09. Juli 2021
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Beat Gygi

Schreien für Subventionen: Wie sich die Gebäude-Techniker an die Klima-Aktivistinnen heranmachen

Drei Werber erzählen im Tages-Anzeiger, «wie sie aus dem Zeitgeist Kampagnen machen».

Für die Modemarke Tally Weijl macht man Werbung mit jungen Frauen von politisch korrekter Erscheinung, die Rosen anzünden und öffentliche Telefonzellen beschädigen. Soll selbstbewusst sein. Der Werber sagt, er spüre seine gesellschaftliche Verantwortung.

Der Kracher ist aber der Spot des Branchenverbands Gebäudetechnik Suissetec. Die Akteure: eine demonstrierende Klimajugendliche und ein junger Gebäudetechniker.

Die Aktivistin hält auf der Demo ihr Protestplakat in die Höhe, dann wechselt das Bild zum jungen Typ, der auf dem Bau ein Solarpanel zum Montieren hochhebt.

Der Werber Fabio Emch sagt dazu, die Konsumentin von heute sei viel anspruchsvoller als früher. «Sie will eine glaubhafte Verbindung von Werbung und Inhalt, verlangt nach Informationen.»

Die gibt es. Die Rollenverteilung ist so, dass die Frau Plakate malt und schreit und der Mann schraubt, misst und baut. Muss Zeitgeist sein, denn der Werber habe sich vorher mit Greenpeace und Klimajugendlichen ausgetauscht. «Wir wollten glaubwürdig sein und haben deshalb ihre Meinung eingeholt. Sie fanden unser Konzept gut.»

Stimmt, es ist elektrisierend, wie gut der Spot die Realität trifft: Hier die Aktivistin, die für Massnahmen gegen den Klimawandel protestiert, da der Monteur, der Hilfe verspricht.

Gemeinsam für mehr Staat. Je lauter das Schreien nach Klimaschutz, desto mehr Subventionen gibt es für die Gebäudetechnik.

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4 Kommentare zu “Schreien für Subventionen: Wie sich die Gebäude-Techniker an die Klima-Aktivistinnen heranmachen”

  • Rolf Bolliger sagt:

    Ich war vor drei Jahren auf einer Busreise nach Würzburg, Beim durchfahren der vielen Landgemeinden stellte ich fest, dass praktisch auf allen Dächern Solarflächen montiert waren, Abends sass ein deutscher KMU-Betreiber am Stammtisch unseres Schlafhotels. Als ich den Schreinermeister lobte, dass in Deutschland offensichtlich überall erneuerbare Energieanlagen gebaut werden, kam der Schreiner in laute Fahrt: " Nur, weil der Staat Milliarden an Subventionen auszahlte! Jetzt bleiben die Schulden"!

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    • oazu sagt:

      Diese "Schulden" werden von Stromkunden üppig vergütet. Mit 20-Jahr Fixpreis, bedingungslose Abnahme des Solarstroms betragen Rückvergütungen im Mittel heute noch ca 27 €cts/kWh, aus EEG-Abgaben von 7 €cts/kWh auf allen Verbrauchsstrom gespiesen werden, neuerdings noch 3 €cts/kWh aus Steuern dazu. Will heissen: Verbraucher zahlt rund 10 €cts/kWh mit Strom- und Steuerrechnung, so dass Solarbetreiber 27 €cts/kWh für amortisierte Anlage einstreichen, für Strom, der unter 4 €cts/kWh wert ist.

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  • Bischi49 sagt:

    Kann man von Werbung mehr erwarten? Einschleimen um Verkaufszahlen zu erhöhen gehört doch dort um Business. Wohlverstanden, als Begründung natürlich mit dem entsprechenden intellektuell tönenden Brimborium versehen.

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  • eduardkeller sagt:

    Unmoralische Geschäfte machen mit der kriminellen Organisation Greenpeace. Erstaunlich!

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