19. März 2021
Rolf Hürzeler

Sex nach Zustimmung per App: Die menschliche Fortpflanzung steht vor einer neuen Bewährungsprobe

In einem australischen Bundesstaat erwägt die Polizei, eine App einzuführen, die einvernehmlichen Sex registrieren soll.

Das Spässchen heisst Vorspiel. Frauen und Männer signalisieren mit Zärtlichkeiten, dass sie sich gegenseitig näherkommen möchten. Das geschieht millionenfach und endet manchmal neun Monate später mit der Geburt eines neuen Erdenbürgers.

In Ausnahmefällen ist diese vertraute Form der zwischenmenschlichen Begegnung nicht gegeben. Männer missachten den Willen von Frauen, wenn diese lieber auf Sex verzichten möchten.

Laut der BBC will die Polizei im australischen Bundesstaat New South Wales diesem Missstand nun Einhalt bieten und schlägt ein neues Vorspiel vor. Statt einander zu liebkosen, tippen Frau und Mann auf ihrem Handy in eine App die Bereitschaft zum Sex ein und bekunden damit digital ihre Lust.

Mit der neuen Technologie lasse sich die weibliche Zustimmung zum Sex einwandfrei feststellen, findet NSW-Commissioner Mick Fuller im australischen Daily Telegraph.

Man stelle sich vor: «Heschs Handy debii, Schatz?» – «Ja, aber es isch nid glade…» und schon beginnen die Schwierigkeiten in den Betten von New South Wales. Was dann?

Die lokale Polizei ist ratlos.

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6 Kommentare zu “Sex nach Zustimmung per App: Die menschliche Fortpflanzung steht vor einer neuen Bewährungsprobe”

  • Hugentobler sagt:

    Das Sicherste ist Sex unter der Aufsicht eines Anwalts. Wird dann alles protokolliert und notariell beglaubigt! Ich denke, das sollte dann jeden Zweifel über die Frage nach der Einvernehmlichkeit ausräumen;-)

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  • Cogito sagt:

    Sagt' ich s doch:

    Mit dem IPhone in der Hand,
    Wird das Vögeln interessant.

    Welch ein riesengrosser Jammer!
    Der "Grosse Bruder" macht jetzt auch auf Spanner.

    Mit diesem Quatsch stirbt ab die Liebe
    Und weg sind gleich die Triebe.

    Seht euch doch, bitte vor!
    So öffnet ihr der Willkür Tür und Tor.

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    Wieso verbietet man nicht einfach diese für die Frau "erniedrigende Prozedur" und erlaubt nur noch künstliche Befruchtung? Das wäre doch einheitlich und gerecht und erst noch unter amtlicher Kontrolle. Und auf Männer könnte man weitgehend verzichten. Man muss sie ja nicht gleich schreddern. Wetten, dass schon bald jemand auf diese "zukunftsweisende" Idee kommt...

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  • hape sagt:

    Und was machen Leute ohne Handy? Einen Vertrag ausfüllen? Oder reicht es, gemeinsam ein Pornoheftli anzuschauen? Darauf muss dann jeder sein Visum machen. Das Heftli hat den Vorteil, dass die Geschlechtsverkehrenden grad die Wunsch-Stellungen ankreuzen können. Und falls doch App: Könnte man doch mit Tinder und Postfinance koppeln. So wären das Daten, die digitale Zustimmung und ein allfälliger Bezahlvorgang grad in einem Guss. Und Zuckerberg muss nicht alle Daten mühsam zusammenklauben..

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  • Collina sagt:

    Tinder hat ja bereits bekannt gegeben, dass sie bald background checks einfuehren, so dass man "public records and reports of violence or abuse, including arrests, convictions, restraining orders, harassment, and other violent crimes", aber keine Drogendelikte (!!!) ueber potentielle Partner einholen kann...

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  • Edmo sagt:

    Crocodile Dundee war früher. Jetzt gibt es offensichtlich auch in Australien keine Männer mehr, sondern nur noch moralinverseuchte, feministisch reingewaschene Dummköpfe. Als ob eine App irgend etwas beweisen könnte. Natürlich kann jede Frau nachher sagen, sie hätte nur aus Angst zugestimmt oder wäre mit Gewalt zum App-JA gezwungen worden. Übersteigen derart simple Überlegungen heute wirklich schon die Vorstellungskraft ganzer Polizeieinheiten? Wo driftet unsere Zivilisation bloss hin?

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