13. Oktober 2021
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Alex Baur

Schriftstellerin Sibylle Berg unterstützt den Kampf gegen die Zertifikats-Pflicht. Was sie macht, ist überfällig und richtig!

Die angesagte linke Schriftstellerin Sibylle Berg unterstützt den Kampf gegen die Zertifikats-Pflicht.

Nicht weil sie gegen das Impfen wäre oder Corona verharmlost, im Gegenteil. Berg opponiert gegen die Überwachung und die Ausgrenzung eines Teils der Gesellschaft.

Das Aufmucken der Genossen Kulturschaffenden war absehbar. Doch es wirkte diffus, ja hilflos.

«Oh je, Sibylle», stöhnte Mike Müller auf Twitter. «Echt jetzt, Sibylle», klönte sein Komiker-Kollege Patrik Frey, «Du weisst schon, mit wem du dich da ins Lotterbett legst.»

Und Schriftsteller Thomas Meyer klagt: «Dank des Covid-Zertifikats können kulturelle Veranstaltungen endlich wieder fest programmiert werden.» Viktor Giacobbo flötet ins gleiche Horn.

Die Ankündigung erwischte das Juste Milieu offenbar auf dem falschen Fuss.

Dabei ist Sibylle Berg nur konsequent: Schon im Juni mobilisierte sie gegen das Polizeigesetz – erfolgreich, notabene, an der Seite der Verfassungsfreunde, ohne die das Referendum gar nicht zustande gekommen wäre.

Wie immer man zur Volks-Zertifizierung steht: Es geht hier um Grundfragen des Zusammenlebens und der individuellen Rechte, die jeden Intellektuellen zu Höchstleistungen anspornen müssten.

Doch von einer Kontroverse ist nichts zu spüren – nada, nicht einmal ein laues Windchen. Die Samurais des geistigen Kräftemessens gehen in Deckung und hoffen auf noch mehr Staatsgeld.

Die Corona-Krise hat viele Schwächen unserer Gesellschaft zur Kenntlichkeit entstellt. Die Verwahrlosung der Kulturszene gehört in diese Kategorie.

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39 Kommentare zu “Schriftstellerin Sibylle Berg unterstützt den Kampf gegen die Zertifikats-Pflicht. Was sie macht, ist überfällig und richtig!”

  • Urszh sagt:

    Wieder einmal haben sich die Linksaussen und die Rechtsaussen gefunden, um die vernünftigen Kräfte der Mitte zu sabotieren.

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  • hape sagt:

    Das ganze Pseudo-Künstlerpack (allen voran die vom SRF ernährten Giaccobo, Müller und andere) gehört boykottiert.
    Erstens sind die nicht lustig, zweitens nicht einfallsreich und drittens hängen die am Staatstropf.

    Da lobe ich mir den (wahrscheinlich nichtsubentionierten) Marco Rima. Und wenn er doch subventioniert ist, hat er wenigsten Eier in der Hose...

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  • simba63 sagt:

    Aus wirtschaftlichen Gründen müssen die sogenannten "Künstler" natürlich mit der Meute heulen. Das ist insofern verständlich. Das heisst andererseits aber nicht, dass sie unbedingt mit grosser Intelligenz ausgestattet sind, was sie auch immer wieder mal mit ihren Aufführungen beweisen!

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    • simba63 sagt:

      Betr. Intelligenz: Wie ich gesehen habe, machen sie jetzt Werbung für das Referendum mit einem Flyer: "Wieder Kultur für ALLE, Ja"
      Für alle, schön, dann sind ja die Ungeimpften eingeschlossen und können die Vorführungen der Subventions-Schmarotzer auch "geniessen". Wie deppert muss man sein!

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      • magichamlet sagt:

        Kultur ist alles was subventioniert wird, darum gibt es auch immer mehr Zwangsabgaben (Netflix). Dort wo der Markt herrscht und die Leute gerne zahlen, das ist dann keine Kultur? Kultur ist eine Art subventionierter Namensfetischismus.

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  • Alpenfurz sagt:

    Die Verfassungsfreunde haben mehr als 20'000 zahlende Mitglieder und sind damit schon mehr als doppelt so gross, wie die Grüne Partei Schweiz. Es wird 2023 politisch kein Stein auf dem anderen bleiben.

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    • Eulenlaender sagt:

      Die GSoA hat 25'000 Mitglieder und in den Jahrzehnten ihres Bestehens gerade mal ein Gesetz gekippt. Aber sie erzeugen massenhaft Anti-Armee-Merchandising-Produkte, die man sehr gut gebrauchen kann (z.B. Kugelschreiber, Feuerzeuge und Kühlschrankmagnete). Bisher haben die FdV lediglich erreicht, dass zwei umstrittene Gesetze die Gelegenheit erhielten, bei einer Abstimmung demokratisch legitimiert zu werden. Wie auch jetzt in Deutschland werden hier 2023 bloss ein paar Steinchen verschoben.

