07. Juni 2021
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Pierre Heumann

Setzt die Hamas in Gaza tatsächlich Menschen als Schutzschilder ein? Der Chef der Islamisten hat die Frage soeben persönlich beantwortet

Der UN-Menschenrechtsrat fordert Beweise für die israelischen Angaben, wonach die Hamas ihre Raketen und Granaten bewusst an Orten gelagert und abgefeuert habe, wo Zivilisten wohnen.

Am Wochenende hat kein Geringerer als der Vorsitzende des Politbüros der Hamas im Gazastreifen, Yayha Sinwar, den Beweis geliefert. In einer Rede vor Akademikern und Promis hat er bestätigt, dass die Hamas militärische Hauptquartiere und Installationen tatsächlich dort angesiedelt hat, wo Zivilisten leben.

Sie habe zwar damit begonnen, militärische Anlagen aus Wohngegenden, Schulen und Krankenhäusern zu entfernen, «aber es gibt nach wie vor einen Teil, der weg muss.» Zudem seien in Hochhäusern und Wohngebäuden weiterhin eine Zahl von «Angestellten» (sprich Terroristen) untergebracht.

Die Absicht hinter dem Einsatz der menschlichen Schutzschilder ist offensichtlich: Die Schuld für getötete Palästinenser soll in der Öffentlichkeit automatisch Israel angelastet werden – und nicht der unethischen Kriegsführung der Hamas.

Das zynische Kalkül der Radikal-Islamisten geht auf. Der UN-Menschenrechtsrat will untersuchen, wer «mögliche» Kriegsverbrechen begangen habe. Damit meint er nicht die Hamas, die ihre Bürger als menschliche Schutzschilder missbraucht. Sondern Israel.

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5 Kommentare zu “Setzt die Hamas in Gaza tatsächlich Menschen als Schutzschilder ein? Der Chef der Islamisten hat die Frage soeben persönlich beantwortet”

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