08. Juni 2021
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Thomas Renggli

Schluss mit UKW: Der Bund will ein neues Radiozeitalter erzwingen. Den meisten Schweizern droht das grosse Funkloch. Das ist absurd

Man muss mit Roger Schawinski nicht zwingend gleicher Meinung sein. Aber in seinem Kampf gegen die Abschaltung des Radiosignals UKW (zugunsten von DAB+) liegt der Medienpionier richtig.

Die SRG will ihre UKW-Sender bereits im August 2022 abdrehen. Geht es nach dem Willen von Bakom und SRG, herrscht auf den UKW-Frequenzen spätestens ab Januar 2023 die umfassende Funkstille.

Das hätte einen riesigen Berg an Elektroschrott zur Folge. Allein in den Haushalten werden momentan rund 10 Millionen Geräte genutzt, die zu Sondermüll degradiert würden.

Auch auf den Strassen droht die grosse Stille. Von den 4,8 Millionen Fahrzeugen in der Schweiz haben 2,8 Millionen noch keinen DAB+-Anschluss. Sie könnten nicht einmal mehr die Verkehrsmeldungen empfangen.

Bedingungslos freuen würde sich dagegen der Elektrohandel. Mit dem behördlich diktierten Umstieg auf das digitale Radio könnte er auf einen Schlag Millionen von Geräten verkaufen.

Bezüglich Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung wäre das UKW-Ende ein fatales Signal. Der gesunde Menschenverstand bliebe im permanenten Funkloch stecken.

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12 Kommentare zu “Schluss mit UKW: Der Bund will ein neues Radiozeitalter erzwingen. Den meisten Schweizern droht das grosse Funkloch. Das ist absurd”

  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Die Wahrheit ist, ich bekomme nur alle sechs Wochen eine halbe Stunde Radio verpasst, nämlich, wenn ich bei meinen Eltern zu Mittag esse und sie die Nachrichten auf Radio DRS hören. Das ganze ist von einer nicht zu überbietenden Bedeutungslosigkeit. Bei Radio DRS entscheiden vier linke Weiber, was die Schweizer wissen dürfen und was nicht. -- Ich verstehe folglich den Aufstand nicht.

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  • Santenbergler sagt:

    "Der Bund will . . . . erzwingen" ist so unverbindlich, dass sich niemand angesprochen, geschweige denn für diesen Bockmist verantwortlich fühlt. Kein Mitglied der Landesregierung - schon gar nicht die Medienministerin - ist sich der vollen Tragweite dieses hirnrissigen Beschlusses bewusst. Höchst bedenklich, dass sie sich allesamt von ihren teuren BeraterInnen - insbesondere dem Staat im Staat SRG - beeinflussen lassen und den Humbug auch noch durchwinken.

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  • Max Widmer sagt:

    Bin generell gleicher Meinung, aber:

    Schade finde ich, dass

    1.) Roger erst jetzt kommt. Der Zeitrahmen war schon lange bekannt...

    2.) Roger selber nicht fähig ist, uns auf seinem Radio 1 UKW Sender per etabliertem RDS (Radio Data System) zB den Namen des Musikstückes zu verraten. Die meisten anderen Privatsender kriegen das auch hin...

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  • Marlisa Schmid sagt:

    DAB ist ein Rückschritt ins letzte Jahrtausend. Diese lachhaften DAB-Empfänger erinnern mich an mein erstes Transistorradio, bei dem man stets die Antennen nach dem optimalen Empfang ausrichten mussten. Nicht anders mit meinem DAB-Schrottradio in Samaden. Obwohl es in Sichtweite ob St. Moritz einen Sendeturm gibt, fiel oftmals der Empfang aus, es kroste und knatterte und die Qualität war miserabel. Diese Staatsdiktatur breitet sich allmählich auf alle Lebensbereiche aus. Mehr Mist geht nicht!

