18. Februar 2021
Roger Köppel

Schwergewicht mit Rasierklingenhirn: Talk-Titan Rush Limbaugh gestorben

In der Schweiz kannte man ihn kaum, in den USA war er eine Naturgewalt. Rush Limbaugh, der Radio-Titan, prägte während 30 Jahren als eine Art Einmann-Industrie den politischen Rundfunk in Amerika.

Von Präsident Reagan als Gralshüter der Konservativen gewürdigt, war Limbaugh die mächtige Stimme der Rechten, sesselfüllend, 100 Prozent US-Beef, ein intellektuelles Schwergewicht mit dem Geist einer Präzisionsrasierklinge.

Limbaugh war ein Meister der fundierten Einfachheit. Seine Waffe war die Klarheit. Und der Witz. Die Kunst, mit der er das Komplizierte verständlich machte, verschaffte ihm das wahrscheinlich grösste Millionenpublikum in der Geschichte des kommerziellen Radios.

Limbaugh war der Königsmacher der Republikaner. Präsidenten riefen in seine Sendung an. Ohne Limbaugh, der sich aus voller Überzeugung bis zuletzt hinter ihn stellte, hätte es Donald Trump wohl kaum ins Weisse Haus geschafft.

Doch «Amerikas Ankermann» beherrschte nicht nur die Worte. Er kannte sich auch mit Zahlen aus. Sein Vermögen aus Werbeeinnahmen wird auf 500 Millionen Dollar geschätzt. Niemand werde die Lücke füllen können, die Rush hinterlasse, sagen seine traurigen Kollegen.

Nach hartem Kampf erlag Rush Limbaugh, fast bis zuletzt am charakteristischen goldenen Mikrophon, dem Lungenkrebs, der bei ihm vor einem Jahr diagnostiziert worden war. Er wurde 70 Jahre alt. Seine Frau Kathryn sprach auf Rushs Kanal die bewegenden Abschiedsworte.

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