08. Februar 2021
Alles lesen
Erik Ebneter

Politrentner Moritz Leuenberger philosophiert über Lügen. Hätte er geschwiegen, wäre er Philosoph geblieben

Moritz Leuenberger pflegt seinen Ruf als Politiker-Philosoph. Gestern sprach er in der NZZ am Sonntag über Lügen.

Das Thema treibt ihn schon länger um. 2007, noch als Bundesrat, veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel «Lüge, List und Leidenschaft». Vor zwei Jahren beehrte er die Nietzsche-Gesellschaft in Sils mit der Rede «Es ändern die Lügen, und wir uns mit ihnen».

Nun ging es um Corona. Im Frühjahr 2020 bestritt der Bundesrat die Wirksamkeit von Masken in der Pandemie, weil man es verpasst hatte, die Pflichtlager zu füllen. Eine Lüge? Leuenberger sagt: «Das Vorgehen damals war nicht seriös.»

An sich selber legt er weniger strenge Massstäbe an. So plaudert der Elder Statesman über den Umgang des Bundesrats mit Entführern. Um keine Nachahmungstäter zu motivieren, heisst es, die Schweiz zahle keine Lösegelder. Leuenberger berichtigt: «Kommt eine Geisel frei, ist wohl meist bezahlt worden. Aber da steht nicht ‹Lösegeld› auf dem Einzahlungsschein, sondern da werden irgendwo Spesen abgebucht.»

Hätte er geschwiegen, wäre er Philosoph geblieben.

216 3

2 Kommentare zu “Politrentner Moritz Leuenberger philosophiert über Lügen. Hätte er geschwiegen, wäre er Philosoph geblieben”

  • Edmo sagt:

    Nicht jeder Cüpli-Sozialist mit scheinintellekutellem Auftritt ist automatisch ein Philosoph. Leuenberger ist der klassische Alt-68er. Immer ein wenig auf Revolution, Philosophie und Gesellschaftstransformation machen, dabei aber ausschliesslich den Weg durch die Institutionen bis an die Spitze der Macht im Auge haben. Ist ihm gut gelungen und natürlich muss er noch immer Image-Pflege betreiben. Er ist ja so eminent wichtig.

    0
    0
  • werfur sagt:

    Zitat « Im Frühjahr 2020 bestritt der Bundesrat die Wirksamkeit von Masken in der Pandemie». Diese Aussage war natürlich richtig, und wäre das wichtige Thema, nicht Flunkereien von M. Leuenberger. Ist das ein Trick, um ihn wieder ins Gespräch zu bringen?

    0
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.