11. Oktober 2021
Florian Schwab

Schwerreiche Gewerkschaften: Unia-Präsidentin Alleva präsentiert eine nur halbe Jahresrechnung. Das Versteckspiel ums Milliarden-Vermögen geht weiter

Jetzt also doch: Unia-Präsidentin Vania Alleva hat ihre Jahresrechnung 2020 veröffentlicht.

Die Aktiven betragen 836 Millionen Franken, abzüglich Schulden bleiben 457 Millionen Reinvermögen.

Zuvor war die Gewerkschaft unter Beschuss gekommen: Bürgerliche Parlamentarier wollen die Finanzströme zwischen Unia und Staat ausleuchten. Aus gutem Grund: Mitgliederbeiträgen von 58 Millionen Franken im Jahr 2020 stehen staatlich garantierte Zuwendungen von über 80 Millionen Franken gegenüber.

Der Gewerkschafts-Konzern labt sich am Geld der Allgemeinheit. Mehr als eine Mitgliederorganisation ist er eine Art privatrechtlich organisierte Gewerkschafts-Abteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco).

Die staatliche Millionenflut hindert die Unia aber freilich nicht daran, armen Lehrlingen und alleinerziehenden Kassiererinnen happige Rechnungen zu stellen: Wer monatlich 4000 Franken verdient, zahlt 500 Franken Jahresbeitrag.

Richtig ernst ist es der Unia mit ihrer Transparenz-Offensive nicht. Ihre hunderten Immobilien stehen zu Anschaffungskosten in der Bilanz. Die Unia ist also viel reicher als sie zugeben mag. 

Und natürlich weiss Vania Alleva haargenau, wie viel es tatsächlich ist. Nur möchte sie es nicht verraten.

Daher der Vorschlag: Solange die Unia nicht alle Zahlen auf den Tisch legt, erhält sie kein Geld mehr vom Seco und der Allgemeinheit.

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16 Kommentare zu “Schwerreiche Gewerkschaften: Unia-Präsidentin Alleva präsentiert eine nur halbe Jahresrechnung. Das Versteckspiel ums Milliarden-Vermögen geht weiter”

  • Marc Dancer sagt:

    Gewerkschaften sind u. waren schon immer Teil des organisierten Bandentums. Politiker sind deren Cousins, mich ueberrascht die Pluenderung der Staatskassen durch diese Leute nicht. Wie auch immer, die "Buerger-Schafe" wollen geschoren werden, bevor sie auf die Schlachtbank gefuehrt werden. Oder?

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  • holsderkuckuk sagt:

    Die UNIA wird gar nicht durchleuchtet werden, ein paar Politiker blasen sich auf, man bildet eine Kommission, ist hoffentlich auch dabei, und alles verläuft im Sand. Die FDP und SP wollten Personenfreizügigkeit und die UNIA liess sich nicht zweimal bitten und stellte die Rechnung aus. Dass der grosse Zustrom an Arbeitskräften den Einheimischen den Lohn drückt, drückt weder die SP noch die Gewerkschaft. Die UNIA unterstützt finanziell politische Anliegen der SP, obwohl das nicht korrekt ist.

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  • holsderkuckuk sagt:

    Das viele Geld kommt aus den flankierenden Massnahmen, nicht wie SGB Boss Maillard in der WW behauptet, von den Mitgliedern, sondern von von den Firmen die, die Kontrollen der tripartiten Kommissionen bezahlen müssen. Die UNIA kassiert für jeden Mitarbeiter einer Firma, die einem allgemeinverbinliche Vertrag untersteht. Den eingeschriebenen Mitgliedern wird der Beitrag zurück bezahlt. Wer hat's erfunden? Der FDP BR Johann Amann-Schneider der diese Abzocke ermöglichte.

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  • THINK sagt:

    @Rolf Bolliger
    Seit 1970 sind doch immerhin 51 Jahre vergangen ... Wie viel Schindludereien haben in dieser doch langen Zeit die Gewerkschaften unbemerkt hinter verschlossenen Türen und in den Taschen deren Bosse angestellt? Vor allem sind die ausländischen Gewerkschaftsmitglieder ja die Milchkühe. Auch an den Streikdemos sind es vor allem die ausländischen Radaubrüder. Was kümmert es uns Eidgenossen, wenn diese Schlaumeier einander über den Tisch ziehen?

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  • Dan Bersier sagt:

    Fetter Kapitalismus im roten Mäntelchen. Ich wohne in der Stadt Zürich, da ist das Mainstream.

