05. Oktober 2021
René Hildbrand

TV-Sternstunde mit Nick Hayek. Der legendäre Swatch-Chef sorgt einmal mehr für verbale Highlights: «Wir werden von Europa erpresst!»

Es geht mir so, wie vielen Wirtschaftsinteressierten: Keinem anderen Schweizer Top-Unternehmer höre ich lieber zu als Nick Hayek.

Weil der erfolgsgekrönte Boss des (schuldenfreien) Swatch-Konzerns immer unbeschönigt seine Meinung sagt. Und weil er grossen Unterhaltungswert hat. Ganz de Bappe.

Im SRF-«Eco Talk» redete Hayek am Montag abermals Klartext. Gutgelaunt, diesmal ohne Zigarre zwischen den Fingern. Zur Kohäsions-Milliarde sagte der Star der Schweizer Wirtschaft: «Unsere europäischen Nachbarn erpressen uns total!» Und zum China-Bashing: «Beeinflusst von Amerika sind wir in Europa Moralisten geworden. Wir wollen alle Menschen belehren und ihnen vorschreiben, wie man richtig leben muss. Das ist Kolonialismus.»

Von seinem legendären Vater hat Hayek gelernt: beständig den Gegenpart einnehmen bei dem, was Analysten verzapfen und empfehlen.

«Mein Vater sagte immer, er sei diesen Leuten so sehr dankbar. Weil sie immer falsch liegen und genau das Gegenteil dessen erzählen, was passiert. Dank dieser Einstellung wurde er Milliardär.»

Klumpen-Risikos sind Nick Hayek fremd. «Für mich gibt es nur Klumpen-Chancen.» Und: «Wir sind nicht in der Krise, sondern weg von der Krise.» Nach dem Corona-bedingten Umsatz-Einbruch von 30 Prozent im letzten Jahr sagt er für seinen Konzern (17.000 Beschäftigte allein in der Schweiz) 2021 ein Rekordjahr voraus: «Wir werden bis zu 7.5 Milliarden Umsatz machen. Allein in den USA ist die Swatch Group im ersten Halbjahr um 40 Prozent gewachsen.»

Weltmarkt-Führer Hayek kann gut damit leben, dass sein Unternehmen aus dem SMI rausgeflogen ist: «Die Börse interessiert mich nicht. Nicht mal die Kurse. Wir verkaufen Produkte und keine Aktien. Mich interessieren nur unsere Verkaufszahlen. Viele Journalisten kümmern sich leider nur um den Börsenkurs und die Börsen-Kapitalitalisierung.»

Was hat Nick Hayek während Corona gelernt? «Dass ich den Politikern noch weniger glauben kann, als ich es je gemacht und gedacht habe.»

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19 Kommentare zu “TV-Sternstunde mit Nick Hayek. Der legendäre Swatch-Chef sorgt einmal mehr für verbale Highlights: «Wir werden von Europa erpresst!»”

  • 369 sagt:

    Die Menge liegt immer falsch, denn die Menge kopiert, nur der einzelne innoviert!

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  • Putin sagt:

    Nick Hayek überzeugt total, dieser SRF Interviewer zeigt die übliche, lächerliche Vorgehensweise des SRF erfolgreiche Unternehmer als Schlechte Menschen darzustellen, das ist ihm , obwohl er Hrn Hayek zu oft ins Wort viel, jaemmerlich misslungen.

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  • olive sagt:

    Wunderbar, dass es noch Leute gibt, die unabhängig denken und sagen, was sie denken.

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  • Edmo sagt:

    Nick Hayek ist Unternehmer. Sein Geld steckt im Unternehmen. Das unterscheidet ihn vom grossen Haufen der Manager, die zwar Millionensaläre kassieren, aber mit 'ihrem' Unternehmen weiter nicht verbunden sind. Deshalb sind die gescheiten Aussagen von Nick Hayek eine grosse Seltenheit. Die angestellten Manager blöken längst völlig geistlos mit den Schafen und verkünden lieber die Weltenrettung, als dass sie die ihnen anvertrauten Unternehmen ordentlich führen würden.

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  • winner16 sagt:

    Diese offene, unverblümte Art beeindruckte mich schon beim Vater! Super, das sind Unternehmer, keine Manager, die nur der Kohle nachjagen!

