23. Februar 2021
Christoph Mörgeli

Schlagzeilen über bedrohte Politiker sind Eselsgeschrei

In diesen Pandemiezeiten häufen sich Zeitungsartikel, in denen Politiker den Journalisten ins Gilet-Täschchen heulen, wie schrecklich bedroht sie seien. Die Bundesräte seien wegen ihren Covid-Massnahmen bedroht, lesen wir. Allen voran der bedauernswerte Gesundheitsminister Alain Berset. Aber auch andere Politikerinnen und Politiker würden bedroht. Und zitiert werden dann jene, die eitel und weinerlich genug sind, sich wortreich über einzelne Zuschriften zu beklagen.

Entweder haben diese Suhler im Opferstatus wirklich keine Ahnung, wie ein Politiker mit Drohungen umgeht. Oder aber sie wollen bewusst keine Ahnung haben. Denn jammern ist schöner als handeln. Tatsache ist, dass jeder Politiker, der sich was traut und einigermassen Profil zeigt, mit Drohungen konfrontiert ist. Stehe er links oder rechts.

Weil die Profilierten aber Format haben, machen sie Drohungen nie, aber auch gar nie zum öffentlichen Thema. Weil das nur Nachahmer animiert. Sie werfen die als ungefährlich beurteilten Drohungen in den Papierkorb. Und sie übergeben die tatsächlich ernst zu nehmenden Drohungen der Polizei. Meistens aber gilt noch immer die mittelalterliche Devise: «Drohlärm ist Eselsgeschrei.»

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10 Kommentare zu “Schlagzeilen über bedrohte Politiker sind Eselsgeschrei”

  • holsderkuckuk sagt:

    Es ist sinnlos einen oder mehrere Politiker zu bedrohen oder umzubringen, nicht nur weil es verboten ist sondern auch weil nichts besseres nachkommt. Die rot-grünen Berufspolitiker habe die Institutionen usurpiert und betreiben ihre Geschäfte mit anderen Mitteln, nämlich mit den Mitteln der Politik. Da kann man anordnen und verbieten.Diese selbsternannten Retter der Welt fressen sich an den Zwangsabgaben, die der schweigenden Mehrheit ohne erkennbaren Nutzen auferlegt werden, toll und voll.

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  • ulrich vogt sagt:

    Im Gegensatz zum Mainstream der Weltwoche denke ich, dass Politiker keine besonders abgehärteten Leute sind, auch wenn Sie es vorgeben. Beste Beispiele sind die Herren Blocher und Mörgeli. Sie sind über ihre politischen Niederlagen bis heute nicht hinweggekommen und teilen aus, wenn immer sich dazu Gelegenheit bietet.

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  • danke sagt:

    Je stärker Menschen ihrer Freiheit beraubt und Diktaturen und faschistischen Regims ausgesetzt sind, desto grösser ist die Bedrohungslage für jene, welche zu vorderst am Rad der Unterdrückung drehen. Ist eigentlich logisch.
    Die einen werden im eigenen Land ein- und von der Gesellschaft ausgeschlossen und die anderen sichern sich ihr Leben indem sie von einem Heer bewaffneter Polizisten und Bodyguards auf Schritt und Tritt begleitet werden.
    Gute alte Freiheit – wo bist Du geblieben?

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  • winner16 sagt:

    Grundsätzlich stimme ich dem Artikel zu.
    Für mich ist es in dieser Corona-Hysterie aber wirklich nur eine Frage der Zeit, bis einer, der alles verloren hat, durchdreht!

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    • danke sagt:

      Man darf sich durchaus auch fragen, wieviele Juden, bzw. deren Nachkommen heute noch leben würden und welche Wende der 2. Weltkrieg genommen hätte, wäre eines der Hitler-Attentate erfolgreich gewesen.
      Kriege, Bürgerkriege, Unruhen und Revolten anzetteln um vor dem eigenen Versagen abzulenken und um sich die Legitimation geben zu können, gegen das eigene Volk (nicht gegen ein harmloses Virus) in den Krieg ziehen zu dürfen, ist abscheulich und sowas von verwerflich. Bürger bleibt friedlich!

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  • Tenor sagt:

    Sagt einer, der es wissen muss (dies hier aber nicht an die grosse Glocke hängt)!

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