02. März 2021
Florian Schwab

Philipp Hildebrand gegen Thomas Jordan: Der frühere Nationalbank-Präsident will die SNB-Bilanz politisch aufmunitionieren.

Ein Unglück kommt selten allein. Das mag sich Thomas Jordan, Präsident der Nationalbank (SNB), bei der Lektüre der Zeitungen denken. Erstens hat die SNB im Corona-Krisenjahr 2020 einen Mammut-Gewinn von über 20 Mrd. Fr erzielt, was die politischen Ansprüche an die SNB in immer neue Höhen treibt.

In die lodernden Begehrlichkeiten giesst, zweitens, Jordans Vorgänger Philipp Hildebrand zusätzlich Öl. Frisch gescheitert als Kandidat für den OECD-Chefposten, verlangt der über eine Insiderhandel-Affäre gestolperte Ex-Funktionär nach der Gründung eines Staatsfonds. Damit solle die Schweiz ihr finanzielles Gewicht in internationalen Einfluss ummünzen.

Woher das Geld für den Plan nur kommen kann, ist klar: von der SNB. Als deren Präsident hatte Hildebrand noch die Finanz-Orthodoxie gepredigt, wonach ein solcher Staatsfonds von der Politik unabhängig sein müsse.

Schon jetzt hat die SNB grösste Mühe, ihr durch die Schwächung des Frankens aufgetürmtes Riesenvermögen zu rechtfertigen. Es jetzt in politische Kanonenkugeln zu giessen, ist eine schlechte Idee und ein Schuss, der nach hinten losgehen könnte.

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4 Kommentare zu “Philipp Hildebrand gegen Thomas Jordan: Der frühere Nationalbank-Präsident will die SNB-Bilanz politisch aufmunitionieren.”

  • rochristen sagt:

    Es ist unglaublich, wie sich dieser Philipp Hildebrand über alles erhaben fühlt. Dabei ist er doch für unser Land ein totaler Versager. Hochmut kommt vor dem Fall!

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  • Walti sagt:

    Wer könnte dann wohl für teures Geld die Verwaltung der Gelder dieses Staatsfonds übernehmen? Vielleicht der weltgrösste Vermögensverwalter Black Rock? Das wäre doch ganz praktisch da Herr Hildebrand zufällig der Vizepräsident dieses Unternehmens ist.

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  • Markus Saurer sagt:

    Vielen Dank! Hildebrand will für die Schweiz Einfluss einkaufen - genauso, wie er es für sich selber probiert und immer probiert hat. Die OECD ist weitgehend unnütz - wäre ev. gar nicht so schlecht gewesen, Hildebrand in diese Institution zu entsorgen.

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  • VP-Falger sagt:

    Man muss doch im Gespräch bleiben und als wochenlanger Benutzer des Bundesrats-Jet sich schon in der Wolke der von aussen durch die Medien zementierten Unantastbarkeit diktarorisch-bundesrätlicher Machtbefugnisse fühlen.

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