22. November 2021
Christoph Mörgeli

Reisen wir wirklich dank den Kosovo-Schweizern an die Fussball-WM? Und soll man ihre Namen «richtig» aussprechen?

In der Sonntags-Zeitung schreibt der von mir geschätzte Andreas Kunz: «Dank den Kosovo-Schweizern fahren wir erneut an die WM – doch noch immer sprechen wir ihre Namen falsch aus.»

Im ersten Teil irrt der Journalist. Wenn schon, verdanken wir diesen Erfolg ebenso sehr den Spielern mit nigerianischen, spanischen, kroatischen oder dominikanischen Wurzeln.

Der erfolgreiche Captain Murat Yakin ist Schweiz-Türke. Auch ist die Behauptung unfair gegenüber so tüchtigen Spielern wie Remo Freuler, Cedric Itten, Yann Sommer, Renato Steffen, Silvan Widmer usw.

Was die Aussprache betrifft, so fordert Andreas Kunz, man möge den Mittelfeldspieler Xherdan Shaqiri künftig so nennen, wie man es in seiner kosovarischen Heimat tut, nämlich «Schatschiri». Und unser neues Stürmer-Talent heisse in Wirklichkeit Andi «Setschiri». Man müsse ja die hierzulande eingerissenen Aussprachefehler nicht in alle Ewigkeit fortführen.

Überhaupt kugele man sich in Pristina vor Lachen über unsere verfehlte Aussprache.

Nur bedeutet in einer Sprache das eine nicht unbedingt dasselbe wie in einer anderen.

Die Holländer kugeln sich vor Lachen, wenn im Flugzeug die Landung in Zürich-Kloten angekündigt wird. Denn «Kloten» heisst für sie «Hoden».

Wenn der Nachname der grünen Nationalrätin Sibel Arslan bei uns so ausgesprochen würde, wie in ihrer kurdischen Heimat, kämen wir tatsächlich zum unaussprechlichen «Arschlan».

Und Andreas Glarner hätte als Einziger das, was die Sonntags-Zeitung einfordert: ein «Sprachgefühl».

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23 Kommentare zu “Reisen wir wirklich dank den Kosovo-Schweizern an die Fussball-WM? Und soll man ihre Namen «richtig» aussprechen?”

  • einzige Wahrheit sagt:

    Mörgeli irrt! Glarner ist beileibe nicht der einzige mit Sprachgefühl, auch Couchepin hatte sowas ... Mörgeli wird sich erinnern 🙂

    Übrigens ist Glarner eine Schande für jeden Glarner, und für viele andere auch.

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  • Reininghaus sagt:

    Köstlich! 🤣🤣 Danke Herr Mörgeli.

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  • neffli1 sagt:

    Silvio Valentino hat vollumfänglich recht mit dem, was er um 11:22 schreibt. Es ist eine Frage mangelnden Respekts, wenn man die Namen von Sportlern über Jahrzehnte falsch ausspricht. Ich erinnere an die Fussball-EM 2008 in der Schweiz. "Wir" spielten gegen Tschechien, Portugal und die Türkei. Die Kommentatoren sprachen die Namen der Tschechen zu 95%, diejenigen der Türken zu 60% und der Portugiesen zu 35% falsch aus. Und so ist es geblieben! Beispiel Mourinho. Salzgeber lässt grüssen!

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    • Stefan Mueller sagt:

      Herrlich, und einmal mehr selbstentlarvend;
      da sorgen Linksverdrehte dafür, dass der ÄssÄrrÄff-Stall nicht ausgemistet werden kann, um dann über Unfähige und Staatskneteabzocker abzujammern!
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      Nur, viel ekelerregender, ebenfalls von Netten und Linken mitgetragen mit mitbejohlt, ist wie Linksfilz-Idioten, Nichtlinksfilzige SVP-ler Trump Orban Corona-Regime-Gegner etc. tagtäglich auf's Übelste diffamieren...
      O.k das hat mit deren Genen und Charakterlosigkeit und nix mit Sprachverständnis zu tun!

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    • einzige Wahrheit sagt:

      warum? Wie sollen wir wissen, wie man das ausspricht, es interessiert uns nicht und die Spieler auch nicht.

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  • simba63 sagt:

    Wie gut es denen geht, die solche Probleme haben! Wahnsinn!

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  • peterlinz sagt:

    Wie sprechen den französisch und englisch sprechende Menschen deutsche Namen aus? Keiner ist imstande, sie phonetisch richtig auszusprechen oder sie wollen gar nicht. Auch die Deutschen sind nicht imstande, fremde Namen richtig auszusprechen. Nur wir Deutschschweizer geben uns Mühe, New York mit amerikanischem Akzent auszusprechen.

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  • Silvio Valentino sagt:

    Herr Mörgeli, enttäuschen Sie mich bitte nicht. Einen Namen richtig auszusprechen, das ist eine Frage des Respekts und der Professionalität. Nichts anderes. Dass es einem Profi, der z. Bsp. mit Fussball Millionen verdient, irgendwann zu blöd wird, auf die richtige Aussprache seines Namens hinzuweisen, das versteht sich von selbst. Der wirkliche Skandal sind die Unfähigkeit und die mangelnde Vorbereitung unserer Sport-Kommentatoren, gepaart mit einer abartigen Misshandlung der deutschen Sprache

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  • Daborn sagt:

    Die Schweizer Nati hat vor allem Siege eingefahren seit Xhaka verletzt ist und seit mehr Schweizer-Schweizer im Einsatz sind.

