23. Juni 2021
Alles lesen
Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Tarnkappen-Jet, Super Hornet, Rafale oder Eurofighter: Warum sind vor dem Entscheid zum neuen Kampfjet alle schon wieder am Durchdrehen?

Es geht um den Kauf neuer Kampfjets, die die F/A-18 Maschinen ablösen sollen. Solche Entscheide sind in der Schweiz etwas kompliziert, weil es im Lande fast mehr Experten gibt als Flugzeuge am Himmel.

Vier Modelle stehen diesmal zur Auswahl: Der als Tarnkappen-Jet bezeichnete F-35, die Super Hornet, eine Weiterentwicklung der F/A-18; beide Typen sind amerikanische Fabrikate. Aus europäischen Waffenschmieden kommen die französische Rafale und der Eurofighter. Amherd und ihre Generäle sollen den F-35 favorisieren, eine Art Ferrari der Lüfte.

Das ist nicht bloss das teuerste, sondern gleichzeitig wohl auch das modernste Kampflugzeug – und trägt Amherd intern und extern Ärger ein. Aussenminister Ignazio Cassis hätte zum Beispiel lieber einen europäischen Flieger, um sich mit der EU gutzustellen.

Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) droht, sie werde eine Initiative lancieren, falls sich der Bundesrat für ein amerikanisches Flugi entscheidet.

Es gibt auch Heckenschützen wie den früheren Armeechef, André Blattmann, der neue Maschinen plötzlich für eine völlig unnötige Investition hält.

Warum sind alle wieder am Durchdrehen? Hat nicht eine Mehrheit der Schweizer Stimmbürger, wenn auch eine Zufallsmehrheit, letzten Herbst dem Kauf neuer Kampfjets für sechs Milliarden zugestimmt?

Wenn wir jetzt also neue Flugzeuge posten, die 30 bis 40 Jahre halten und über die Fähigkeiten der aktuell von der Luftwaffe geflogenen F/A-18 hinausgehen sollen, dann muss das neue Gerät auch moderner sein und der neuesten Generation angehören wie der F-35.

472 24

18 Kommentare zu “Tarnkappen-Jet, Super Hornet, Rafale oder Eurofighter: Warum sind vor dem Entscheid zum neuen Kampfjet alle schon wieder am Durchdrehen?”

  • scavenger sagt:

    Es ist erstaunlich Italien , England , Holland Norwegen , Finnland , Belgien sie alle haben F35 , ihren alten Schrott von EURO FIGHTER fliegen sie selber nicht, aber sie wollen uns den verkaufen ( EU) . Man muss ja schon ausserordentlich dumm sein wenn man ein solches Flugzeug berücksichtigt für die Landesverteidigung.

    3
    0
  • Realistin sagt:

    Dieser Cassis ist absolut unbrauchbar. Das hat man davon, wenn man neben all den anderen unfähigen Bundesräten auch noch einen Italiener , der die EU anbetet, die Shweiz vertreten lässt.

    28
    3
  • scavenger sagt:

    Es kann ja eigentlich nur F35 gekauft werden , all die andern Flieger wurden vor 20-30 Jahren entwickelt oder noch länger und sind von daher gesehen Schrott auch wenn sie neu sind. z.B. die Swiss kauf ja auch keine DC 8 mehr oder A 300 , auch wenn sie neu gebaut würden.

    49
    1
  • J. Lee sagt:

    Egal, für welchen Kampfjet sich der Bundesrat entscheidet, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) droht in jedem Fall eine Initiative zu lancieren.

    60
    2
  • hape sagt:

    Ich verstehe nicht, weshalb nicht auch mal die russischen Kampfjets MIG-35 in die Evaluation einbezogen würden. Die sind wendig, schnell, auf der Höhe der Zeit, dem Amischlitten und den veralteten europäischen Beinahe-Doppeldeckern überlegen, günstig und vor allem: Man kann die mit Leukoplast reparieren...

    59
    12
  • ulrich vogt sagt:

    Als ehemaliger Korporal der Gebirgsinfanterie stelle ich mich in die Reihe der Sachverständigen, so wie jeder Armeeangehörige gleich welchen Ranges auch und stelle fest, dass es den typisch schweizerischen Kampfjet nie geben wird, der alle Ansprüche erfüllen kann. Was auch immer bestellt wird, es muss eine Schweizer Sonderausführung sein. Ab Stange kauft die Armee nie etwas, was zur Folge hat, dass alles viel zu teuer bezahlt wird, vom Schlafsack bis zum Duro LKW. Und vermutlich auch zum Jet.

    59
    9
  • Guy Tiger sagt:

    Meiner Meinung nach, wird die Boden-Luft Abwehr derzeit viel zu wenig berücksichtigt. Es braucht beides, eine Luftpolizei und einen Flächendeckenden Schutz vor Angriffen aus der Luft. Ich sehe keine Strategie der schweizer Armee, welche den Einsatz von fa18 oder f35 oder xy99 sinnvoll erscheinen lässt. Kein Jet kann Raketen abwehren. Bei einem herkömmlichen lufthoheitlichen Übergriff würden die Tiger noch lange reichen. Alles nur Geschwätz in Bern. Wie üblich halt.

    16
    47
  • Marlisa Schmid sagt:

    Wenn diese blonde Sirene Priska Seiler-Graf, die von Flugzeugen so wenig Ahnung haben wie ein Hahn vom Eierlegen, das Sagen hat, wird es einfach problematisch. Sie war es ja auch, die mit einer Delegation nach Italien fuhr, um einen Billigflieger zu posten, als wäre es ein Black Fridy Shoppingevent. Den richtigen Flugzeugtip zu evaluieren braucht schon eine gewisse Kenntnis zur Beurteilung der Auswahlkriterien. Armeeabschaffer haben in diesen Kommissionen nichts zu suchen.

