30. November 2020
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Promille und Politik: Wie das Coronavirus eine Tradition verändert

Im Dezember wird im Parlament offiziell das Budget beraten. Inoffiziell beginnen damit auch die beliebten parlamentarischen Festwochen. Es gibt jeweils viel zu feiern: den neuen Bundespräsidenten sowie die Vorsitzenden von National- und Ständerat. Hinzu kommen Mittags- und Abendessen der diversen Lobbyistengruppen, stets in Kombination mit reichlich Alkohol.

Die Verbindung von Politik und Promille im Bundeshaus ist in dieser Jahreszeit besonders intensiv und hat einzelnen Parlamentariern schon Probleme eingetragen. Diesmal wird es wohl etwas trister. Die meisten Veranstaltungen sind wegen des Coronavirus abgesagt, die Aperos und Feierlichkeiten zur Wahl von Bundes-, National- und Ständeratspräsidenten finden, wenn überhaupt, nur in ganz kleinem Kreis statt. So hat es die Verwaltungsdelegation des Parlamentes entschieden, die von Nationalratspräsidentin Isabelle Moret geleitet wird. Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem der gelernte Weinbauer Guy Parmelin Bundespräsident wird!

Der volksnahe Romand ist bekannt dafür, dass er gerne bei einem Glas Waadtländer Weissen mit seinen Copains anstösst. Nun wird nichts daraus. Das ist bitter. Allerdings zeigen sich Parlamentarier erfinderisch, wenn es ums Festen geht. Zum Beispiel indem Feiern als parlamentarische Sitzungen deklariert werden. Deshalb hat Moret explizit alle Ratsmitglieder schulmeisterlich ermahnt, derartige Umgehungspraktiken zu unterlassen.

Kurzum: Aus der sonst feuchtfröhlichen Session könnte eine trockene Geschichte werden. Gleichsam könnte sie der ultimative Test dafür werden, ob die Entscheide unter diesen Umständen besser ausfallen – oder ob das parteiübergreifende Bechern für die Kompromissfindung halt doch von zentraler Bedeutung ist.

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