12. August 2021
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Wolfgang Koydl

Ritter der Curry-Wurst: Alt-Kanzler Schröder rettet ein deutsches Kulturgut – in der Volkswagen-Kantine in Wolfsburg

Amerika hat den Hot-Dog, Frankreich das Baguette, und Deutschland die Curry-Wurst: pure kulinarische Kultur.

Doch jetzt ist sie bedroht. Nicht in ganz Deutschland – die Grünen sitzen ja noch nicht im Kanzleramt –, aber bei einer anderen deutschen Ikone, dem VW-Konzern.

Seit Jahren lässt Volkswagen eigene Würste herstellen. Verzehrt werden sie vor allem in der Werkskantine im Stammwerk Wolfsburg.

Aus und vorbei. Künftig gibt es mehr Vegetarisches und Veganes. Angeblich auf Wunsch der Belegschaft. Na ja.

Eigentlich wäre der Angriff auf die Esskultur eine Vorlage für den Wahlkampf: Landesvater Laschet, Sozi-Chef Scholz – sie könnten, sollten, müssten eine Lanze brechen für den deutschen Lieblingssnack.

Fehlanzeige. Zur Hilfe kommen wieder mal die Alten: Ex-Kanzler Gerhard Schröder. «Currywurst und Pommes ist einer der Kraftriegel der Fabrikarbeiterin und des Fabrikarbeiters in der Produktion», wettert er. «Das soll so bleiben.»

Das tönt zwar ziemlich gegendert und realsozialistisch. Aber es tut so gut. Kann er nicht noch mal Kanzler werden?

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5 Kommentare zu “Ritter der Curry-Wurst: Alt-Kanzler Schröder rettet ein deutsches Kulturgut – in der Volkswagen-Kantine in Wolfsburg”

  • C. Walter sagt:

    Currywurst ist für mich kein Thema und für VW offensichtlich auch nicht, auch wenn es das für viele Mitarbeiter zu sein scheint. Es geht um etwas anderes: Die Mitarbeiter sollen diskret auf kulinarischem Weg vertrieben werden, damit die Firma ohne grosses Aufsehen abgewickelt werden kann. Als Nächstes werden aus einzelnen Teilbereichen separate Firmen gemacht, die so dann unauffällig, still und leise „entsorgt“ werden können. Vielleicht bleibt eine Immobilienfirma „VW“ übrig …

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  • Freigeist sagt:

    Die Curry-Wurst ist ein Kulturgut . Sie wird überleben , Millionen lieben sie ,
    Millionen werden sie weiter essen . Was VW macht , ist ein lächerliches Zeichen
    der Anbiederung an die von Hochbegabten wie Baerbock und ihre Intellektuellen Tiefflieger angekündigten "Erneuerung ". Die Currywurst wird aber zeigen , dass sich Ideologen an ihr nicht vergehen können .
    Noch bestimmt Merkel nicht über das Sortiment am Schnellimbiss .
    Bedenklich : die Arbeiter bei VW lassen sich entmündigen

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  • Der Michel sagt:

    Ginge es um den "Wunsch der Belegschaft", so würde man die vegetarisch/vegane Auswahl vergrößern und die - wenn's denn so ist - traditionsreiche Currywurst im Sortiment belassen (oder fühlen sich die grünlinken Gutveganer schon durch den Anblick oder den Duft angeekelt?)

    Da man das nicht tut ist der Beweggrund mal wieder ein anderer: Man will den pöhsen Fleischfressern zeigen, was moralisch wertvoll ist und sie zu wertvollen Mitgliedern der Lebensgemeinschaft Erde erziehen. Zum Davolaufen.

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  • T sagt:

    Die schleimige Anbiederung gewisser Konzerne an den woken Zeitgeist ist unerträglich! Ich für mich habe entschieden, solche Konzerne und Produkte, wo immer möglich zu boykottieren. VW (Currywurst und die miesen, überteuerten Fahrzeuge), MIGROS (wegen der Mohrenköpfe), COCA COLA (Abschaffung des Verbrennungsmotors), AUDI (Gendersprache), UNCLE BEN `S (angeblicher Rassismus), KNORR (Zigeunersauce) und viele mehr. Es gibt Alternativen, diese zu unterstützen ist für mich in diesen Zeiten Pflicht!

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  • Edmo sagt:

    Schröder hat Format. Das ist heute ein absolut disqualifizierendes Merkmal für einen Kanzler. In einem Land, wo selbst Wirtschaftsführer, wie die VW Geschäftsleitung, nur noch schleimige, charakterbefreite Opportunisten und Zeitgeistnachbeter sind, würde ein Kanzler mit Format zu grösster Verunsicherung auf allen Seiten führen. Deutschland würde sich nicht nur elegant selbst abschaffen, sondern völlig verirrt im totalen Chaos versinken.

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