03. Februar 2021
Rolf Hürzeler

Rassismus: Die Sozialen Medien sind beim Fussball die schlechtesten Schiedsrichter

Das gedeihliche Zusammenleben auf dieser Welt erfordert, dass die äusserliche Erscheinung eines Menschen diesem nicht zum Nachteil gereicht. Das ist keine Frage der politischen Gesinnung, sondern des Verstandes. Wie das Leben indes so spielt, behält dieser nicht immer die Oberhand im menschlichen Denken. Mitunter kommen Emotionen hoch, und diese richten sich oft nach niederen Instinkten.

Damit wären wir beim Rassismus im Fussballstadion und dessen Weiterungen in den Sozialen Medien – was tun dagegen?

In Grossbritannien ist dazu nun eine unselige Debatte entflammt: Facebook, Twitter & Co. sollen künftig rigorose Zensur walten lassen, wenn «Inhalte rassistisch sind», fordern die Verantwortlichen der Premier League mit der Unterstützung von Clubs. Sie fordern ein Ende der «verabscheuungswürdigen Beschimpfungen» von Spielern wie Axel Tuanzebe und Anthony Martial im Team von ManU.

Der Herzog von Cambridge, Prinz Williams, unterstützt diese Forderungen als Präsident des englischen Fussballverbandes – notabene ausgerechnet auf Twitter.

Der Vorschlag ist so gut gemeint wie hilflos. Wer soll denn, bitte sehr, bei diesen Plattformen entscheiden, was genau eine rassistische Beschimpfung ist? Und wie sollten diese Plattformen ihre Nutzer kontrollieren?

Vorläufig halten sich die Betreiber noch zurück und scheinen Interventionen zu scheuen. Doch wie Twitter in der Causa Trump gezeigt hat, verhalten sich diese Unternehmen opportunistisch. Sobald es sich geschäftlich lohnt, treten sie als Zensoren auf. Wer glaubt, damit sei dem Kampf gegen den Rassismus gedient, täuscht sich gewaltig.

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