08. Januar 2021
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Pierre Heumann

Saudi Arabien und Katar an einem Tisch: Donald Trumps neuer Naher Osten

Während US-Präsident Donald Trump zu Hause die grösste Niederlage seines Lebens nicht mehr abwenden kann, gelingt ihm am Persischen Golf ein weiterer aussenpolitischer Sieg. Saudi Arabien und drei weitere einflussreiche Golfstaaten reichten am Dienstag dem Herrscher von Katar die Hand. Sie beendeten damit die Blockade, die das kleine aber reiche Emirat seit Juni 2017 isoliert hatte.

Für die Versöhnung der Nachbarn hatte sich Trumps Schwiegersohn Jared Kushner eingesetzt. Nicht ohne Hintergedanken, wie man annehmen darf. Die Wiederaufnahme Katars in den Club der Golfländer reiht sich in die jüngste Entwicklung einer Reihe von Nahost-Vereinbarungen ein, die von Washington vorangetrieben werden, um für eine einheitliche Front gegen den Iran zu sorgen. Dazu gehören auch die Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain.

Jetzt ist der Weg frei für den letzten diplomatischen Triumph Trumps, der den Nahen Osten verändert hat wie kein amerikanischer Präsident zuvor. Die Renaissance der Beziehungen zwischen Katar und den Nachbarstaaten schafft ein solides Fundament für eine Anerkennung Israels durch Saudi Arabien. Damit würde die Sicherheitsarchitektur der Region auf den Kopf gestellt. Zu Ungunsten des Iran.

Hinter den Kulissen findet längst eine Kooperation zwischen Israeli und Saudis statt. So traf sich im November Premier Benjamin Netanjahu in Saudi Arabien mit Kronprinz Mohammed bin Salman. Auch wenn das Meeting geheim war: Es war ein wichtiger Schritt in Richtung Normalisierung der Beziehungen.

Es wäre keine grosse Überraschung, sollten der saudische Kronprinz und Netanjahu ihr neues Verhältnis vor dem 20. Januar, dem letzten Tag Trumps im Weissen Haus, öffentlich besiegeln.

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