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  • Peter Rossa sagt:

    Die Entsorgung dieses ganzen Berges von Elektroschrott scheint die Umwelt-Freaks nicht zu stören ...

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  • olive sagt:

    Soviel zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Bigotterie, wohin man schaut.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Teil :
    Exorbitante Kosten für Umbau von UKW auf DAB+:Lapidar und in wirklich völliger Unkenntnis der Sachlage argumentierte kürzlich ein Vertreter vom BAKOM im TeleZüri-Talk wonach der Umtausch/Umbau im Fahrzeug für ein paar Fränkli zu bewerkstelligen sei. Das ist nun wirklich völliger Unsinn. In ganz wenigen Fällen mag dies zutreffen. Dass der Vertreter vom BAKOM wirklich keine Ahnung hat, was der Umbau von UKW auf DAB+ kosten kann, zeigt mein folgendes Beispiel im Teil2.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Teil 2:
    Mercedes SL 350 JG 2006. Kostenvoranschlag der Mercedes Garage liegt mit über Fr. 2‘000.- vor. Die Antenne in der Frontscheibe kann nicht mehr gebraucht werden. Ein total störender Kasten muss zudem an die Frontscheibe montiert werden zusammen mit dem Umbau entstehen also exorbitante Kosten, welche einen Umbau niemals rechtfertigen und so wird es noch vielen gehen.
    Hier scheinen mir wirklich Dilettanten vom BAKOM am Werk zu sein, welchen es nicht um die Wahrheit geht.

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  • Abebaerg sagt:

    Ein weiteres Problem wird auch der Katastrophen-Fall wie zB ein Blackout sein. Ein UKW Radio läuft mit einer AA Batterie tagelang. Bei DAB+ höchstens ein paar Stunden. Das Gleichwellennetz von DAB+ braucht eine äusserst genaue Zeit-Synchronisierung zwischen den Sendemasten. Funktioniert diese Verteilung noch bei einem Blackout? Und was passiert überhaupt mit den jetzigen UKW Notsendern? Klar, braucht es ja alles nicht mehr, dafür haben wir ja jetzt eine App...

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    • D.Z. sagt:

      Sie sind mir zuvorgekommen: DAB+ ist im Krisenfall nicht sehr nützlich, wegen der höheren Komplexität wie auch geringeren Reichweite. Auch soll DAB+ ja nur eine Übergangstechnologie sein, bis man zu Streaming via 5G wechselt. Im Regelbetrieb ist das ja alles schön und gut, aber bei einem längeren Stromausfall oder grösseren Cyberattacke ist schnell fertig lustig… und die UKW-Empfänger haben bis dann alle entsorgt, da nützt der Notsender dann auch nicht mehr viel.

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  • VP-Falger sagt:

    Nicht nur Staatsfirmen-Diktatur. Schauen Sie mal, was Banken und Kreditkartenunternehmen den Bürgern mit ihren Apps aufzwingen und totale Überwachung vorantreiben. Die Unverschämtheit, dass Twitter und Facebook den Präsidenten der USA einfach ohne Gerichtsbeschluss canceln konnten, zeigt die Verlotterung der Gerichtsbarkeit und die Machtergreifung von Multis aufs Eindrücklichste. Banken lassen die Kunden die Arbeit tun und erhöhen, wie UBS, die Spesen ins wucherverdächtige mit Bankkartengebühr.

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  • Edmo sagt:

    DAB ist lupenreine Planwirtschaft. Was kümmert es die SRG oder den Bund, wenn Millionen Tonnen Elektroschrott per Dekret entstehen? Was kümmert es die SRG oder den Bund, wenn fast die Hälfte aller Fahrzeuge kein funktionierendes Radio mehr haben? So geht staatliche Wirtschaftsförderung. Immer schön am Bedarf vorbei planen und agieren. Es ist wie bei der Corona-Impfung. Kein Zwang, aber wer nicht 'freiwillig' spurt bleibt auf der Strecke.

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