26. April 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Peinliche Entwicklung im Impfstoff-Streit. Bundesrat Berset beschuldigt Moderna, Moderna beschuldigt Lonza, Lonza beschuldigt den Bund

Vor einigen Tagen gab das Bundesamt für Gesundheit bekannt, dass der US-Hersteller Moderna die für Mai versprochenen Impfdosen nicht liefern kann.

Der US-Hersteller gab nun den Schwarzen Peter an die Lonzawerke in Visp (VS) weiter. Dem Unternehmen fehlten die Fachkräfte zur Produktion von mehr Impfstoff, liess Moderna durchblicken. In der Sonntagszeitung wurde  der Anschein erweckt, dass Lonza die Behörden für den Personalmangel verantwortlich machen – wegen der rigiden Kontingentierung von Fachkräften aus Drittstaaten.

Dass jeder beschuldigt jeden, bringt uns nicht weiter. Uns interessiert nur, ob Bundesrat Alain Berset die mit Moderna eingegangenen Lieferverträge durchzusetzen vermag.

Es ist auch vermessen, wenn nicht sogar dreist,  jetzt plötzlich fehlende Arbeitskräfte für die Verzögerungen verantwortlich zu machen. Vor Ostern haben die Impfstoff-Vertreter vor den Medien erklärt, die versprochenen Dosen pünktlich zu liefern.

Gab es nicht grossen Streit zwischen Berset und Lonza wegen einer zweiten Impf-Produktionsstrasse, die der Bund hätte subventionieren sollen? Die Lonza-Spitze beklagte sich öffentlich über Berset, dass dieser eine grosse Chance verpasst habe.

Wie kommt dieses Unternehmen dazu, dem Gesundheitsminister eine Beteiligung an einem Ausbau schmackhaft zu machen, wenn man nicht einmal für die aktuelle Impfstoff-Produktion genug Personal findet?

Es gibt keinen Fachkräftemangel. Wir haben eine Personenfreizügigkeit mit der EU. Das bedeutet, dass wir über ein riesiges Reservoir potentieller Fachkräfte verfügen. Man muss den Leuten nur gute Konditionen bieten, damit sie ins Rhonetal zügeln – zum Beispiel in Form einer Wallis-Zulage. Dann finden sich auch die Fachkräfte.

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7 Kommentare zu “Peinliche Entwicklung im Impfstoff-Streit. Bundesrat Berset beschuldigt Moderna, Moderna beschuldigt Lonza, Lonza beschuldigt den Bund”

  • Juerg Schneeberger sagt:

    Hier betreibt die Firma Lonza eine höchst verlogene Einwanderungspolitik indem sie uns nun ganz plötzlich weismachen will, dass wegen der Freizügigkeitseinschränkung ein Personalmangel für die Impfstoffherstellung bestehen würde. Dümmer und unglaubwürdiger kann Lonza nun wirklich nicht mehr argumentieren, denn noch bei der kürzlichen Vertragsunterzeichnung der Liefermengen, aber auch beim angeblichen Angebot zur Erstellung einer zusätzlichen Impfstrasse, war dies absolut kein Thema

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  • markus9671 sagt:

    Was für Fachkräfte - hier handelt es sich um vollautomatisierte Produktionsprozesse wo dem Menschen nur noch klar abgegrenzte Überwachungs- u. Kontrollaufgaben zugeteilt werden. Da gibt es sogar in der Schweiz genügend fähige Leute ! Man muss sie halt nur ins Rhonetal locken können - sprich genügend attraktiv sein! Aber als Lohnhersteller hat man halt nicht die fetten Margen der big Pharma, da reicht es nur für die grossen Gehälter an das Top Management!

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  • Heidi sagt:

    Wir brauchen keinen Impfstoff gegen ein Virus, das 99.7% der Bevölkerung keinerlei Schaden zufügt. Wir sollten uns nicht über Lieferverzögerungen ärgern, sondern über die Geldverschleuderung, die der Bundesrat mit dem Einkauf dieses Gentech-Experiments verschleudert!

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  • VP-Falger sagt:

    Wie Lobby-populistisch das Gesundheitssystem aufgeladen ist, zeigt diese entstandene Spiegelfechterei. Bei Berset dominierte noch das Trump Bashing in seinem Grosshirn, welches ihm verbot, einen Schweizer Zulieferer zu unterstützen, welcher den Erfolg der trumpschen Impfstoffherstellung förderte. Bürgerinnen und Bürger wurden noch nie als wichtiger Bestandteil der Meinungsbildung herangezogen, sondern intensive Verschreierungs- und Hirnwäschetaktik betrieben, mit Schmieren der Mainstreampresse.

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    • minibixi2008 sagt:

      Diese Milliarden die da für einen unnötigen Grippeimpfstoff geopfert werden weltweit würde man
      Besser in die Entwiklung und Forschung von Medikamenten investieren die die echten Krankheiten bekämpfen.
      Da würden natürlich viele aufgeblasene Poliriker/Innen die ihre schmutzigen Hände im Coronatopf haben leer ausgehen. Niemand kann seinen Tod beeinflussen.

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