03. Dezember 2020
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Christoph Mörgeli

Ungeheuerlichkeiten aus dem professoralen Home Office

Wer sich als Wissenschaftler am heissen Corona-Eisen auch noch etwas wärmen möchte, lässt sich von den Medien zum Pandemie-Experten erklären. Da mag Flurin Condrau, Professor für Medizingeschichte an der Universität Zürich, nicht zurückstehen. Der Sozialhistoriker erhebt schwere Vorwürfe gegen die Kantonsregierung, also seine vorgesetzte Behörde. Der Kanton Zürich habe nämlich das Contact Tracing «viel zu klein geplant“ und sei «dann schnell überfordert» gewesen.

Wie souverän der unterforderte Flurin Condrau die Covid-Pandemie meistern würde, wenn er in der Verantwortung stünde, kann zum Glück offenbleiben. Schwerwiegender sind seine Behauptungen angesichts des Todes von älteren Menschen gegenüber der deutschen Wochenzeitung Zeit, «dass sich darin Züge jener Eugenik finden, die in den 1930er-Jahren auch in der Schweiz weit verbreitet war».

Der Geisteswissenschaftler wirft unseren Gesundheitsbehörden, den Medizinern und dem Pflegepersonal nicht weniger vor, als dass diese eine Nazi-Rassenhygiene betreiben würden und die Patienten bewusst und planlässig verenden lassen. Dies ist eine Ungeheuerlichkeit angesichts der enormen Anstrengungen so vieler Menschen, das Leben von Todkranken zu retten.

Zu dieser Infamie aus seinem gutgeheizten Home Office passt Condraus Forderung nach einer «Zero-Covid-Strategie». Dies hiesse in der Lebenswirklichkeit Lahmlegung der gesamten Wirtschaft. So etwas kann nur einem lebenslang beamteten Professor einfallen. Einem, der genau weiss, dass trotz vorlesungsfreiem Covid-Semester das hohe Staatsgehalt ungekürzt Monat für Monat auf sein Konto fliesst.

 

 

 

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