06. Oktober 2021
Harald Martenstein

Rechts-sein verboten: Die Brandmarkung des Worts «rechts» als böse ist einer der grössten Erfolge der deutschen Linken

Der «Kampf gegen rechts» wird vom deutschen Staat mit vielen Millionen gefördert, man kann ihn zum Hauptberuf machen. Aber wer nicht zwischen «rechts» und «rechtsradikal» differenziert, der kämpft nur zum Schein gegen eine Wiederkehr der Nazis, in Wirklichkeit kämpft er gegen die Demokratie.

Der Gegensatz zwischen rechts und links war, von Anfang an, eine Konstante der bürgerlichen Gesellschaften.

Ein Staat, dessen legitimes politisches Spektrum nur noch von halblinks bis linksextrem reichen darf, wäre nur noch eine halbe, eine gelenkte Demokratie. Die Grundrichtung wäre vorgegeben.

Die Brandmarkung des Wortes «rechts» als schmutzig und beinahe gleichbedeutend mit «Nazi» ist einer der grössten sprachpolitischen Erfolge der Linken. «Rechts» wurde ihr Kampfbegriff gegen alle, die ihr nicht sofort zustimmen.

In Wirklichkeit gibt es beides, rechts und links, sowohl in einer demokratischen als auch in einer totalitären Variante.

Demokraten sollten miteinander reden und auf Unterstellungen verzichten.

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34 Kommentare zu “Rechts-sein verboten: Die Brandmarkung des Worts «rechts» als böse ist einer der grössten Erfolge der deutschen Linken”

  • Stygge sagt:

    Zitat Werner Finck (ehem. Kabarettist und Schauspieler): "Ich bin die radikale Mitte: ich stehe hinter jeder Regierung, bei der ich nicht sitze, wenn ich nicht hinter ihr stehe".

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  • andreaswerb sagt:

    Linke sind vielfach keine Demokraten, sondern erheben einen totalitären Anspruch auf die Wahrheit. Da ihre Ideologie, der Sozialismus, bislang keinen Praxistest bestanden und lediglich zu Unfreiheit, Mangelwirtschaft und Millionen Toten geführt hat, bekämpfen Linke alle, die ihnen den Spiegel vorhalten - mit Waffen (in Diktaturen) und mit Verleumdungen und Lügen in Demokratien.

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    • Baerle sagt:

      Die AfD legt den Finger in die Wunde, das ist das einzige, was man ihr vorhalten kann. Tatsächlich vertritt sie die Werte der Union vor der Merkel-Ära. Warum dürfen Politiker ihr Wahlvolk nicht mehr im Blick haben, sondern nur noch das Ausland, die anderen? Ich frage mich, woher immer die 2/3 kommen, die für einen Bundeskanzler namens Olaf Scholz stimmen, wo er als RA ganz besonders gut Betrug kann, s. Wirecard, cum-ex. Die Linken denken nur an Umverteilung, Steuern rauf!

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  • Freigeist sagt:

    Da mittlerweile ,vom Mainstream völlig ideologisch verblendet ,alles , was die Bewahrung von " Heimat , Sprache und Kultur als Voraussetzung für Entwicklung" ( Simone Weil 1942) kennzeichnet , als Rechts gilt , oute ich mich als Rechts . Im Übrigen wird der Begriff " Nazi" verharmlosend inflationär gebraucht .

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  • Petersen sagt:

    Als SPD-Mitglied von 1967, Fan von Willi Brandt und dann Helmit Schmidt, also auch stolzer Deutscher, bin ich zum Rechtsextremen geworden, ohne meine politischen Meinungen grundlegend verändert zu haben.

    (1992 trat ich nach 25-jähriger Mitgliedschaft endlich aus, nachdem mir klar geworden war, wie Lafontaine Scharping Schröder & Co mit der SED vor 1989 gekungelt hatten, um die Oppositionellen in der DDR zu unterdrücken und wie sie gegen die Wiedervereinigung agitiert hatten. Shame on them.)

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Trotzdem ist der Begriff rechts ein positiver Begriff. Rechtschaffenheit, auf dem rechten Weg sein.. sind positiv besetzte Begriffe, während links, linkisch, suspekt, obskur, nebulös, falsch... ein negativ besetzter Begriff ist. Irgendwie bilden diese Wortspiele die Realität ab. Rechts steht für Demokratie, Freiheit, Selbstverantwortung.Links steht für Totalitarismus, staatliche Bevormundung, Geldumverteilung... alles Konzepte, die den Staat in den Ruin treiben.

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  • wolfsachs sagt:

    Auf den Standpunkt kommt es an: Wenn man selbst ganz links steht, sieht man fast nur noch Rechte - und umgekehrt...

