29. November 2020
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Christoph Mörgeli

Überflieger Hildebrand: Im Bundesratsjet für eine bessere Welt

Den früheren Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand zieht es zurück in ein öffentliches Amt: Er kandidiert als Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD. Eine Werbeagentur hat für Hildebrands Kandidatur im Auftrag und auf Kosten der Steuerzahler eine zwölfseitige Hochglanz-Broschüre zusammengestellt. Gleich fünf Mal wird Philipp Hildebrand ins beste Bild gerückt. Und fast alles über seine imposante Laufbahn erzählt. Selbst seine sportlichen Erfolge im Schwimmen fehlen nicht. Verschwiegen wird einzig, dass er seinen Chefposten bei der Nationalbank wegen privaten Währungsspekulationen aufgeben musste.

Jetzt beantragte Philipp Hildebrand beim Bundesrat, dass er das Bundesratsflugzeug benützen dürfe. Was ihm die Landesregierung in ihrer Güte auch prompt gestattete. So jettet denn Kandidat Hildebrand im Bundesratsflugzeug von Ort zu Ort. Und was ist sein Kernanliegen als OECD-Generalsekretär? Als erstes das Netto-Null-Emissionsziel bis 2050. Nicht weniger als fünfmal steht in seiner Werbeschrift das Wort «nachhaltig». Und Hildebrand empört sich über die «existenzielle Klimakrise». Nun entpuppt sich der klimapredigende Überflieger als ganz gewöhnlicher Vielflieger.

Das zweite Ziel von Hildebrand gilt dem Kampf gegen die «wirtschaftliche und soziale Ungleichheit». Der Mann, der bei der Firma Blackrock Millionen abzügelt und sich eine Milliardärin geangelt hat, sorgt sich um die Ärmsten dieser Welt. Da fehlt zur Eroberung seines OECD-Pöstchens nur noch die Behauptung, dass er das, was er sage, auch tue.

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