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      • Alpenfurz sagt:

        Die Grünen sind aber mit halb so vielen Mitgliedern im Parlament vertreten. Und die Verfassungsfreunde sind ein Gefäss für sonst apolitische Menschen, die für ihre Freiheit kämpfen. Ich glaube nicht dass, dies vergleichbar ist mit der GSoA. Ich werde jedenfalls nicht mehr für eine etablierte Partei stimmen können, auch nicht die SVP.

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  • Christian Weber sagt:

    Müll Miker stöhnt, Komischkollege Frey klöhnt,.. Wenn sich solch blitzgescheiten Leute empören, muss es schon ganz schlimm sein.

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  • Klartext sagt:

    Früher waren Künstler gegen den autoritären Staat. Das hat sich gewaltig geändert, nicht wahr, Giacobbo und Müller? Aus Rebellen wurden Opportunisten. Frau Berg hat noch ein Rückgrat, meine Herren!

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    • Alpenfurz sagt:

      Stimmt leider, habe in den letzten Jahren immer mehr faschistoide, totalitäre Züge bei den Linken festgestellt.

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    • Randy sagt:

      Müller und Konsorten schaffen es mit Hilfe SRF aus 5000 friedlichen Demonstranten die vielleicht 10 herauszufiltern die dem rechtsextremen Kreis angehören -selber wsren die nie bei einer solchen Demo plsppern ihrem Geldgeber alles nach. Das Lotterbett welches sie sich darsuf beziehen gehört schon eher nach links!

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    • holsderkuckuk sagt:

      Lieber Klartext, leider muss klargestellt werden, dass Künstler und die Kult( e) ur-Schaffende von Papa Staat, sprich König Berset mit Gefolge, vor dem Hungertod bewahrt werden. Die Verwöhnung der Künstler ist das soziale Attribut der sich so sozial fühlenden SP Gesellen. Sollten sie einen weiteren sozialen Effekt bei der SP benennen können bitte ich um Nachricht. Sich selbst bereichern betreiben sie stets, aber diesen Einwand lasse ich nicht gelten. Ansonsten treiben sie nur Verkehrtpolitik.

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      • magichamlet sagt:

        Sozial ist, Menschen aus anderen Kulturkreisen die sich nicht ernähren können, in der Schweiz zu begrüssen und diejenigen die sich ein Haus leisten können, zu diskriminieren. Irgendwann kann niemand mehr die Rechnung begleichen.

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  • ToWa sagt:

    Es ist immer die gleiche Handvoll unterbeschäftigter Links-Bünzlis, hier Kulturschaffende genannt, die sich wie auf Knopfdruck zu Wort meldet, wenn irgendwo gegen Träger einer falschen Haltung vorgegangen werden muss. Auf diese Truppe ist Verlass.

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  • mikueder sagt:

    Diese linken Heuchler! Menschen zertifizieren und klassifizieren? Kein Problem für die? Aber "Mohrenköpfe" müssen aus dem Supermarktregal verschwinden, weil angeblich "rassistisch"... Ich weiss schon warum ich nie ein Linker wurde... Übrigens, wenn es um die Wurst geht, scheinen immer die Konservativen auf der Seite der Unterdrückten zu stehen. So auch im Amerikanischen Bürgerkrieg. Welche Partei war für die Sklavenbefreiung? Demokraten oder Republikaner?

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Das Motto der Linken und der linken "Kulturschaffenden" ist ziemlich einfältig: "Alle gegen die SVP!" Die Welt darf vor die Hunde gehen. Ist egal. Hauptsache, es ist gegen die SVP. Sybille Berg ist Überzeugungstäterin. Ich bin zwar meistens nicht einverstanden mit der Berg. Aber wenigstens glaubt sie selber an das was sie sagt. Dies im Unterschied zu den gekauften Kulturbeamten.

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  • stevenswiss sagt:

    Ansonsten von der Schweizer Schriftstellerzunft kein Wort zur monatelangen Schliessung der Buchhandlungen (für die Obrigkeit nicht wichtige Geschäfte, deren Kundschaft damit zu Amazon getrieben wird) und die besonders skandalöse Zertifikatspflicht für Bibliotheken. Obrigkeitshörig, elitär und abgehoben - die Bichsels, Hartmanns u.a.

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  • gpeter sagt:

    Frey, Müller, Giacobbo sind für mich durch. Nur noch Dummschwätzer und weder lustig noch humorvoll. Keine Ahnung von Demokratie. Selbstgefällig auf dem absteigenden Ast. Nehmt euch ein Beispiel an Marco Rima.