    122
    3
  • waschiwischi sagt:

    Am 12.11. 1918 wurde der Landesstreik ausgerufen. An vorderster Front dabei SP-Nationalrat Grimm vom Oltener Aktionskomitee. Ohne General Wille und der Schweizer Armee wäre es wohl zu einem Bürgerkrieg gekommen.
    Der GSoA geht es also kaum um irgend ein Flugzeug, sondern schlicht und einfach um keines. Diese Sozialisten-Bande kämpft um die Abschaffung der Armee, darum ist doch alles was von diesen Typen kommt Schnee von gestern!

    100
    4
    • Realistin sagt:

      Ich bin unterdessen für die Abschaffung der Armee.
      Jetzt mal im Ernst, was wollen wir mit einer Armee, die zu 70% aus Ausländern besteht , die im Ernstfall sich gegen die Schweiz wenden würde und für ihre Heimaten der Herzens kämpfen würde (auch wenn die auf dem Papier Schweizer sind) ? Man erinnere sich an die Doppeladler in Schweizer Uniform.
      Was soll denn hier noch verteidigt werden? Die ausländischen Konzerne? Die ausländischen Einwohner? Die paar Schweizer, die bald ausgestorben sind?

      20
      20
      • waschiwischi sagt:

        Wer wundert sich denn noch, wenn wir eine BR-Amherd im Militärdepartement haben, die die Frauenförderung vorantreiben will? Stillzimmer, Schmink-Beauty-Studios und Gender-Wahnsinn u.s.w.
        Militärpflicht für echte Eidgenossen und keine Papierei-Rekrutierung. Aber was wollen Sie von diesem Bundesbern-Saftladen noch erwarten, einzig natürlich, dass diese Panik und Moral gesteuerten Macht und Millionenverdiener von uns Steuerzahler für den komplett Schwachsinn noch alimentiert werden!

        5
        0
      • scavenger sagt:

        Da kann man ihnen Recht geben ,aber man muss nur die Anforderungen ändern und höher schrauben dann kommen die Doppeladler nicht mehr in Frage , sie sollen einfach Militärersatz zahlen , bringt sowieso mehr .

        4
        0
  • Elba sagt:

    Dem Fliegerersatz hat der Stimmbürger aus nüchternen Überlegungen zugestimmt. Die GSOA ist irrelevant. Seit Jahren sind aber die begründeten Vorbehalte gegen den F-35 innerhalb der US-Airforce bekannt. Sie passen nicht ganz zu den heutigen Lobliedern. Ebenso bekannt ist, dass derzeit die Boden-Luft-Abwehr praktisch inexistent ist. Die Frage ist, wie man luftpolizeiliche Aufgaben einerseits und ein wirksamer Schutz des Luftraums andererseits mit dem vorhandenen Budget am sinnvollsten erreicht.

    59
    2
  • Edmo sagt:

    Das Volk hat 6 Milliarden für den Kauf neuer Kampfjets gesprochen. Ich erwarte daher von der Politik, das geeignetste Flugzeug für den Einsatz über unserem Land zu beschaffen. Bei der EU Liebkind zu machen, ist nicht der Auftrag. Anti-Amerikanismus im GSoA-Stil ist kein Argument. Über Flab-Kanonen, wie von Blattmann vorgeschlagen, haben wir nicht abgestimmt. Das politische Gezeter ist schlichte Demokratiefeindlichkeit. Es ist schon so schwer genug, den technisch brauchbarsten Jet zu bestimmen.

    144
    1
  • Rolf Bolliger sagt:

    Wenn es um die Beschaffung (Ablösung veralteter) Militärflugzeuge ging oder geht, drehte die GSOA schon immer völlig durch, Nun opponieren auch plötzlich noch andere (sogar ehemalige hohe Militär-CEOs) gegen eine dringende Beschaffung neuer Kampf-Jets ! Dazu will Aussenminister Cassis bei der EU "Liebkind" spielen und unbedingt die neuen Flugzeuge aus einer europäischen Waffenschmiede bestellen! Die unschweizerische GSOA und die helfenden "Heckenschützen" werden alles versuchen!

    189
    3
  • Putin sagt:

    4600 Stimmen sind eine sehr knappe Mehrheit! Heute wo sogar schon normal Buerger mit selbstfahrenden Autos fahren , bringen Piloten gesteuerte Flugkörper keinen Vorteil mehr.
    Was hilft das meiner Sicherheit wenn so alle 14 Tage 2 Kampfjets im Tiefflug lärmig über uns brausen und alles lebendige aufschrecken? Wenn vom Grenchen Flugplatz ein vollbeladenes Sportflugzeug aufsteigt und 20 min spater sich aufs Bundeshaus stürzt nützt auch die Luftpolizei nichts!

    31
    191
  • eduardkeller sagt:

    Der F 35 ist der lahmste einmotorige Jet und auch zu schwer. Immer noch mit einer Unzahl von Mängeln behaftet. Der Tarnanstrich ist ein teures Extra, unnötig und und auch noch untauglich. Für was soll das gut sein? Wenn schon ein US Flugi, dann der weiter entwickelte FA 18. Alle US Flugi brauchen zum Abheben den Quellcode aus den USA!

    52
    116
    • Beo B. Achter sagt:

      Da können jetzt noch so viele Propagandisten den Daumen nach unten anklicken - was eduardkeller schreibt entspricht der Tatsache! Eine Tatsache, die man aus wirtschaftspolitischen Gründen und möglicher korrupten Machenschaften nicht wahr haben will.

      23
      23

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.