der ein Dutzend kandidierende «Papabile» mitmischeln, blieb Pfister bei der Mitte-Partei absolut konkurrenzlos und wurde in Sekundenschnelle per Akklamation gewählt.

Vielleicht kommt die Sehnsucht des Zugers nach dem Papstamt daher, dass er unbestritten der erste Träger des Namens Gerhard wäre. Bislang gibt es erst einen kirchenhierarchisch bemerkenswerten Gerhard, und das ist der umstrittene deutsche Kardinal Gerhard Müller.

Gestaunt über die päpstlichen Sehnsüchte des Vorsitzenden haben die Vertreter der unter dem neuen Mitte-Namen hinzugekommenen BDP. Sie stammen aus robust reformierten Gegenden der Kantone Graubünden, Glarus oder Bern. Doch selbst Pfisters katholische Zentralschweizer Brüder und Schwestern in Christo reagierten beunruhigt: In ihrer siebenhundertjährigen Geschichte haben die alten Eidgenossen ihre Heiligen im Himmel jederzeit mehr verehrt als die auf Erden herrschenden Päpste.

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11 Kommentare zu “Papst Gerhard der Erste: Was sich ein schweizerischer Parteipräsident am meisten wünscht”

  • ulrich vogt sagt:

    Der Papst lebt herrlich in der Welt, er lebt von seinem Ablassgeld,er trinkt den allerbesten Wein, ich möchte doch der Papst auch sein... Ja, Herr Mörgeli hat da wieder einmal einen Ballon steigen lassen, um dem Mitte Präsidenten eins auszuwischen. Dass Pfister sein Amt mit Freude und Engagement mit dem Willen zur Zusammenarbeit ausübt, kann für das Land nicht hoch genug geschätzt werden. Ihn einfach lächerlich zu machen, sagt über den Autor mehr aus als über Pfister selbst.

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    • Stefan Mueller sagt:

      "Dass Pfister sein Amt mit Freude und Engagement mit dem Willen zur Zusammenarbeit ausübt,"
      Als ETH-(eupfemisitsch-täubelend-hoffungslos) Greis kann der Vogt nicht wissen...dass das einem Zeugnis: " hat sich stets bemüht" gleichkommt!
      Zudem, da der sein Erbe, Vaters aufgebaute Privatschule zugrunde richtete...lebt der anscheinend wie die anderen "mit dem Willen zur Zusammenarbeit, kann für das Land nicht hoch genug geschätzt werden"- Schwätzern à la Wermut ausschliesslich vom Staatsfuttertrog!

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    • Realistin sagt:

      Verraten Sie mir, Herr Vogt: Was genau hat Herr Pfister für die Freiheit und Unabhängigkeit, oder auch nur für den Wohlstand der Schweiz getan?

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    • Peter Eschmann sagt:

      Ulrich, bisches Du?

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Gerhard Pfister, der unbestrittene Präsident "Der Mitte"! Was soll eigentlich dieser Name heissen und bedeuten? "Die Windfahnen-Elite" sei halt immer lösungsorientiert und beschliesse keine extreme Polresultate wie die SP und die "Populisten" (SVP), behaupten die SVP-Hasser unbeirrt! Solange wir unsere Direktdemokratie behalten und nicht der maroden Befehlsmacht EU beitreten, befehlen und beschliessen immer noch die Urnengänger, was zu tun oder abzulehnen ist!

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  • gian sagt:

    "Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt ihr sie erkennen." Pfister referiert über das "Papst sein wollen.." und entfernt gleichzeitig das "C" für christlich aus dem Parteilogo. Ist neuerdings Forrest Gump sein Öffentlichkeitsberater?
    P.S.: Minus mal minus ist plus. 2 Kranke (CVP/BDP) ein Gesunder Fragezeichen.

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  • Edmo sagt:

    Papst wäre in der Tat besser. Die verbriefte Unfehlbarkeit des Papstes ist für einen Parteipräsidenten einfach nicht zu erreichen. Das kann schon sehr frustrierend sein. Erst recht, wenn die ehemals streng katholische Partei jetzt auch noch mit Protestanten durchsetzt ist. Ökumene in der eigenen Partei betreiben zu müssen, ist doch eine unglaubliche Herausforderung. Wie viele bisher unumstössliche Glaubenssätze fallen werden, ist noch nicht geklärt. Also, lasset uns beten.

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    • Stefan Mueller sagt:

      Da die Oberwindfahnen ja für jede Schweinerei zu haben sind; Metzler-Rückenschuss der SVP anhängend/ Rahmenabkommen/ EU-Kriecherei/Verleugnen jeglicher christlicher/bürgerlicher Werte etc. muss man, speziell da die sich ja noch diese widerlichen BSE-oder wie die sich je nannten-Sektierer mit ihren Blocherheckenschützen, einschoben wie Zäpfchen, auch darauf gefasst sein, dass die zusammen mit dem Linksstaatsfilz auch noch die Konkordanz schleifen, um ihr Bundesrätli-Plätzchen behalten zu können!

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    • Konrad Kugler sagt:

      Man braucht nur den Schaden ansehen, den der Geist des Konzils in der katholischen Kirche angerichtet hat und um wieviel größere Schäden die EKD dadurch erlitten hat. Wenn Wahrheiten abgeschafft werden, dann gibt es kein Halten mehr.

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