11. Januar 2021
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Florian Schwab

Twitter und Facebook sperren Donald Trump für immer. Sie wollen damit der künftigen Regierung gefallen

Fast sieht es nach einer konzertierten Aktion aus: Zuerst wirft Facebook den gewählten, amtierenden US-Präsidenten raus, dann Twitter.

Die Begründungen sind abenteuerlich: Durch seine blosse Ankündigung, der Amtseinführung von Joe Biden fernzubleiben, habe Donald Trump zum gewaltsamen Umsturz aufgerufen. Wie bitte?

Gleichzeitig wollen Apple und Google die Twitter-Konkurrentin Parler aus ihren App-Stores verbannen. «De-Platforming» nennt man das heutzutage. 

Warum machen die Tech-Giganten das? Und. Dürfen sie es überhaupt? Die zweite Frage werden Juristen klären.

Unbestritten ist: Soziale Medien wie Twitter und Facebook haben ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut, dass sie anders als Zeitungen nicht haftbar sind für die Inhalte, die sie verbreiten. Diese Ausnahme im US-Recht kam einer Lizenz zum Gelddrucken gleich.

Wer aber nicht für die Inhalte verantwortlich ist, der sollte sich erst recht nicht zum Richter über erlaubte und unerlaubte Meinungsäusserungen aufschwingen. 

Warum tun sie es trotzdem? Der neue US-Präsident Joe Biden hat sich mit Leuten umgeben, die seit langem die Silicon-Valley-Firmen dafür bestrafen wollen, dass sie zum Aufstieg Donald Trumps beigetragen haben. Diese Leute sollen nun gnädig gestimmt werden.

Der Rauswurf Trumps wird aber die Rufe nach mehr Zensur und Meinungspolizei nur verstärken. Twitter und Facebook werden zu Sprachrohren der regierenden Doktrin verkommen. Die in den Schatten verbannten «Deplorables » und Trump-Fans werden sich im digitalen Untergrund organisieren und radikalisieren.

Die von Biden in Aussicht gestellte Versöhnung ist Makulatur, noch bevor er das Weisse Haus bezogen hat.

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2 Kommentare zu “Twitter und Facebook sperren Donald Trump für immer. Sie wollen damit der künftigen Regierung gefallen”

  • Fede sagt:

    Twitter war wohl bisher kein „Sprachrohr“ für DEN Regierenden..?!!
    Es wurde ja bisher nur über diese Medien mit der ganzen Welt kommuniziert und Lügen verbreitet. Höchste Zeit, dass die Social Media‘s endlich Ihre entsprechende Verantwortung übernehmen.

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  • Thomas Schnider sagt:

    Egal wie man zu Trump steht, es ist eine gefährliche Entwicklung, wenn die Meinungen derart einseitig zensiert werden. Auch wenn die Techkonzerne privat sind und dies m.E. tun dürfen (rechtlich legitim, nicht moralisch), scheint es aber so, dass dies vor allem auf Druck der politischen Seite geschieht, die bald die Macht übernimmt. Das ist wiederum sehr bedenklich.

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