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  • olive sagt:

    Wenigstens eine, die das gefährliche Spiel durchschaut. Die anderen Kunstschaffenden sind offenbar alle auf Linie .

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  • Bischi49 sagt:

    Bravo Frau Berg! Wenn der im linken Juste-Milieu verordnete Kulturkuchen aufheult, haben sie sowieso alles richtig gemacht. Frage die bleibt: Was haben diese „Kulturschaffenden“ mit Kultur zu tun, wenn sie bereits bei der Diskussionskultur versagen?

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    • Angy Scheiwiler sagt:

      Jawohl, Frau Berg gehört meine Anerkennung! Sie thematisiert die so gefährliche Spaltung der Gesellschaft, die mit der durch nichts zu rechtfertigenden Zertifikatspflicht verbunden ist. Chapeau!

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    • holsderkuckuk sagt:

      Die Kritiker von Frau Berg betreiben richtig Kultur, Verzehrskultur, man muss die Häppchen von Vater Staat verzehren. Wer will schon Diskussionskultur? Kann man die verzehren. Wir sind wie andere Süchtige, der Staat muss unsere Süchte stillen sonst machen wir keine Kultur mehr, etwas anderes können wir nicht.

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  • Angy Scheiwiler sagt:

    Flügellahm

    «Du weisst schon, mit wem du dich da ins Lotterbett legst.» Wie entlarvend dieser Satz von Patrik Frey: unfreiwillig komisch. Von Giaccobo und Co., unseren "intellektuellen Speerspitzen", tönt's ähnlich. Erbärmlich. Künstler zu sein, ist mittlerweile zum reinen Brotberuf verkommen. Sie haben uns nichts mehr zu vermitteln, weil sie längst dem Staat, dem Establishment verpflichtet sind. An Widerstand nicht mehr zu denken, weil flügellahm geworden.

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  • Edmo sagt:

    Sie sagen es, Herr Baur, die Kulturszene gibt ein trauriges Bild ab. Wie die Medien, hängen auch die meisten Kulturschaffenden am Tropf des Staates. Seit Corona ist der direkte Einfluss der Diktatur auf die Künstler extrem gewachsen. Sie haben grossmehrheitlich Berufsverbote erlebt. Mit dem Zertifikat kann der Kulturbetrieb wieder anlaufen. Das genügt den meisten Künstlern, um sich extrem dankbar und staatstreu zu zeigen. Die Schlacht auf dem Kulturfeld hat die Diktatur gewonnen.

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    • Zappa69 sagt:

      Nun, ich glaube das greift etwas zu kurz
      Die „Künstler“ (ein Begriff, den man in der CH eigentlich nur für eine Handvoll benützen darf, da das Niveau doch unfassbar tief ist) sind ganz einfach wohlstandsverwahrloste, linksextreme Betonkopf-Stalinisten..

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  • VP-Falger sagt:

    Zertifikatspflicht: Seit der Fichen-Affäre die undemokratiste Volksverhetzung seit dem 2. Weltkrieg! Damals herrschte echtes Kriegsrecht. Heute herrscht moralisches Kriegsrecht gegen die Mehrheit des Volkes. Wer sich nur wegen Ferien und Restaurantbesuch etc. impfen liess und lässt ist Teil unseres verweichlichten und obrigkeitshörigen sowie deren Hirnwäsche erliegenen Voles. Eines Volkes, dem die DIREKTE DEMOKRATIE von unseren Urvätern erkämpft und geschenkt wurde.

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  • Andi Blauer sagt:

    Frau Berg kennt aufgrund ihrer DDR Kindheit wohin Ausgrenzung von Andersdenkenden, und Staatsdogma führen. Von den beiden „Staatsclowns“ habe ich das nicht erwartet, wer beisst den schon die Hand die einen füttert, dafür braucht es Courage, was bei Cüpli- Sozialisten nicht vorhanden ist. Thomas Meyer mit seinen jüdischen Wurzeln empfehle ich, er möge doch nochmals über darüber nachdenken welche Methoden im Nationalsozialismus angewandt wurden um aus Juden Menschen 2. Wahl zu machen.

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    • holsderkuckuk sagt:

      Was muss jemand empfinden, der die DDR erlebt hat, und nun die Hetze gegen anders Denkende bei uns oder in der, bildlich gesprochen, untergegangenen BRD, erleben muss. Die Aufrufe zur Denunzierung, die Forderung hier bei WW daily ungeimpfte Erkrankte nicht im Spital zu behandeln, wie schrecklich ist der Mensch in seinem Wahn. Frei nach Schiller.

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  • Kulti sagt:

    Nur abwarten, diese vom Teufel instrumentierte Chaos veranstaltete Dach, sprich die Wahrheit kommt ans Licht.

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