19. Juli 2021
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Wolfgang Koydl

Peinlicher Katastrophentourismus: Zynisch missbrauchen Deutschlands Politiker die Flutkatastrophe für ihren Wahlkampf.

Der Bundespräsident tut mal wieder, was er am Besten kann: Er spielt Betroffenheit. Hinter ihm steht der CDU-Kanzlerkandidat und lacht sich einen Ast, weil er sich unbeobachtet fühlt.

Die grüne Kanzlerkandidatin eilt aus dem Urlaub ins Katastrophengebiet. Das darf sie sich nicht entgehen lassen, wenn ihr das Wetter in die Hände spielt.

Der SPD-Kanzlerkandidat schüttet als Finanzminister Steuergelder über den Opfern aus. Leider erwähnt er nicht, dass er gar nicht allein darüber verfügen darf.

Laschet, Baerbock, Scholz – es ist Wahlkampf in Deutschland und die Flut ist endlich das erste Thema, um sich in Szene zu setzen. (Vorausgesetzt sie schaffen es, eine ernste Miene zu bewahren.)

Die betroffenen Bürger brauchen diesen Katastrophentourismus nicht. Sie wollen wissen, ob Politik und Verwaltung nicht auch hier – wie schon bei Corona – dilettantisch handelten.

Immerhin sehen die Bürger eines: Ihr Unglück ist nur die Bühne, sie selbst sind nur die Komparsen, damit die Hauptdarsteller umso strahlender im Rampenlicht stehen können.

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21 Kommentare zu “Peinlicher Katastrophentourismus: Zynisch missbrauchen Deutschlands Politiker die Flutkatastrophe für ihren Wahlkampf.”

  • minibixi2008 sagt:

    Für politische Dummschwätzer die mit dem Leid der Menschen Werbung für ihre Partei machen habe ich nur Verachtung übrig.
    Gilt auch für die Schweiz.

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  • Freigeist sagt:

    Dass diese verheerende Katastrophe die optimale Bühne für den medial gepushten Wahlkampf bieten würde , war klar . Dass allerdings der Kanzlerkandidat der Union während eine Rede des Bundespräsidenten feixt und lacht wie beim Karneval , zeigt den ganzen Showcharakter der Inszenierung . In den kommenden Tagen werden die mit Hubschraubern und gepanzerten Limousinen bequem an das Trümmerfeld gebrachten Schauspieler als die Helden des Volkes präsentiert . Erbärmlich , abgehoben,
    harantermos.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Lasst es mich kurz und bündig zusammenfassen: Pietätlos und ekelerregend diese elitäre, verblödete mittelinks- und grüne Politkaste.

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  • hape sagt:

    Und stellt Euch mal vor, die Grünen wären an der Macht. Baerbock hätte alle Verbrenner-Autos eliminiert. Und jetzt müssten das Technische Hilfswerk, die Feuerwehren und das Militär mit ihren Elektroautos in die Fluten fahren. Wie weit werden Sie wohl kommen, bis es knallt? Ich habe in meiner Elektrikerlehre mal mitbeko0mmen, dass Strom und Wasser sich nicht wirklich vertragen...

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  • Beo B. Achter sagt:

    Die meisten Strahlenden im Scheinwerferlicht sind seit Jahren unerträglich, zeigen offen ihre Inkompetenz und der Michel akzeptiert es. "Wann wird man je verstehen . . . " (Marlene Dietrich)

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  • Edmo sagt:

    Natürlich spielen die Politiker Betroffenheit. Doch Laschets Lacher war wenigstens ehrlich. Nichts Besseres hätte passieren können. Endlich ein Beweis für den menschgemachten Klimawandel! Jetzt kann man die ruinöse Klimapolitik nochmal verstärken. Und darüber hinaus fragt keiner, weshalb ein menschgemachter Staudamm bricht. Obwohl schon Tage vorher sichtbar wurde, dass der Damm nicht mehr hält, wenn das Wasser des Stausees nicht abgelassen wird. Laschet hat gut lachen, es läuft perfekt.

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    • Peter Eschmann sagt:

      An Edmo: Angesichts der Flukatastrophe kommt man schon ins Grübeln, woher diese Monsterwelle kam. Die Frau?von srf sprach ja von einem Tsunami.
      Wissen Sie genaueres? Ist tatsächlich ein Staudamm gebrochen?
      Danke für ein allfälliges Insbildsetzen.

