08. Oktober 2021
Thomas Renggli

Plötzlich ist Xherdan Shaqiri in der Fussball-Nationalmannschaft Captain, Penalty-Schütze und Impf-Botschafter. Kann das gutgehen?

In jeder Fussballmannschaft gibt es eine natürliche Hierarchie.

Und im Schweizer Nationalteam steht dort ein Mann zuoberst, der konstant auf Top-Niveau spielt, kommunikativ den höchsten Ansprüchen standhält und sogar die Nationalhymne beherrscht: Torhüter Yann Sommer.

Trotzdem entreisst Trainer Murat Yakin seinem Führungs-Spieler die Kapitänsbinde und reicht sie einem Mann weiter, den man ohne Begleitschutz besser nicht vor ein Mikrophon treten lässt – und der abseits des sportlichen Terrains als Botschafter ungefähr so tauglich ist wie Alain Berset als nächster SVP-Präsident: Xherdan Shaqiri.

Vor den WM-Qualifikationsspielen gegen Nordirland und Litauen wird Shaqiri quasi zum Mann für alle Fälle befördert. Er soll die Schweiz aus der Penalty-Misere schiessen und nebenbei die albanisch-kosovarische Diaspora von der Covid-Impfung überzeugen: «Un jam i vaksinuar» («Ich bin geimpft») lässt er ausrichten.

Ob er aus innerer Überzeugung – oder auf Druck des Verbandes – spricht, sei dahingestellt.

Die Schweizer Fans hoffen vor allem, dass Shaqiri in den nächsten Tagen das tut, was er am besten kann: Fussball spielen und Tore schiessen.

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