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  • Edmo sagt:

    Die Linken wollen zwar immer den Kapitalismus überwinden. Doch wenn sie irgendwie zu Geld kommen, werden sie selber zu den schlimmsten Kapitalisten. Sie nehmen jeden gnadenlos aus und verstecken den eigenen Raubtierkapitalismus hinter einer ganz dicken Lüge sozialistischen Geschwurbels. Mit der Heimlichtuerei lassen sich nicht nur die erzkapitalistischen Absichten, sondern auch jegliche Transparenz verbergen. Doppelter Nutzen und erst noch mit viel Steuergeld versüsst.

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    • Stefan Mueller sagt:

      Irgendwie zu Geld kommen-..hä?
      Also zum Geld der Anderen!!!
      Ganz einfach, wie seit Jahrzehnten bewährt...durch Filz-/Linksstaatsfilzsumpf-Abzocke-Schmierereien, staatlich verordnete ""Mitglieder""-Beiträge der Büezer und logo Kapitalisten-Abzocke bei Mietern und Pächtern!

      O.k. oder wie der andere Einschleicher-Secondo-Volksverhetzer Wermut, der um an die gössere SR- statt NR-Staatsabzocke zu gelangen, auch noch 300'000.- von seinen strammen nützlichen-Idioten-Volksgenossen erbettelt hatte!?

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    • holsderkuckuk sagt:

      Erinnert ihr euch an die berner NR Nellen-Kiener, natürlich SP, im Vorstand des Miterinnenverbandes als Mieterschreck, oder gegen Steueroptimierung der Amann Group Sturm laufend, aber für ihren Göttergatten einen Millionenbetrag in die Pensionskasse steuersparend einzuzahlen, ist etwas ganz anderes. Dieser Mann ist nicht ganz mittellos, er ist Besitzer oder Mitbesitzer einer Firma. Aber, etwas für nach dem Tod beiseitelegen kann nicht schaden.

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  • Bischi49 sagt:

    Da gibt’s einen treffenden Dialektausdruck: Heimlifeiss! Bis anhin war es üblich, solche Menschen mit der nötigen Verachtung zu strafen. Empörung über solches Verhalten entsteht wohl vor allem dann, wenn man besseres erwartet hätte. Bei mir ist das nicht der Fall.

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  • iuheim sagt:

    Bleiben Sie journalistisch dran, Herr Schwab!
    Vania Alleva will es in linker Tradition aussitzen (so wie die Geschichte der sexuellen Übergriffe in der Unia). Es handelt sich bei der Unia um ein klassisches sozialistisches Unternehmen, das ,ot buchhalterischem Window dressing hardcore Kapitalismus betreibt.
    Das Ausgleichs- und Arbeitslosenkassengeschäft muss der Unia weggenommen werden.

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  • Eulenlaender sagt:

    Es ist wohl schon eine Weile her, dass die politische Linke (von oben nach unten) die soziale Linke (von unten nach oben), und damit die Gewerkschaften, überrollt und eingenommen hat. Ein gutes Zeichen ist hier, dass die Gewerkschaften, auch die Unia, insgesamt Mitglieder verlieren (Stand 2018). Mein Vorschlag: Die Gewerkschaften erhalten gar kein Geld mehr vom Staat, egal wie viele Zahlen sie auf den Tisch legen. Vielleicht würde das die soziale Linke wiederbeleben.

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  • oazu sagt:

    Wo sind die anklagenden Medien, die sonst nicht müde werden, Parteifinanzierungen von Parteinen (nur ab der Mitte rechts) müssten offengelegt werden. Gleiches gilt für NGO-Finanzierungen, die zwar im angeblich öffentlichen Interesse keine Steuern zahlen, aber sich hinter Mauern verstecken dürfen, wenn gleiche Öffentlichkeit deren verschlungene Fianzierung einsehen wollte.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Als ich 1970 aus der Gewerkschaft austrat, galt und gelte ich bis heute bei den Berufskollegen als "Trittbrettfahrer" und sogar als "Verräter"! Nachdem jetzt langsam ans Licht kommt, welche Machenschaft (Wasser predigen - und selber Wein trinken!) in den Gewerkschaftsorganisationen herrscht, bin ich doch lieber ein "Trttbrettfahrer", als ein scheinheiliger Forderer oder Hassmensch gegen jeden der mehr verdient! Hoffentlich wird die UNIA jetzt auch so genau durchleuchtet wie immer bei der SVP!

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  • Stefan Mueller sagt:

    Alleva Fucinelle Wermut Molina Arschlan Badran Trede Atici etc etc. wann wachen die Gutmenschen bei den Linken und Netten auf, dass sie nur noch die nützlich Idioten von Hetzer-Einschleicher-Seconodos und deren Mafia-Gangster-Cliquen sind!?!

    Erinnert irgendwie an einen Postkartenmaler aus Österreich, dem das Michelvolk in gleicher Weise auf den Leim kroch!

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