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    Hier muss man wohl unbedingt berücksichtigen, dass die Aufrechterhaltung der souveränen, sich selbst regierenden und sich im Besitz der Bürger befindenden Nationalstaaten (als Zukunftssicherung der Eigenständigkeit der Völker) in frontalem Gegensatz mit den Zielen der WEF - Globalisierer steht. Das ist auch der Grund, weshalb Donald Trump (als mächtiger Gegner dieser Globalisierungspläne und Freund von selbständigen freien Staaten) mit allen verfügbaren Mitteln verteufelt werden musste.

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Peter Sutherland war Irlands Generalstaatsanwalt und irischer EU-Kommissar. 1993 wurde Sutherland Generaldirektor des GATT, und dann kurzzeitig der WTO. 2006 wurde er Gesandter der UN für internationale Migration. In der Privatwirtschaft war er für Firmen wie Goldman Sachs und BP tätig. Als UNO Migrations-Chef sagte Peter Sutherland: “Die EU sollte ihr Bestmögliches tun um die Homogenität ihrer Mitgliedsstaaten zu untergraben, indem Zuwanderung und Multikulturalismus gefördert wird." (!!!)

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    • Freigeist sagt:

      Ich warte darauf,dass die neue Ampelregierung allen Fahrlehrer*innen das Rechtsabbiegen verbietet.

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  • Gonzo sagt:

    Früher behaupteten die Sozis, Christoph Blocher sei eine Gefahr für die Demokratie, heute sind sie es die Volksentscheide nicht umsetzen- und das Ständemehr abschaffen wollen, natürlich immer in bester Absicht, man gehört ja zu den „Guten“.

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  • Peter Eschmann sagt:

    Der Vorgang betrifft die ganze „rechte“ Seite und ist metaphorisch mit einem Hirnschlag zu vergleichen. Die rechte Seite soll gelähmt werden. Der Schaden befindet sich im Hirn auf der linken Seite. Wie aber ein solchermassen geschädigter Körper funktionieren soll?

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  • Bischi49 sagt:

    Man muss den sprachpolitischen Erfolg neidlos anerkennen. Doch der ruht auf tönernen Füssen, denn der damit verbundene Diffamierungswahn kaschiert den eklatanten Argumentationsnotstand mehr schlecht als rech.

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  • Christian Weber sagt:

    "Aber wer nicht zwischen «rechts» und «rechtsradikal» differenziert...". Mit solchen "Differenzierungen" tappt man natürlich erst recht in die Diffamierungsfalle. Wenn "rechtsradikal" oder "rechtsextrem" absolut verwerfliche Einstellungen sind, ist natürlich schon "rechts" ziemlich anrüchig. "Extrem" und "Radikal" sind ja nicht an sich schlecht bewertend. Jemand hat etwas extrem gut gemacht oder hat Missstände radikal ("gründlich") beseitigt. Bessere Begriffe ? ....?

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  • mac4ever sagt:

    Es wird ja nicht einmal mehr argumentiert. Die Diffamierung hat die Diskussion vollständig abgelöst. Diskussion findet nur noch in Blasen statt. Unsere Diskussionskultur ist längst tot. Die Gesellschaft ist inzwischen so stark und nachhaltig gespalten, dass sich selbst hierher kaum ein "Linker" verirren wird.

    Ich habe schon vor 30 Jahren im Netz einen Linksextremen getroffen, für den war alles rechts von Jutta Ditfurth "Nazi". Heute ist der salonfähig.

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    • Baerle sagt:

      Man darf ja nur noch für links sein, wehe man leistet sich den Luxus einer eigenen Meinung! Ich leiste ihn mir. Wenn man draußen sagt, man ist für die AfD - dann ist man gleich ein halber Hitler und susländerfeinddlich, das bin ich nicht, aber ich habe was gegen die jährlich einwandernden Großstädte von Muslimen alker Couleur und gegen die ganzen Straftäter, die man sich reinholt, auf Kosten der inneren Sicherheit, vor allem der JUNGEN FRAUEN. Sie sind in diesen Kreisen nichts wert,

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      • Baerle sagt:

        Und vernascht werden darf. Eine Familie gründet man natürlich mit seinesgleichen, da kommt kaum ein Muslim auf die Idee, eine Deutsche zu heiraten, die sind allenfalls Mittel zum Zweck, Scheinehen müssen bestraft werden, und diese Leute abgeschoben werden. Nur deren Heimatländer wollen sie auch nicht haben, abgeschoben wird nicht, also bleiben sie da. Ind man macht lieber 96jährigen KZ-Schreibkräfzen einen Prozeß wegen Mitwisserschaft, was hätte diese alte Dame damals denn tun sollen?