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      • Edmo sagt:

        Bei der Steinbachtalsperre gibt es widersprüchliche Meldungen. Schon vor zwei Tagen schrieben Zeitungen, grosse Teile des Damms wären weggebrochen. Jetzt wird dementiert, der Damm habe gehalten und das Wasser wäre inzwischen zu zwei Dritteln abgepumpt. Die Bezirksregierung in Köln hat hingegen den Bruch des Rurdamms in Ophoven, einem Orstteil der Stadt Wassenberg, bestätigt.

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      • holsderkuckuk sagt:

        Bei welcher Gelegenheit berichten SRF Mitarbeiter objektiv, sachlich ohne ihre Gesinnung der Guten zu demonstrieren und gleichzeitig die Bevölkerung im Sinne der Medienministerin, der selbsternannten Retterin der Welt, zu informieren? Es ist eindeutig SRF und die Mainstreamedien verfolgen eine politische Agenda mit dem Ziel sich die Zwangsabgaben und die Subventionen auftragsgemäss zu verdienen. Da kann Objektivität nur stören.

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  • Der Michel sagt:

    Die Katastrophe kam mit Ansage:

    Langfristig, weil man über Jahr(zehnt)e den Katastrophenschutz vernachlässigt hatte, in Überschwemmungsgebiete baute, vermutlich die Kanalisation unterdimensioniert hatte, durch Flussbegradigungen usw. die Überflutungsgefahr erhöht hatte usw.

    Kurzfristig, weil man die Warnungen des DWD ignorierte und z.B. beim WDR lieber Musiksendungen laufen ließ.

    Man hätte die Katastrophe nicht verhindern können, aber in ihrem Umfang reduzieren. Staatsversagen, mal wieder.

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    • Stefan Mueller sagt:

      Die Professorin für Hydrologie, Hannah Cloke von der Universität Reading sprach gegenüber der Sunday Times von einem „monumentalen Systemversagen“. Denn: Das Hochwasser-Warnsystem Efas, das Cloke mitentwickelt hat, hatte schon am 10. Juli, die Mutti-Lakaien vor diesem Szenario gewarnt....
      Vermutlich wurde die Warnung nicht beachtet, weil Mutti ja noch ihr Föteli mit Sleepy-Joe schiessen musste...man weiss ja nie ob der die nächsten Tage überlebt!?

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  • olive sagt:

    Gummistiefel anziehen, besorgtes Gesicht machen, ein paar 100fach gehörte Sprüche von sich geben , Gummistiefel ausziehen. Dumm gelaufen, wenn das besorgte Gesicht nicht durchgehalten wurde.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Wenn die über 100 umgekommenen Menschen und ein ganzes Dorf voll Trümmer nun zum Deutschen Wahlkampf dient, ist das ein schrecklicher Skandal, nicht nur für die Betroffenen und ihren zerstörten Häuser! Nur, wären bei uns im kommenden Herbst eidgenössische Gesamterneuerungswahlen, würden die rot/grünen "Klimahysteriker-Gruppen" nach den überlaufenden Seen und Flüssen bereits mit schärfster Munition aus den "Wahlschützengräben" schiessen! Nicht das Klima, sondern das Sommerwetter ist schuldig!

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  • Zebedaeus sagt:

    Die Unwettertage in Deutschland sind nicht nur für die Betroffenen eine Katastrophe. Sie haben mit ebenso katastrophaler Schonungslosigkeit offenbart, was das politische System für profillose, gallertartige Zöglinge im warmen Wasser an die Schalthebel der Macht spült. Wäre der Umgang mit den tragischen Ereignissen die Prüfung zur Erlangung der mittleren Reife in persönlicher Hinsicht gewesen, alle mehr oder weniger grandios durchgerasselt. Es ist nicht nur in Deutschland so!

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  • Realo100 sagt:

    Jetzt darf Mami Angela wieder Hilfspakete schnüren und sich als Retterin in der Not aufspielen, sie muss nur schauen, dass der Notenpresse das Papier nicht ausgeht

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    • Stefan Mueller sagt:

      Das letzte Mal als Mutti auf diese Art Werbung machte, war nach dem 18. Oktober 2018,
      als die Gaststätte „Mangal“ in Chemnitz brannte,
      und Mutti sich sofort vom Müllstream-Tross begleitet dorthin schlich, und sich mit dem Kurden Mehmet Ali Tomasoglu, dem "Besitzer" UND OPFER, des hinterhältigen Anschlages von rechten Hetzern...ablichten liess.
      Nun vor wenigen Tagen wurde das Opfer von rechter Gewalt eingesperrt, wegen Versicherungsbetrugs-Versuch mittels abfackeln des ""eigenen"" Ladens!

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