01. April 2021
Wolfgang Koydl

Schluss mit Getuschel im Kopiererraum: Bei Axel Springer sollen Büroflirts künftig gemeldet werden

Es gibt ihn so lange, wie Menschen miteinander arbeiten: den Flirt am Arbeitsplatz. Schon in Mesopotamien dürften sich Männlein und Weiblein in die Gerstenfelder geschlagen haben – zum Gaudium der klatschsüchtigen Kollegen.

Beim Axel-Springer-Verlag (Bild, Welt) soll es mit dem Getuschel bald vorbei sein. Das Unternehmen prüft, ob «romantische wie auch sexuelle Beziehungen ... verpflichtend» gemeldet werden sollen. Man wolle «Gefühle nicht verbieten, zugleich aber transparent damit umgehen».

Auslöser der Überlegungen war eine Untersuchung von Bild-Chefredaktor Julian Reichelt wegen «Machtmissbrauchs» gegenüber Frauen. Reichelt wurde von den Vorwürfen entlastet.

Die neue Regel wirft Fragen auf: Wer meldet das Gspusi? Die Betroffenen? Die Kollegen? Wem wird es gemeldet? Der Personalabteilung? Dem Chef? Schwarzes Brett? Was, wenn der Chef eine Liaison hat? Reicht eine Meldung oder braucht es Fortschrittsberichte? Oder wird gar das «Paar des Monats» gekürt?

Sicher ist nur: Der Tratsch wird aufblühen. Ebenso sicher: Dies ist kein Aprilscherz.

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8 Kommentare zu “Schluss mit Getuschel im Kopiererraum: Bei Axel Springer sollen Büroflirts künftig gemeldet werden”

  • Mens Sana sagt:

    😂😂😂😂😂👍👍👍👍

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  • Luther sagt:

    «Reicht eine Meldung oder braucht es Fortschrittsberichte? » Made my day.

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  • Edmo sagt:

    Bespitzeln und denunzieren sind wieder hochwohllöbliche Tugenden. Die Moralpolizei ist allgegenwärtig. Es verwundert nicht, dass gerade die Medienunternehmen nun auch beim Flirt von Mitarbeitern die volle Strenge der Totalüberwachung planen. Diese Unternehmen sind ja auch die Steigbügelhalter für die im Aufbau befindlichen Diktaturen in unseren Breitengraden. Es passt doch einfach alles wunderbar zusammen und gibt ein farbiges Bild der Hölle, die für uns gerade eingerichtet wird.

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  • Florence sagt:

    Da ist sie wieder, dieAufforderung zum Denunzieren! Ganz im Sinne der DDRkultur.

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    • Mens Sana sagt:

      In der "ehemaligen" DDR gan's die Organisation " Guck und Horch". Wir bewegen uns sogleich wieder darauf zu. Einkaufszentren haben sogenannte "Maskenprüfer" im Programm die sich in den jeweiligen Lokalitäten aufhalten um allfällige "Versäumnisse" wie, die Maske unter der Nase tragen, und/oder sich zu leichtsinnigerweise getrauen etwas zu essen oder trinken, um den "verirrten Maskensünder" verbal wieder auf die richtige Spur zu bringen. STASI 2.0..

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  • Mueller sagt:

    Da gibt es nur noch eine Lösung, indem man die Geschlechter rigoros trennt. So wie früher, als es Trennung von Männlein und Weiblein in den Schwimmbädern gab. In gewisden Schulen waren nur Knaben oder nur Mädchen! In der Armee nur Männer!

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