04. März 2021
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Marcel Odermatt

Privatbankiers sehnen eine Unterzeichnung des Rahmenabkommens herbei. Dann gehe es uns allen besser. Doch nicht alle Banker sind einverstanden.

Die Befürworter des institutionellen Abkommens (InstA) gehen in die Offensive. Diese Tage verschickten die Vereinigung Schweizer Privatbanken an alle Parlamentarier ein Mail. Darin werden säuberlich alle Vorteile aufgelistet, die ein Vertrag der Schweiz angeblich bringen würde. «Der Schweiz wird es mit dem EU-Rahmenabkommen weit besser gehen als ohne», hält die Organisation fest.

Weiter schreibt der Verband: «Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU müssen durch Rechtsstaatlichkeit und nicht durch Machtverhältnisse bestimmt sein.» Was sie damit sagen wollen, lassen die Finanzexperten offen. Tatsache bleibt aber, dass der Block immer wieder demonstrierte, wer politisch und ökonomisch das sagen hat.

Die Lobesgesänge auf den Deal mit EU-Europa kommen nicht überall gut an. Bei Pierre Mirabaud, dem ehemaligen Präsidenten der Schweizer Bankiervereinigung, löst die Stellungnahme Kopfschütteln aus. «Ich sehe etwa bei der Rechtsübernahme, der Superguillotine, aber auch bei der Aufweichung des Lohnschutzes fundamentale Schwachstellen», sagt er. Der Vertrag bringe keine Vorteile für die Arbeitnehmenden und die Wirtschaft, setze aber die direkte Demokratie aufs Spiel. «Das ist gefährlich», so der Banken-Doyen.

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6 Kommentare zu “Privatbankiers sehnen eine Unterzeichnung des Rahmenabkommens herbei. Dann gehe es uns allen besser. Doch nicht alle Banker sind einverstanden.”

  • hape sagt:

    Der Gesslerhut wird ja jetzt mit der Bundesrats-Coronadiktatur scharf getestet. Auch fürs Rahmenabkommen werden die wieder ein Horrorszenario erfinden und die subventionierte Lügenpresse wird solange auf das Volk einhämmern, bis es ja dazu sagt...

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  • Edmo sagt:

    Die Vereinigung Schweizer Privatbanken erhofft sich für die eigene Branche Vorteile. Dafür nehmen diese Leute alles in Kauf. Es ist ihnen völlig egal, die Schweiz zu einem rechtlosen Vasallenstaat der EU zu degradieren. Hauptsache, der Rubel rollt. Die meisten der massgeblichen Leute in dieser Vereinigung sind sowieso keine Schweizer, schätzen unsere direkte Demokratie nicht und wollen Teil einer Grossmacht sein. Sollen sie doch einfach in die EU gehen, wir halten sie nicht auf.

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  • Bischi49 sagt:

    Bei Verlautbarungen aus der Ecke Finanz und Wirtschaft ist es wohl angebracht, die Weite des Denkhorizonts zu hinterfragen. Rein wirtschaftlich und kurzfristig mag das InstA vielleicht gewisse Vorteile bringen. Was nützen die aber, wenn mit diesem Abkommen das zerstört wird, was die Schweiz ausmacht, was das Fundament ist, auf dem diese Wirtschaft ihren Erfolg aufbauen konnte?

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  • Moning Hans-Joerg sagt:

    Die Schweiz währe gut beraten den Blick etwas von Europa abzuwenden und weit in die Welt hinauszuschauen. Laut den Vereinten Nationen gibt es 194 Staaten auf diesem Planeten, dazu noch zwölf Territorien, das heisst da finden wir ganz sicher interessante Geschäftsbeziehungen zu Ländern die uns nicht erpressen wollen. Die Schweiz sollte Sorge tragen zu ihrer Nation und die Souveränität als heiligstes Gut hoch halten, gleichzeitig aber in der Ferne Verbündete Beziehungen aufbauen.

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  • olive sagt:

    "Der Vertrag bringe keine Vorteile für die Arbeitnehmenden und die Wirtschaft, setze aber die direkte Demokratie aufs Spiel"
    Mehr muss man darüber eigentlich nicht wissen.
    Wo die Interessen der Befürworter liegen, weiss ich nicht, aber bestimmt nicht in dem der Schweiz.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Man muss nicht Pierre Mirabaud heissen, um ein so gravierendes "Rahmenabkommen" ernsthaft zu hinterfragen! Wer unsere direkte Demokratie, unsere freiheitliche und erfolgreiche Schweiz schätzt und die errungenen und bestehenden Werte nicht mit einem "Gesslerhut" aus der EU-Macht tauschen will, der weis, was er an der (hoffentlich baldigen) Urnenabstimmung auf den grauen Zettel schreiben muss! Solche Manipulier-Mails werden noch viele aus der Finanz-und Wirtschaftswelt an die Politik verteilt!

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