06. Mai 2021
Erik Ebneter

Eine deutsche Professorin deutet Schweizer Jasskarten. Von den Regeln hat sie keine Ahnung. Dafür eine klare Meinung

Jane Austen beschrieb in «Stolz und Vorurteil» die englische Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts. Der Roman zählt zu den grossen Werken englischer Sprache.

Die deutsche Anglistin Susan Arndt von der Universität Bayreuth interessiert sich für fernere Kulturen. Ihre Doktorarbeit schrieb sie über nigerianische Schriftstellerinnen. Nun hat sie die Exotik des Naheliegenden entdeckt: Deutschschweizer Jasskarten.

Die «royalen Hierarchiestufen» – König, Ober, Under – würden einen «extremen Klassismus» widerspiegeln, sagte Arndt in der Schweiz am Wochenende.

Klassengesellschaft Schweiz? Im Stil von Austens England?

Wir können Entwarnung geben: Beim Trumpfen ist der Under der Bauer. Und der Bauer schlägt den König. So lernt es in der urdemokratischen Schweiz jedes Kind.

Doch welcher grosse Geist lässt sich schon seine schönen Ideen durch die schnöde Wirklichkeit kaputt machen? Im Zweifel hat sich eine fremde Kultur dem Stolz und Vorurteil einer deutschen Professorin zu beugen.

Nigerias Schriftstellerinnen können einem leidtun.

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17 Kommentare zu “Eine deutsche Professorin deutet Schweizer Jasskarten. Von den Regeln hat sie keine Ahnung. Dafür eine klare Meinung”

  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Imerhin wird die "Professorin" nicht via Personenfreizügigkeit hierzulande durchgefuttert. Immerhin ein kleiner Lichtblick.

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  • hape sagt:

    Statt sich aktiv gegen die Zustände Teitschland zu wehren, hauen solche Leute lieber in die Schweiz ab. Da gibts nämlich für hohles Geschwätz und Welterklärertum viel mehr Geld als ennet der Grenze. Und derzeit auch viel mehr Freiheit.

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  • herbert sagt:

    Langsam - langsam! Aus Deutschland kommen auch ungemein bedeutsame Sachen. Z. B. Öko-Institut Freiburg/Breisgau: Verbundprojekt "Marktbasierte Instrumente für Ökosystemleistungen - Triebkräfte, Wirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten am Beispiel von Klima und Naturschutz in mitteleuropäischen Kulturlandschaften". Oder: "THG-Projektion Weiterentwicklung der Methoden und Umsetzung der EU-Effort-Sharing-Decision im Projektbericht 201x" - fast geschenkt mit Steuerzahlerbeteiligung von 500.000 €.

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  • Florence sagt:

    Bevor man sowas raushaut, Frau Professor, sollte man sich vergewissern ob das Gehirn eingeschaltet ist.
    Sie sollten sich einer ehrbaren Arbeit zuwenden, anstatt dem Steuerzahler auf der Tasche zu liegen.

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  • johann6a sagt:

    Frau Arndt hat wohl nur östlich des Jasskartengrabens geforscht. Schon in Aarau haben wir an der Kanti damals nicht mit deutschen, sondern mit französischen Karten gejasst. Und dort gibt es die Dame, zwar unter dem König, aber immerhin. Interessant in diesem Zusammenhang: Die Bezeichnung "deutsche Jasskarten" ist eigenartig, denn die Deutschen spielen ihren Skat mit französischen Karten.

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  • Tenor sagt:

    Das ist eine dieser Meldungen, angesichts der ich nicht weiss, ob ich lachen oder heulen soll. Da Heulen nichts bringt, entscheide ich mich fürs Lachen - für's Auslachen. Etwas anderes hat eine solche Dummheit nicht verdient, zumal sie von (vermeintlich!) höchster geistiger Warte kommt.

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  • Beri sagt:

    Die Deutschen reden uns ja sowieso schon mehr als penetrant 7x24 in jeden unserer Lebensbereiche rein. Jetzt meint so eine 7x gescheite Deutsche, sie müsse ihren Schwachsinn auch noch zu unserem Nationalspiel absondern. Sie kann sich glücklich schätzen, keine anderen Probleme zu haben. Himmeltraurig für die Steuerzahlenden, dass sie mit den Geldern dieser arbeitenden Leute kein wichtiges Thema für ihre Ergüsse findet. Also ist sie überflüssig.

