08. Januar 2021
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Urs Gehriger

Sturm auf das Kapitol: Waren die Sicherheitsverantwortlichen mutwillig blind?

Wie konnte das Debakel überhaupt passieren? Ein Handstreich auf die «Zitadelle der Freiheit» in der Hauptstadt der Supermacht?

Vor Weihnachten bereits hatte Präsident Trump die Kundgebung «Rettet Amerika» angekündigt. Zehntausende Trump-Anhänger fanden sich am Mittwoch zum Protest ein. Friedlich und ohne aggressive Absichten.

Derweil hatte eine Gruppe militanter Agitatoren seit Wochen auf Online-Foren offen eine gewaltsame Aktion propagiert. Es war explizit vom «Sturm auf das Kapitol» die Rede. Wie Forbes.com berichtet wurden in den Tagen vor dem Eklat auf sozialen Netzwerken drohende Gewalt signalisiert, sollte Joe Biden zum Präsidenten ernannt werden. «Wenn das eintrifft, dann befürworte ich Revolution und Vorgehen nach Kriegsregeln», schrieb ein Nutzer, der sich als I3DI identifizierte, auf der Website MyMilitia.com «Ich sage, stürmt den Hügel oder sterbt beim Versuch dabei.»

Noch am Tag vor der Kundgebung zeigte sich Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser gelassen. Die Hauptstadt sei «absolut bereit» für den grossen Trump-Protest, so die Demokratin. Sie entsandte keine Verstärkung zum Kapitol. Liess keine speziellen Absperrungen errichten. Die 1700 Beamten der Capitol Police blieben auf sich allein gestellt, und waren chancenlos gegen den Mob.

Die Capitol Police untersteht Nancy Pelosi, der demokratischen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses. Hat sie sich nicht für die Sicherheitslage interessiert? Haben die Nachrichtendienste geschlafen? Waren die Verantwortlichen alle naiv? Oder mutwillig blind?

Fragen über Fragen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

https://www.forbes.com/sites/jemimamcevoy/2021/01/07/capitol-attack-was-planned-openly-online-for-weeks-police-still-werent-ready/

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