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  • Rote Pille sagt:

    Diese naiven Aussagen , dass diese Typen "Kosovo-Schweizer" sind. Es sind muslimische Albaner (ehem. Katholiken) aus der abtrünnigen, serbischen Provinz Kosovo (historisch eine serbische Urprovinz ähnlich der 3 Urkantone der Schweiz) und komplette Papierlischwiizer genau wie alle anderen Kosovoalbaner in der Schweiz. Sie bleiben unter sich, heiraten unter sich, lehnen andere Menschen bewusst ab (i.e knallharter Rassismus), konsumieren eigene Medien. Aber der CH Franken, der macht (noch) Freude.

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    • Kretinismus sagt:

      @rote Pille. Und sie die Kosovaren/innen gehören trotz allem zur heutigen Schweiz. Eine pauschale Vorverurteilung ALLER ist total daneben. Viele sind besser integriert, viele weniger. Habe viel mit Spitex-Pflegerinnen zu tun welche Kosovarische Wurzeln haben, alle die meine Mutter pflegen sind freundlich, fleissig und aufgestellt.

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      • Rote Pille sagt:

        Diese (vordergründig) netten Muslime haben vor 20 Jahren einen Bürgerkrieg in einem christlichen Land entfacht. Denken Sie einfach darüber nach, welche Zukunft Sie sich für die Schweiz wünschen.

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        • Kretinismus sagt:

          @Rote Pille. Nun, viele der Mikrobe 19 Massnahmen fördernden Politiker und BR, sind auch die selben Pfeiffen wenn es darum geht kriminelle aller coulör wenn notwendig mit Zwang des Landes zu verweisen und laufend immer noch mehr illegal einreisende hinein lassen und nicht gleich wieder abschieben. Zuforderst agiert immer wieder BR SS die am Sessel angeleimte Konzertpianistin die einfach nicht gehen will.

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    • einzige Wahrheit sagt:

      so ganz unrecht haben Sie nicht, aber auch nicht ganz recht, denn viele Ausländer-Schweizer sind quasi die "besseren" Schweizer, von der SVP aus gesehen, denn die wählen wie die SVP ab.

      Dazu sind ja auch oder sogar vor allem unter den SVP -Politikern viele SVP-ler, und SVP-ler mögen auch gern ausländische Frauen, und manche SVP-Politiker mögen auch gern Männer.

      All das widerstrebt zwar gerade der SVP, aber sie verdrängt es. Uns anderen ist das egal.
      Natürlich sind an allem die anderen schuld

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  • VP-Falger sagt:

    Bravo Herr Mörgeli. Sauber herausgearbeitet.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Für mich und bestimmt auch für viele andere Sportkonsumenten, gibt es gar keine "Schweizerische Fussball-National-Mannschaft"! Die (ausser Yann Sommer) versteinerten unbeweglichen Gesichter bei den jeweiligen National-Hymnen vor einem Länder-Spiel, ist und bleibt ein Skandal ! Auch wenn diese Mannschaft gesamthaft einen guten Job macht, ist es einfach unerträglich, wenn 2/3 der Spieler Migranten sind, die absolut keinen Bezug zum Gastland zeigen!

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    • Silvio Valentino sagt:

      Nicht schon wieder! Die Spieler stammen aus verschiedenen Sprachregionen der Schweiz. In welcher unserer Nationalsprachen sollten sie denn singen? Oder besser mehrsprachig? Diese Hymne-never-ending-Story ist nur noch doof; früher, als fast nur Bio-Schweizer mit einem bis zum Rütlischwur zurück reichenden Ahnennachweis in der Nati spielten, haben auch nicht mehr gesungen als in der aktuellen Zusammensetzung, die - ob es nun allen passt oder nicht - den heutigen CH-Fussball repräsentiert.

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      • peterlinz sagt:

        vollkommen einverstanden.

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      • Rolf Bolliger sagt:

        Natürlich hat sich die Zeit in "gewissen" politisch progressiv gewordenen Sportländer stark verändert (verschlechtert) Herr Valentino! Nur, wenn man jeweils die Mannschaften aus anderen Länder sieht, welche Begeisterung das gesamte Mitsingen der Landes-Hymne" dieser Mannschaft ersichtlich wird, schäme ich mich jedes Mal für die sterilen und völlig versteinerten Gesichter der 11 CH-Spieler! Fazit: Entweder hat ein Land gute eigene Spieler oder dann ist es weniger weit vorne, im Weltklassement!

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        • einzige Wahrheit sagt:

          klar, wenn die Spieler verlieren, sind es Ausländer, wenn sie gewinnen, gewinnt die Schweiz. Das kennen wir doch, lieber Rolf, nur man soll halt Fussball nicht mit Politik verwechseln.

          Ich hoffe doch, dass Sie Ihren Stammbaum kennen, viele echten Schweizer stammen nämlich auch Ländern, die keine rühmliche Vergangenheit haben.
          Bolliger z.B. ist auch etwas nordwestlich gut vertreten ...

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  • Mueller sagt:

    Der vorgängige Erfolgstrainer ist auch kein Kosovare; er ist Bosnier! Im Fussball ist schlussendlich der Kollektivgeist entscheidend , nicht der Einzelspieler!

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    • Silvio Valentino sagt:

      In den Teams, in denen ich gespielt habe - das ist ein Weilchen her - gab es immer viele Spieler ausländischer Herkunft (Junioren bis höhere Kategorien im Amateurfussball), ich würde sagen etwa die Hälfte. Je höher die Kategorie, desto höher der Anteil ausländischer Spieler. Warum? Weil Fussball v.a. ein günstiger Sport war, für alle zugänglich. Ohne Ausgrenzung, es kam auf den Charakter und die Fähigkeiten an, nicht auf Hautfarbe oder Herkunft. Da sind Freundschaften für's Leben entstanden.

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