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  • Stefan Mueller sagt:

    Irgendwie scheint das mit den

    ....MAXIMAL 8000 GUTAUSGEBILDETEN HOCHQUALIFIZIERTEN"

    also den Ärzten/Forschern/Ingenieuren ....

    noch immer nicht so recht zu klappen, wie man an all den grossteitschen "Experten" und den Latein-Secondos-Schnorrern im Bünzli-Filz sehen kann!

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  • Stefan Mueller sagt:

    So haben wir es gerne,...den Anderen und dem Ausland rumschwadronierend zu empfehlen, wie "man" am grossteitschen Wesen zu genesen hat...
    Im heimischen Reich mit Hetze und Krawall, mit Links-Mob-Terror und Mainstream-Gleichschaltung/Propaganda, Regimekritiker in den Ruin merkeln, mit Medien-Zensur und Muttistan-Propaganda..für ein Klima der Angst und des Horrors zu sorgen...aber selbstherrlich-arrogant-grossteitsch der Welt zu erklären, wie "man" es besser machen sollten!

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  • Melanie sagt:

    Es fällt ja schon seit Jahrzehnten total auf, wie absurd und "gesucht" all die Themen=Problemchen von akademischen Arbeiten sind. Aber Hauptsache, man kriegt damit den begehrten Abschluss und den Titel, mit dem man/frau dann in so richtig gut bezahlte Jobs und "wichtige" Positionen einsteigt - obwohl man/frau eigentlich gar nicht wirklich etwas kann und weiss und auf die Reihe kriegt. "Geistlose geistige Ergüsse". Richtig. Wohin man schaut. Von Profs und ganz vielen anderen. Gute Nacht, CH!

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Professor und Professorin sind geschenkte Titel und haben nichts mit einer speziellen Arbeit zu tun, einfach, dass diese eine gewisse Zeit in der entsprechenden UNI oder Hochschule eine Lehrtätigkeit ausüben.

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  • Bischi49 sagt:

    Was die Frau Arndt da von sich gibt führt das Ganze woke Rassismus-Sexismus-Gendergeschwurbel selbst ad absurdum. Spätestens jetzt sollte jeder, der noch ein bisschen geerdet ist merken, wie inhaltsleer dieses pseudointellektuelle nach Empörungsmöglichkeiten heischen ist. Die Bedeutungslosigkeit wird eigentlich nur durch das Medienecho geschmälert.

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  • Edmo sagt:

    Professoren waren einst die geistige Elite. Studium und Forschung führten sie zu Erkenntnissen, mit denen die Welt verändert werden konnte. Heute reicht es für Professoren, geistlose geistige Ergüsse zu Jasskarten und anderen unwichtigen Dingen zum Besten zu geben. Dass die Professorin von den Jasskarten nur gerade mal die Bildchen kennt und nichts über die Regeln weiss, rundet das Bild der modernen, bildungsfernen Bildungselite perfekt ab.

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    • MuadDib sagt:

      Und das ist auch die "Elite" welche ein Sprachrohr hat, zuständig für die C Plandemie. Andere werden zum Schweigen gebracht. Wie das YT Konto von Prof. Dr. Sucharit Bhakdi - der ist halt noch ein echter Wissenschaftler, Intellektuelle? Die waren auch Pol-Pot schon unangenehm, er löste das "Problem" damals in den "Killing Fields". Nur eine Frage der Zeit, bis das bei uns auch soweit ist. Zum Schutz der Alten und natürlich aus dem einzigen Grund zum aktivieren des IfSG, "flatten the curve".

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    • gian sagt:

      Einst?
      Bereits Bismarck: „Achtundachtzig Professoren: Vaterland, du bist verloren.“
      Klassistische" Schweizer Jasskarten!
      Die Frau Professorin aus dem Land, in dem alle gut und gerne leben, scheint nicht gerade überbelastet zu sein mit Arbeit und geistigen Kapazitäten.

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