15. Dezember 2020
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Schweizer Botschafter in Berlin in geheimer Mission für Kanzlerin Merkel gegen die Schweiz

Der Schweizer Botschafter in Berlin, Paul Seger, ist bekannt für seine Selbstinszenierung und seine devote Haltung gegenüber Gastland Deutschland. Zum Wiegenfest von Bundeskanzlerin Angela Merkel liess er das Botschaftspersonal Fähnchen schwingen und singen. Aber jetzt habe er den Bogen etwas überspannt, finden viele in Bern. Der Grund ist eine Mail, in der er die Schweiz dafür kritisiert, dass sie bei der Krisenbewältigung nicht auf den Kurs von Deutschland einschwenkt. Adressat sind die Staatssekretäre Liva Leu und Mario Gattiker, sowie eine Vielzahl von Kadern der Bundesräte Ignazio Cassis, Karin Keller-Sutter, Simonetta Sommaruga und Alain Berset.

Seger schreibt, dass Deutschland auf Drängen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, die Skigebiete bis zum 10. Januar schliessen will. Kanzlerin Merkel sei von Bund und Ländern aufgefordert worden, darauf hinzuwirken, dass bis zu diesem Datum europaweit Skitourismus nicht zugelassen wird. Vorläufig richte Deutschland seinen Fokus auf Österreich. Falls eine Lösung gefunden werde, der sich die Schweiz nicht anschliesse, bestehe die Gefahr, dass die Eidgenossenschaft als Krisenprofiteur dastehe. Ein solches Image könne nicht im Interesse der Schweiz, schreibt der Diplomat.

Weiter heisst es im dem Schreiben: Ganz Deutschland reibe sich die Augen «ob den hohen Fallzahlen in der Schweiz und den als laxer wahrgenommenen Massnahmen. Dadurch werde der Eindruck vermittelt, bei uns gehe Geld vor Gesundheit». Dann wirft er der Eidgenossenschaft fehlendes Fingerspitzengefühl beim Umgang mit den Corona-Toten vor. «Die Sensibilität für Todesfälle ist in Deutschland anders als in der Schweiz. Obwohl Deutschland mit unter 18 Todesopfer pro 100 000 Einwohner weniger als halb so viele Todesfälle habe wie die Schweiz zu beklagen hat, sind diese in der politischen Debatte viel präsenter.»

Für wen arbeitet Paul Seger eigentlich?

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