03. Dezember 2020
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Beat Gygi

Trinkwasser-Fanatiker wollen alle Landwirte zu Biobauern umerziehen

In der Politik tobt der Kampf um sauberes Trinkwasser. Muss es sauber-sauber-sauber sein oder einfach sauber-sauber? Von Umwelt-Interessengruppen sind zwei Initiativen in der Pipeline, die chemische Hilfsmittel aus der Landwirtschaft verbannen sollen. Was die Bauern Pflanzenschutz nennen, etwa gegen Pilze oder Unkraut, hat das grüne Lager mit dem Kampfbegriff «Pestizide» versehen.

Das Parlament will den extremen Vorstössen gemässigtere entgegenstellen. Mit der Vorlage «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» soll die Anwendung chemischer Mittel in der Landwirtschaft verringert werden – aber so, dass in einem gewissen Rahmen in Feld und Stall noch effizient produziert werden kann.

Aber selbst da prallen die Nulltoleranz-Fanatiker auf die Praktiker. Ständeräte und Bundesrat sagten: Jeder Pflanzenschutzmittel-Rückstand im Grundwasser ist schlimm, also gilt für jede Art dieser Stoffe ein strenger Grenzwert. Die Nationalratskommission sagte dann: Nein, schlimm sind nur die für die Gesundheit relevanten Stoffe, nur für diese sollen die strengen Grenzwerte gelten – zur Enttäuschung der Umwelt-Lobby, die ruft: Achtung, auch das scheinbar Harmlose kann irgendwann gefährlich werden! Trinkwasser in Gefahr!

Wenn man die Welt so sähe, müsste man auch sagen: Achtung, die Atemluft ist ein Gasgemisch mit fast 80 Prozent Stickstoff (tönt schon als Wort schlimm) – wer weiss, Stickstoff könnte sich irgendwann als gefährlich erweisen, also sofort verbieten!

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