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  • oazu sagt:

    Dank intensiver DE-Zuwanderung in CH schwappt diese politische Diffamierung längst auch auf CH über. Bildungsanstalten und Medien sind da längst durchdrungen von Besserwissern und Sich-Besser-Darstellern, wenn da ein solcher mal irgendwo Fuss gefasst hat, wird gleich eine Gruppe Gleichgesinnter nachgezogen, sei's in Privatformen oder staatlichen Institutionen. Dafür wird dann Engstirnigkeit der CH dauerbeklagt.

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  • Angy Scheiwiler sagt:

    Gipfel der Impertinenz

    Ich lese, dass der Kampf gegen Rechts den deutschen Steuerzahler Millionen kostet. Und, so frage ich, was kosten die schweizerischen Lügenblätter samt Serafe-Zwangs-TV den heimischen Steuerzahler? Millionen. Eben. Zu gut Deutsch heisst dies, dass ein Teil der SchweizerInnen fürs Diffamiert- und Beschimpftwerden - du Nazi, du Terrorist! - obendrein noch zahlen darf.

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    Falsch: Kürzlich gehört in einer deutschen Diskussion: "Echte Demokratie gibt es nur im Sozialismus". Das ist grundfalsch. Richtig ist: "Sozialismus ist nur als Diktatur erhältlich". Niemand wählt freiwillig Kommunismus. "Kampf gegen Rechts" ist Kampf gegen den mündigen, urteilsfähigen Menschen. Ein Angriff auf die menschliche Natur als rational denkendes Wesen (mit falschen Unterstellungen).

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  • Edmo sagt:

    Die Linken bekämpfen die Demokratie mit allen Mitteln. Weshalb sollte man von denen so etwas wie Differenzierung erwarten? Für die Linken ist Demokratie nur der Einstieg in die Diktatur. Hat man auf demokratischem Weg genug Macht gewonnen, wird die Demokratie überflüssig. Dann beginnt der «Kampf gegen rechts» auszuarten. Jeder Linke weiss, dass der wahre Sozialismus nur über eine Dikatatur des Proletariates zu erreichen ist. Von Demokratie hält er folglich gar nichts.

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    • olive sagt:

      Und der Kampf gegen "rechts" ist eigentlich ein Kampf gegen Konservative, gegen das Bürgertum, den schon die Nationalsozialisten ausübten.
      Die Idee, rechts sei Nazi, ist total falsch. Sie speist sich aus dem "National" , ist aber trotzdem falsch.

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  • VP-Falger sagt:

    Nicht nur Erfolge der Deutschen Linken! In der Schweiz sind wir bereits witer in Richtung Staatsdiktatur: Freiheits- und verfassungstreue Bürger werden bereits vom öffentlichen Leben ausgegrenzt und wenn es so weitergeht, werden diese Leute auch schon bald auf der Stirn zwangstätoviert werden, sodass sie sofort als Regierungs- und Mainstreamfeinde erkennbar sind. Berset der neue....?

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  • Alpenfurz sagt:

    Der grösste Witz ist ja, dass wenn man die Abkürzung "Nazi" ausschreibt, es "NationalSOZIALISTISCH" heisst. Und so weit ich weiss, sind alle Sozialisten links.

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    • Andreas sagt:

      Die "Rechten " sassen damals auf der rechten Seite im Parlament und wollten, dass die Gesetze eingehalten werden.
      Damals wie auch heute wieder, gab es Linke, die propagierten, das Gesetze unmenschlich wären und man sie deshalb nicht anwenden muss.
      Beispiele kennen die Leser hier sicherlich genug.

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      • Baerle sagt:

        In der deutschen Justiz sitzen Straftäter, die gerne geltendes Recht anders anwenden - und dem Unschuldigen die Strafe der Straftäter anlasten und diese die Zeche bezahlen lassen. Die ganzen Juristen kann man wegsperren und das Recht außer Kraft setzen, man würde den rechtsgreien Raum nicht bemerken.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Auch bei uns, in der Direktdemokratie Schweiz, darf man nicht "rechts" von der Mitte-Links-Position denken, handeln und schon gar nicht politisieren! Das Beispiel Berset und seine Affäre im Schwarzwald und die Freiheits-Bluse von Bundesrat Maurer beweist diese traurige Realitöt aufs eindrücklichste! Die linken Einheitsmedien überwachen alle rechts stehenden Politiker und hoffen täglich auf eine negative Schlagzeile über die SVP oder deren Sympathisanten fettgedruckt schreiben zu können!

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