03. Mai 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Personalmangel bei der Impfstoffproduktion: Die Personenfreizügigkeit mit der EU erweist sich als Flop.

Wie wurde doch der freie Personenverkehr zwischen der EU und der Schweiz als Segen und Notwendigkeit für die einheimische Wirtschaft hochgejubelt.

Und was mussten wir in den letzten Tagen in den Medien wiederholt lesen und hören: Dass das Schweizer Unternehmen Lonza nicht genügend Impfstoff gegen das Coronavirus produzieren kann, weil man in den EU-Mitgliedsländern nicht genügend spezialisiertes Personal findet und die Kontingente für Fachkräfte aus Drittstaaten (die übrige Welt mit Grossbritannien) begrenzt sind.

Die Diskussion hat wieder einmal verdeutlicht, dass die Personenfreizügigkeit mit der EU offensichtlich nicht das von den Linken und Mitteparteien gepriesene Wundermittelmittel gegen den Fachkräftemangel ist.

Als Fachkraft gilt eine Erwerbsperson, die über berufliche Qualifikationen und Fertigkeiten verfügt, die von Unternehmen nachgefragt werden. Der frühere Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann musste aber schon vor vier Jahren auf Anfrage aus dem Parlament zugeben, dass bloss etwas mehr als 28 Prozent der Zugewanderten aus EU/EFTA-Staaten wirklich Fachkräfte sind. Der Rest hat Jobs, wo es keinen Mangel gibt.

Mit anderen Worten: Statt der propagierten Fachkräfte kommen Billigarbeiter und deren Angehörige in die Schweiz.

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17 Kommentare zu “Personalmangel bei der Impfstoffproduktion: Die Personenfreizügigkeit mit der EU erweist sich als Flop.”

  • hape sagt:

    Möglicherweise hat der Fachkräftemangel aus heimischen Leuten auch damit zu tun, dass meh und mehr Berufe verakademisiert werden. Selbst Lehrlinge in Bauberufen müssen "Diplomarbeiten" schreiben. Nur damit wird keine Mauer hochgezogen und den Handwerker-Stiften und -Stiftinnen stinkt da.

    Oder das eine Fachfrau Gesundheit für wenig Geld Allerwerteste putzt. Auf Sekundärstufe.

    Bildet sie sich zur Pflegefachfrau HF aus, putzt sie Allerwerteste für etwas mehr Geld, jedoch auf Tertiärstufe.

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  • ulrich vogt sagt:

    Wieso lassen sich nicht mehr Walliserinnen und Walliser bei Lonza ausbilden und studieren weiter an den FH und UNis /ETH? Hier wäre dich ein grosses Potenzial vorhanden. Aber vielleicht ist es halt schöner, draussen in den Weinbergen und -kellern...

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    • Realistin sagt:

      Ihre Frage ist berechtigt. Man kann sie auf die Schweizer ausdehnen.
      Mit Sicherheit hat unsere durch masslose falsche Reformen zerstörte Volksschule da ihren Einfluss. Naturwissenschaften und Leistung sind verpönt, man diskutiert lieber über Gender, Rassismus und Klima, natürlich ohne jegliche naturwissenschaftlichen Fakten.
      Aber Ihr Kommentar geht am Thema vorbei. Wichtig ist, die 70% unnötigen Zuwanderer aus der EU bringen uns nur Probleme und immense Kosten.

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  • Mueller sagt:

    Wieso haben in den technischen Berufen einen Mangel an hochqualifizierten Fachkräften? Ich befürchte, dass die Politologie, Soziologie usw. gewisse junge Leute mehr anzieht , weil sie durch ihre Lehrer schon früh indoktriniert wurden , die Welt und ihre Gesellschaft zum Heil zu führen!

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Ja, die "brotlosen" Jobs von früher sind heute heissbegehrt. Damit konnte man früher Lehrer werden, sonst brauchte man die nirgends. Da könnte man Quoten einführen. Diese Studienplätze sind Geldverschwendung. Denn sie schaffen keinen Mehrwert. Im Gegenteil.

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  • Bischi49 sagt:

    Die Personenfreizügigkeit war schon immer und ist immer noch ein riesiger Betrug an der Bevölkerung, FLAM hin oder her. Warum erniedrigt sich die Schweiz dermassen und diskriminiert Fachkräfte aus nicht-EU-Ländern anstatt selbst zu bestimmen, welche bei uns Arbeit finden können.

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  • Arnold Ganz sagt:

    Die Tendenz zur Gleichmacherei, ist Sozialismus in Reinkultur und hat ganz offensichtlich nicht gehalten was versprochen wurde. Der EU-Arbeitsmarkt mit seinen 500 Mio zur Auswahl stehenden „Fachkräften“, hat nicht das Potenzial, den Personalbedarf einer existentiell wichtigen Produktion der Gesundheit-Branche sicherzustellen. Die Personenfreizügigkeit als wichtige Säule und planwirtschaftliches Element der EU, hat sich als ein weiteres Luftschloss erwiesen. Weitere werden folgen!

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  • VP-Falger sagt:

    Die Politlüge, dass maximal jährlich 10'000 EU-Zuwanderer zu erwarten seien, rächt sich mit denselben Faktor der Unzulänglichkeit der Lobby-Politiker, wie das Volk seinerzeit mit der Personenfreizügigkeitskeule weichgeklopft worden war.

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Dass die Personenfreizügigkeit keine Grundfreiheit ist, sondern ein Kuckucks-Ei der EU, ist ja längst klar. Wir haben 3 Grundfreiheiten und ein staatszerstörerisches faules Ei. Siehe Globalisierungs- und "Integrations"-Programm. Wenn die Lonza in Zürich wäre, würden die plötzlich Fachleute finden. Vielleicht könnte man ein paar Soziologen umschulen, statt im Ausland zu suchen

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  • Edmo sagt:

    Die 28 Prozent Fachkräfte sind auch nicht über jeden Zweifel erhaben. Sie arbeiten zwar dort wo Mangel herrscht, aber oft können sie bei Weitem nicht halten was sie versprechen. Immerhin tragen sie dann wenigstens etwas zum Lohndumping bei. Ganz im Sinne der Linken und Mitteparteien.

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    • Fritz sagt:

      Genau. Und diese unqualifizierten "Fachkräfte", besonders die aus Deutschland, haben dann auch noch 'e grossi Schnure'.

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      • Realistin sagt:

        Es tönt für die oftmals auch nicht über alle Zweifel erhabenen Chefs einfach besser, wenn ein Deutscher dasselbe sagt, wie ein Schweizer.
        Kommt dazu, dass wenn ein Deutscher mal irgendwo Leute einstellen kann, er lauter Deutsche nachholt. Zu beobachten besonders schön in Hochschulen und Journalismus.
        Herr Köppel hat ja übrigens auch eine Deutsche als Sekretärin einstellen müssen, weil er die SchweizerInnen offenbar für den Job bei ihm für unfähig hält. Oder sie zu teuer sind.

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      • 3715962 sagt:

        Aber ja. Jeder ist sich selbst der Nächste ? War da nicht mal " Swiss first ? " Beständigen können das sicher einige denen solche Leute die vor Ihre Nase gesetzt wurden ( natürlich aus Qualifikations Gründen) ;-)) Sagt man was oder spricht darüber hält man es nur für purer Neid. Klaro? Die dafür zuständigen Aufsichtsorgane schlummern kräftig weiter unterstützt von den Kontrollen dieser Organe. In Napoli haben unter bekannten Namen. Dorthin zu reisen um die zu finden braucht man sicher nicht.

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