08. September 2021
Rolf Hürzeler

Seefahrer Drake, Kriegsheld Nelson, Maler Turner – immer mehr britische Ikonen fallen. Wegen angeblicher Verbindungen zur Sklaverei

Wir wissen bereits, dass Winston Churchill ein Rassist war, der Kolonialist und Philanthrop Cecil Rhodes war ein Sklavenhalter, zwar wohlgelitten unter den meisten Einheimischen, aber trotzdem.

Diese beiden kann man als Leuchttürme der Vergangenheit getrost abhaken.

Jetzt kommt der Seefahrer Francis Drake an die Reihe, der im 16. Jahrhundert die spanische Armada vor der englischen Küste verscheuchte, Jahre früher aber als Offizier auf einem Sklavenschiff diente.

Ebenso ist Admiral Horatio Nelson in Ungnade gefallen, der England vor Napoleon verschonte. Nelson hatte im 19. Jahrhundert mit Sklaven zwar gar nichts zu tun, er soll sich aber einst abschätzig über einen Abolitionisten geäussert haben.

Drakes und Nelsons Statuen sollen nun von einem Universitätsgebäude in Südlondon verschwinden.

Auch Thomas Guye muss mutmasslich vom Sockel, er investierte im 18. Jahrhundert in die South Sea Company, die im Sklavenhandel tätig war. Guye machte ein Vermögen und begründete eines der wichtigsten Londoner Spitäler, in dem seither Tausende von Menschen gepflegt wurden.

Damit nicht genug, auch dem Maler William Turner ist nicht zu trauen: Dieser setzte sich zwar stets wortstark gegen den Sklavenhandel ein, aber er soll einmal etwas Geld in eine Farm in Jamaica investiert haben, auf der Sklaven arbeiteten.

Diesen Vorwurf brachte ausgerechnet der Direktor der Tate Britain Gallery aufs Tapet, der eben mit einer Turner-Ausstellung Kasse macht.

Die Lektion für unsere Generation: Ja, keine neuen Denkmäler errichten, unsere Nachfahren werden sie dereinst auch niederreissen – egal, wie gut wir es meinten.

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10 Kommentare zu “Seefahrer Drake, Kriegsheld Nelson, Maler Turner – immer mehr britische Ikonen fallen. Wegen angeblicher Verbindungen zur Sklaverei”

  • Rote Pille sagt:

    "Everything woke turns to shit" - Donald J. Trump

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  • Juergen sagt:

    Nelson war nicht nur Kriegsheld, sondern auch Kriegsverbrecher: Er hat die Aufständischen der Neapolitanischen Republik nachträglich hinrichten lassen, obwohl die Kapitulation schon unterzeichnet war. Als Entschuldigung wird angegeben, dass ihm die dem Königshaus nahestehende Lady Hamilton den Kopf verdreht habe. Die Folgen für den Süden Italiens sind bis heute spürbar (Mafia etc.)

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  • Edmo sagt:

    Es sind die toleranten Allesversteher, die heute mehr Bücher verbrennen, Kunst zerstören, Sprachen verbiegen und Vergangenheit auslöschen, als die übelsten Diktatoren und Sektierer der letzten hundert Jahre. Wer noch fragt, in welche Richtung wir uns bewegen, begreift einmal mehr absolut nichts.

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  • Mueller sagt:

    Wir müssen uns aufraffen und mit allen Mitteln gegen diesen Irrweg vorgehen! Meine erste Handlung war NEIN zur Ehe für ALLE!

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Und die zweite müsste sein: Keine Stimmen an die Grünen. Aus Prinzip. Natur- und Umweltschützer gibt es in allen anderen Parteien genug. Aus dieser Sicht braucht die niemand. Aus anderer Sicht erst recht nicht. Niemand braucht anarchistische Chaoten.

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  • oazu sagt:

    Die durch und durch faschistischen Antifa oder Neo-Marxisten befolgen die Lehren ihrer früheren Vordenker, wie man heutige wie damalige Gesellschaft durch Zerstörung der Idole und Symbole von innen zersetzt. In dieser Leere setzen sie politisch mediale Katastrophen-Konstrukte wie Klimawandel, oder Trumpismus ein, organisieren Chaos zur Verunsicherung und Lähmung der Gesellschaft um in deren Windschattem ihr totalitäres Regime auferstehen zu lassen.

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    • oazu sagt:

      Die hinterhältigen Anstifter dieser Antifa Neo-Marxisten sind die George Soro's dieser Welt, die über diese bestehende freiheitliche Gesellschaften zerstören wollen, die ihnen ihre Erfolge erst ermöglichte, um zu Verhindern, dass Nachfolger es noch besser als sie machen könnten und noch grössere historische Figuren werden könnten wie sie selber meinen es zu sein.

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  • Der Michel sagt:

    Kann man das ernst nehmen? Man kann nicht - aber man muss leider. Denn diese Geschichtsklitterung raubt uns unsere Vergangenheit. Ich fühle mich an die Szene in der Originalfassung der "Zeitmaschine" erinnert, als der Zeitreisende in einer Bibliothek der Eloy ein Buch aus dem Regal nehmen will - und es zu Staub zerfällt. Wir sind auf dem besten Weg, zu Eloys zu werden. Mit allen Konsequenzen.

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  • MiG-63 sagt:

    Ein zusammengewürfeltes Gespinst aus Woke, Gender, Migration, Islamogauchism, Umweltextremismus und Planetenrettung bringt systematisch Entscheider groß und klein mittels Mikroaggression in Situationen, die persönlichen Mut verlangen. Hilfe von der Politik und Presse ist nötig, um Entscheider auf allen Ebenen vor Situationen zu schützen, die individuellen Mut verlangen - Orban zeigt wie es geht (z.B. LGBTQ Gesetz).

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