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    "verbales highlight" gilt, wenn einer am Fernsehen die plumpe Wahrheit sagt... Was kommt während dem ganzen Rest der 24 Stunden Sendezeit? Zutreffendes ankreuzen: [ ] semantisch nicht interpretierbares Gelabber, [ ] dummes Geschwätz, [ ] staatshörige Hofberichterstattung, [ ] aus den Zeiten des Kalten Krieges von der KGB Akademie in Moskau inspirierte Lügenpropaganda ewiggestriger Post-68er, [ ] orwell'scher Newspeak des Beamten-Medien-Akademia-Komplexes?

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  • h.deetlefs sagt:

    Es war wirklich erfrischend, die klaren und völlig unzweideutigen Äusserungen von Herrn Hayek zu hören. Nur eines ist schade: Dass sich Leute wie Herr Hayek nicht wählen lassen und in der Politik direkter mitmischen. Sie haben es leider wirklich nicht nötig, denn ihre Sprache ist viel zu klar und viel zu ehrich für die Politik.

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    • Anna Meier sagt:

      Man hat am Beispiel Blocher gesehen, was mit Alphatieren, die eine klare Meinung vertreten, in der Politik geschieht.
      Man sieht bei jeder Bundesratswahl, wie von der Mehrheit, und das sind die Linken, egal unter welchem Parteinamen die fungieren, nur schwache Leute der SVP, oder solche, die ohnehin nicht die SVP Linie vertreten, gewählt werden.
      Unterdessen kann man vorn ausserhalb der Parteien mehr erreichen. Zum Glück bleiben die Freunde der Verfassung ein Verein.

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    • Gottardo sagt:

      Wäre keine gute Idee. Man hat bei Spulet gesehen, was es bringt - nichts.

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    • olive sagt:

      @h.deetlefs : ich sehe Leute wie Herr Hayek auch nicht in der Politik. Wie oft lese ich in Kommentaren vor Begeisterung über eine Persönlichkeit "X for President!"
      Nein, diese Leute haben zuuviel Charakter und müssten sich dann entweder verbiegen (lassen), glatt geschliffen werden in der "Harmonie" oder sie müssten wieder aufhören.

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  • Angy Scheiwiler sagt:

    Was Nick Hayek in Bezug auf die Analysten sagt, gilt auch ganz besonders für die offiziellen News via MSM, SFR etc.: Die Wahrheit liegt meistens im Gegenteil. Was die Politikerkaste angeht, trifft sein Statement voll ins Schwarze - ein echter Volltreffer von einem Mann, der was auf die Reihe gekriegt hat, wovon unser Politpersonal nur träumen kann!

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  • Tenor sagt:

    Wer erkannt hat, dass die Politiker und die Medien um uns herum eine alternative Realität aus Lügen, Unterschlagung von Informationen und Fehlurteilen aufgebaut haben, dem bleibt ein tröstlicher Gedanke: Die Realität ist um einiges besser als diese kaputte Parallelwelt!
    Diese Erkenntnis ist tröstlich und heilsam - und erst noch gratis!

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    • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

      Danke für den Hinweis. Ähnliches habe ich auch schon gemerkt. Die Frage ist dann, wie man sich informiert, wenn man ausserhalb seines eigenen Erfahrungsbereiches sich umsehen sollte.

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      • Tenor sagt:

        Ja, genau das ist aufwendig und nimmt viel Zeit in Anspruch. Es ist unbequem, also glaubt man lieber, was in der Zeitung steht.
        Der Mensch ist so bequem geworden, dass er zur Aufrechterhaltung seiner Bequemlichkeit auf seine Freiheit verzichtet...

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        • mhol sagt:

          Einspruch (in Bezug auf das glauben was in Zeitungen gelabbert und im TV gesabbert wird oder grundsätzlich von Politikern glauben gemacht werden will) ! Ich sehe mich trotzdem auch als Mensch.
          Was die Bequemlichkeit angeht: Volltreffer. Der Bequemlichkeit von Auto, nicht selbst gejagter und gefertigter Fellkleidung, Wasser- und Stromanschluss bis hin zur Verwendung von IT: da bin ich voll auf den Leim gegangen.

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