26. April 2021
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Erik Ebneter

SP-Präsident Wermuth hat’s in der EU-Debatte die Sprache verschlagen. Der heimliche Parteichef ist Gewerkschaftsboss Maillard

Die SP hat den EU-Beitritt im Parteiprogramm. Ihr Co-Präsident Cédric Wermuth lief früher sogar mit einer Tasche im EU-Design herum. Heute ist er in der Partei für das Europa-Dossier zuständig. Trotzdem hat es ihm nun die Sprache verschlagen.

Die Debatte um das Rahmenabkommen verfolgt er von der Seitenlinie aus. Zu hören ist er selten. Die Gewerkschaften geben im linken Lager den Ton an.

Zuletzt äusserte sich Wermuth in der kleinen Wochenzeitung zu einem linken Nischenpublikum. Seine eigenwillige Einschätzung der Wirklichkeit: «Beim Rahmenabkommen geht es jetzt nicht um eine europapolitische Grundsatzdiskussion.»

Anders sieht das Gewerkschaftsboss und SP-Nationalrat Pierre-Yves Maillard. Eben gab er dem Sonntagsblick ein langes Interview. Dort warnte vor dem Europäischen Gerichtshof. Dieser könnte die Schweizer Lohnbestimmungen schleifen.

Zum EU-Beitritt im SP-Parteiprogramm sagte Maillard: «Persönlich fände ich das auch schön, in einem grossen, demokratischen und sozialen Europa zu leben. Aber die EU hat sich in eine andere Richtung entwickelt, bei allen guten Aspekten, die sie aufweist.»

Realist Maillard läuft Idealist Wermuth den Rang ab. Er ist der heimliche SP-Präsident und füllt die grosse Lücke, die Christian Levrat hinterlassen hat.

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9 Kommentare zu “SP-Präsident Wermuth hat’s in der EU-Debatte die Sprache verschlagen. Der heimliche Parteichef ist Gewerkschaftsboss Maillard”

  • werfur sagt:

    Das Rahmen-Diktat ist eine neue Auflage des EWR unseligen Angedenkens.

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  • markus9671 sagt:

    Die SP und allen voran die Parteiführung sollte sich einmal mit der Entstehungsgeschichte ihrer Partei befassen und zu Herzen nehmen für was die Gründungsväter ihrer Partei einmal gekämpft haben, nämlich für ein besseres und gerechteres Leben des kleinen Arbeiters ! Für diese Anliegen haben sie sich der damaligen Elite z.T. bis zum Tod entgegengestellt. Heute geht es der Linken Partei Elite nur noch um die eigene Macht , die Menschen für die diese Partei einmal gekämpft hat, sind vergessen!

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  • Dani Frei sagt:

    Cedric Wermuth soll doch ins Theater gehen und Schauspieler werden. Dort kann er nach seinen selber inszenierten Vorstellungen agieren und spielen. DENN für Positionen wo er sich sieht, braucht man Lebens- und Berufserfahrung. Diese kann er kläglicherweise nicht vorweisen, was ihm auch einen beträchtlichen Mangel an Empathie beschert. Er kanm sich niemals für das Volk einsetzen, da er sich schon immer über dem Volk sieht!

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  • Christian Weber sagt:

    Herr Wermuth möchte Bundesrat werden. Das wird ihm in einigen Jahren auch gelingen, u.a. mit Konkordanzfilz-Stimmen der SVP. Man wird ihm dort eines der SP-Favoriten Departemente überlassen (EDI, UVEK, EDA). Gemessen an ihrer Wirkung ist die SP die stärkste Partei und nicht die SVP.

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    • Richard Fischer sagt:

      Gnade mir Gott ! NR Wermuth liebt das fremde Geld und hat bis heute noch nie eigenes Kapital zur Wertschöpfung eingebracht ! Im Bundesrat benötigen wir weder Juristen noch Grosdmäuler, auch wenn sie intelligent parlaren können ! Wir benötigen Unternehmer, die gewohnt sind, die Aermel hochzuziehen und bereit sind, mit ihrem Team die Schweiz in eine blühende Zukunft zu führen ! Dazu gehört unabdingbar eine Wirtschaft, die möglichst unabhängig vom Staat arbeiten kann !

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    • hape sagt:

      Was hat der denn für einen Leistungsausweis`?
      Studiert, nie gearbeitet, Familie gegründet, Berufspolitiker geworden.
      Und so eine will nachfühlen, wie es ist, bei minus zehn Grad und Graupelschauer in einem Graben zu arbeiten.

      Doch bei der Schlepper-Partei (SP) findetn alle ein Plätzchen am Ofen - auch Funicello.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Wenn die SP wirklich als Partei mit 2 Bundesräten überleben will. muss sie sich von solchen Linksextremisten, wie es Cedric Wermuth eben ist, trennen! Der CO-Präsident sollte endlich einsehen, dass extreme Linkspolitik (der Staat muss - der Staat soll) in unserem Land nie massgebend goutiert wird! Sein Traum, de Schweiz von der freiheitlichen Selbstbestimmung in die marode Grossmacht "EU" zu treiben. wird er nie erfüllen können! Der Gewerkschafter Maillard sieht und stellt die EU richtig dar!

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  • Edmo sagt:

    Das Rahmenabkommen ist offensichtlich tot. Wenn Wermuth sagt, bei diesem Abkommen gehe es nicht um eine europapolitische Grundsatzdiskussion, hat er das Scheitern des InstA bestätigt. Taktisch dürfte es ihm geschickt erscheinen, schweigend zu trauern und die Grabrede für das InstA dem Genossen Maillard zu überlassen. So sichert er sich die freie Schussbahn für den nächsten Versuch, uns in der EU zu versenken.

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