06. Januar 2021
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Roman Zeller

Transportbranche auf dem Pannenstreifen: Warum sich der Bund um die Camioneure kümmern sollte

In einem Ranking, das die systemrelevantesten unter den systemrelevanten Berufen auszeichnen würde, wäre das Transportwesen wohl Spitzenreiter. Camioneure versorgen unter anderem das Gesundheitswesen mit Medikamenten, PCR-Tests und neuerdings auch Impfdosen. Sie beliefern ausserdem Detailhändler mit Lebensmitteln, Masken und WC-Papier. Jedes Gut – ausser vielleicht das Hühnerei vom Nachbarshof – wird irgendwann von einem LKW von A nach B transportiert, bevor es einsatz- oder konsumbereit war.

Umso unverständlicher ist, dass ein derart wichtiger Pfeiler unserer Wertschöpfungskette vergessen geht.

Während andere Branchen beklatscht, durch Rettungspakete am Leben erhalten und mit Massnahmen unterstützt werden, klagen Chauffeure still und leise über prekäre Arbeitsbedingungen, weil Restaurants mit ihren sanitären Anlagen halt auch auf Autobahnraststätten um 7 Uhr abends schliessen müssen, wenn dies der Bundesrat so verordnet. Ausnahmen: Fehlanzeige. Stattdessen gibt es improvisierte Toi-Toi-Anlagen, um im Winter die Notdurft zu verrichten – und all dies in einer Zeit, in der die Welt eine Hygiene-Revolution durchlebt.

Wenn der Staat interveniert, um die Gesellschaft zu schützen, darf der Schaden nicht grösser sein, als er ohne Massnahmen wäre. Der Bundesrat täte gut daran, den Fahrern, Transportfirmen und Logistikunternehmen als Dienstleister für die Gesellschaft mehr Sorge zu tragen. Sonst steht bald alles still.

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