18. August 2021
Thomas Renggli

Roger Federer muss sich einer weiteren Knie-OP unterziehen. Trotzdem tritt er nicht zurück. Denn als Geschäftsmann ist er nach wie vor die Nummer 1

Vor zehn Tagen feierte Roger Federer seinen 40. Geburtstag. Doch das ist für ihn nur eine Zahl.

In einem Interview mit der Schweizer Illustrierten sagte er auf die Frage, wie alt er sich fühle: «So Ende zwanzig, höchstens Anfang dreissig.»

Auf sein strapaziertes Knie trifft diese Aussage nur bedingt zu. Dennoch lässt sich der Basler auch von der dritten Operation nicht aus dem Konzept bringen.

Er setzt auf den berühmten Funken Hoffnung und strebt nochmals ein Comeback an.

Dies zeigt vor allem eines – wie gut Federers Gespür für seine unverminderte Ausstrahlung ist.

Solange er seinen Abschied noch nicht offiziell gemacht hat, nützt dies allen: den Sponsoren, den Fans, den Medien, aber auch ihm selber.

Federer ist längst ein globaler Wirtschaftsfaktor. Allein sein Vertrag mit dem japanischen Sportkleider-Produzenten Uniloq soll ihm jährlich 30 Millionen Dollar einbringen.

Das Total seiner Deals garantiert im pro Jahr über 100 Millionen.

Dazu kommt das von ihm geschaffene Turnier um den Laver-Cup, bei dem er Besitzer und Gallions-Figur in Personalunion ist.

Mit anderen Worten: Roger Federer wird vielleicht nie mehr Wimbledon gewinnen. Aber er ist zu intelligent, um sich vorschnell zum Rücktritt drängen zu lassen.

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11 Kommentare zu “Roger Federer muss sich einer weiteren Knie-OP unterziehen. Trotzdem tritt er nicht zurück. Denn als Geschäftsmann ist er nach wie vor die Nummer 1”

  • Rolf Bolliger sagt:

    Man kann über den gefährlichen Motorradrennsport sicher verschiedene Meinungen haben: Wenn aber jetzt der Erfolgsrennfahrer Tom Lüthi als 35-jähriger Spitzensportler zurücktritt, müsste das einem 40-jährigen Roger Federer doch zu denken geben! Federer mit seinen Dutzenden von Millionen Einnahmen pro Jahr scheint der Spitzensport nicht ernst zu nehmen, sondern nur die vielen "Cholen" die er anhäuft! Seine bisherige Sympathie bei vielen Sportbegeisterten schwindet markant unter seiner Geldgier!

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Trotz allem ist es bewundernswert, dass Federer nochmals die ganzen Strapazen und das kräftezehrende Comeback nach der Operation auf sich nimmt. Dies, obwohl der letzte Comebackversuch alles andere als glorios war. Er wurde von teils unbekannten Spielern bezwungen. Offenbar liebt er das Tennis so sehr, dass es ihm nichts ausmacht, nur noch ein Schatten des Federers in seiner Höchstform zu sein. Hoffentlich endet es nicht wie bei Del Potro mit seinem endlosen Leidensweg oder wie bei Murray.

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  • Rote Pille sagt:

    Domina Mirka bestraft ihn doch, wenn er jetzt aufgibt. Unser nette und brave Rogi wird uns darum noch etwas erhalten bleiben und der alternden Fan-Base noch ein paar Matches bieten (müssen). Ich bin aber eher Djokovic Seniors Meinung und finde, dass Rogi jetzt den Tennisschläger mit ein paar Skiern tauschen und seine Rente genissen sollte.

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  • T sagt:

    Meine Nachbarin musste sich dieses Jahr auch Ihr Knie operieren lassen.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Wer zum Beispiel das Jahreseinkommen von 900000 Franken eines SBB-CEO von 30000 Mitarbeiter(innen) mit dem Einkommen eines Spitzensportlers (wie Federer mit über 100 Millionen) vergleicht und sich darüber empört, hat bei den Linksideologen keine Chance, nur angehört zu werden! Darüber gibt es keine Diskussion! Punkt! Roger Federer ist ein sympathischer Sportler. Aber auch ein cleverer Geschäftsmann, die ja sonst bei den rot/grünen Umverteilern alle als "Abzocker" verurteilt werden!

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    • Stefan Mueller sagt:

      Ja aber auch da ist mal genug...!
      Als langjähriger Federer-Fan ist es für mich/uns nur noch abstossend, dessen Grind alle paar Minuten irgendwo zu sehen!
      Gopfertelli....1000 Milliönchen....reicht das dem denn noch immer nicht?!?

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      • Realistin sagt:

        Ev. Gehts ja gar nicht unbedingt nur ums Geld?

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        • Stefan Mueller sagt:

          Klar, bloss 250 Milliönchen pro Erben ist schon knapp!
          Nein, als Unternehmer soll der mal endlich klare Position beziehen.
          Und nicht wie bei vielen seiner Matchbälle beweisen, dass hier die Kaltblütigkeit, dort die Entschlossenheit, gar die Überzeugung, der absolute Wille, das Feeling oder Timing fehlt!
          Schäbig, dass der sich dafür auch noch über Jahre ein Top-Ten-Plätzchen reservieren konnte, so Quasi wenn es mit den Schritt in die Unternehmerwelt nicht klappt mach ich auf Erbarmen und humple!

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  • VP-Falger sagt:

    Spitzensportler, welche den Mut um nicht zu sagen die Grösse haben, auf ihrem Zenith abzutreten sind selten. Den Geldhahn bis zum letzten Tropfen ausschöpfen, ist offenbar eine enorm starke Treibfeder. Mit seinem Einkommen hätte er längst die Kurve kriegen müssen.

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