08. Juni 2021
Roman Zeller

Pünktlich zur Gay Pride schmücken sich Nestlé, Mercedes und BMW mit bunten Fahnen. In Nordafrika und Nahost sind sie weniger mutig

Liebe kennt keine Grenzen. Das zeigt auch der Pride Month. Für viele Menschen steht der Monat Juni seit 1970 im Zeichen der LGBTQ+-Community, deren Anliegen und Gefühle.

Wer wachsam – also «woke» – ist, schmückt sich gerade mit Regenbogenfarben. Das gilt auch (oder besonders) fürs Firmen und ihre Logos.

Will heissen: Wessen PR-Abteilung nicht komplett schlief, setzte die Segel in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni in Richtung Zeitgeist. Nach dem green washing folgte das woke washing: Nestlé, Lenovo, Mercedes-Benz oder auch BMW verkörpert bunte Akzente – jedenfalls in unseren Breitengraden.

Denn die Zugkraft der gegenwärtigen Strömung lässt weiter süd- und östlich erheblich nach, ja sie versandet geradezu: Während so manches westliches Social Media-Profil dem Pride Month frönt, ist in Nahost oder Nordafrika nichts mit free love. Der Zeitgeist will dort alles andere als Regenbogenfarben.

Wokeness kennt also Grenzen, zumindest geografische.

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10 Kommentare zu “Pünktlich zur Gay Pride schmücken sich Nestlé, Mercedes und BMW mit bunten Fahnen. In Nordafrika und Nahost sind sie weniger mutig”

  • T sagt:

    BMW würde sich besser darum kümmern Autos zu bauen, welche nicht ständig mit Elektronikproblemen liegen bleiben, oder mehr Zeit in der Werkstatt verbringen, als auf der Strasse. Auch das Image der Marke, entweder als Balkan-Schüssel, oder aber als agressive Potenzschleuder für kokainabhängige Linksspurdrängler, widerspricht der geheuchelten, farbigen Community.

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  • peterlinz sagt:

    Auf der Weltkugel gibt es nur noch Minderheiten, Schwache, Arme, Unterprivilegierte, sexuell Ausgebeutete, rassistisch und sexuell Verfolgte, sprachlich Diskriminierte, ehemalige Sklavenhändler. Wer finanziert diesen an Universitäten propagierten Schwachsinn? Die weggedrängte Mehrheit. Alle diese Minderheiten werden in eine Opferrolle gedrückt, dabei haben sie schon längst die Deutungshoheit. ...wer nicht mitmacht, wird ausgegrenzt, Aufträge gestrichen und ganze Familien zerstört.

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  • Bischi49 sagt:

    Warum tun die Konzerne das? Mit ihrer anpasserischen Haltung wollen sie ein Image aufbauen, von dem sie sich mehr Umsatz versprechen. Wenn’s demselben Zweck diente, würden sie auch das Gegenteil tun. Ist halt verlogen, sofern in diesem Zusammenhang moralische Kategorien überhaupt gefragt sind.

    Interessant sind ja auch die LGBTQ+-Bewegten, die sich anscheinend selbst jedes Jahr als was Besonderes abfeiern müssen, sonst aber permanent darauf bestehen, wie alle Andern zu sein. Was gilt jetzt?

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    • Mueller sagt:

      Das sind Selbstdarsteller , die ihre speziellen sexuellen Ausrichtungen der ganzen Welt kundtun wollen! Ich persönlich behalte meine sexuellen Bedürfnisse und deren Stillungen im allerengsten Kreis!

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  • Realo100 sagt:

    Was soll dieser Regenbogenquatsch? Liebe Automobil- , Nahrungsmittel und andere Konzerne: Beschränkt Eure Werbung auf das Wesentliche !

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  • Guy Tiger sagt:

    31. April... der ist gut.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Die im Sommer anstehenden "Cay Pride" oder die Zürcher "Gender-Massen-Veranstaltung" (Street Parade!) erreichen nun also auch die Werbebüros der Autoindustrie und Nahrungs-Konzerne! Wahrscheinlich missionieren diese "Werber" eben auch bald in Afrika oder Südamerika! Ein sichtbares Mosaiksteinchen für das, was vor 2000 Jahren auch im *Römischen Weltreich" passierte! Die westliche Welt steht vor einer totalen "Verblödung" : "Tanz ums goldene Kalb", bis hin zu einer geschlechtslosen Gesellschaft!

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Der April hat aber nur 30 Tage

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  • Edmo sagt:

    Opportunismus hat nichts mit Mut zu tun. Natürlich sieht Opportunismus in Nordafrika anders aus als bei uns. Die Wokeness der Konzerne besteht darin, immer und überall dem Zeitgeist zu huldigen. Woke Konzerne springen inzwischen völlig geistlos und charakterfrei auf jeden noch so absurden Modetrend auf. Die Farben der Moralkeulen unterscheiden sich von Region zu Region. Als wokes Unternehmen muss man einfach das ganze Farbensortiment im Moralkeulenlager griffbereit haben.

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