11. Dezember 2020
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Jürg Altwegg

Pariser Literaturpreis für die Schweiz

Die Zustände in Frankreich erinnern an die deutsche Besatzung: Coiffeure empfangen heimlich Kunden, Restaurants bewirten Gäste hinter verschlossenen Türen, Katholiken zelebrieren verbotene Messen.

Auch die Kulturszene ist im Widerstand: «Die Vorstellung, dass die Polizei in einer Buchhandlung auftaucht und sie schließt, ist unerträglich», sagte der Schriftsteller Alexandre Jardin. Doch sie kam.

Schriftsteller, die sich zum Protest versammelt hatten, wurden von bewaffneten CRS-Truppen überwacht. In ihrer Mitte: Macrons erste Kulturministerin Françoise Nyssen, Verlegerin in Arles, die den Brief einer festgenommenen Buchhändlerin verlas.

Die Jury der grossen Literaturpreise weigerten sich daraufhin, ihre Auszeichnungen zu vergeben. Der Boykott war erfolgreich: Die Buchhandlungen sind wieder offen, der Preisregen hat begonnen.

Der Prix Renaudot, der nach dem Prix Goncourt die höchsten Auflagen generiert, geht an den Verlag Buchet Chastel, der der Schweizer Pharma-Erbin Vera Michalski gehört. Ausgezeichnet wurde die grossartige unbekannte Schriftstellerin Marie-Hélène Lafon.

Die deutsche Übersetzung ihres Romans «Histoire du Fils» wird im Zürcher Rotpunkt Verlag erscheinen, der bereits den Vorgänger «Die Annonce» herausgebracht hat. Vorausgesetzt Emmanuel Macron, Monarch in seinem Absurdistan, verbietet bis dahin nicht nur den Skifahrern sondern auch den Büchern die Reise in die Schweiz.

 

 

 

 

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