18. Dezember 2020
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Henryk M. Broder

Ursula von der Leyen und wie sie die Welt sieht

Wichtigste Aufgabe der Präsidentin der Europäischen Kommission ist es, für Stimmung zu sorgen. Egal woher und wohin die Winde wehen, Ursula von der Leyen strahlt wie ein Funkenmariechen am Rosenmontag, ihre gute Laune ist geradezu ansteckend.

In einer Video-Botschaft an die Teilnehmer des World Economic Forum schwärmte sie von der «Explosion digitaler Innovationen» seit dem Beginn der Pandemie; diese habe es den Fabriken ermöglicht, weiter zu produzieren, den Firmen, den Markt zu bedienen und den Bürgern, staatliche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Es gebe eine «nie dagewesene Chance», den grossen Wandel («The great reset») zu verwirklichen.

Wenige Tage später, beim Digitalgipfel 2020 des Ministeriums für Wirtschaft und Energie, verkündete sie eine weitere frohe Botschaft. Wenn alle Handy-Benutzer in Europa ihre Geräte nur ein Jahr länger benutzen würden, statt neue zu kaufen, hätte dies «den gleichen Effekt, wie wenn eine Million Autos von unseren Strassen hier in Europa verschwinden würden». Die Autobesitzer zu bitten, ihre alten Autos länger zu fahren, wäre wohl zu einfach gewesen.

Das Neueste aus dem Hause UvdL präsentierte die Kommissionspräsidentin gestern im Europaparlament: «Lasst uns so bald wie möglich gemeinsam mit dem Impfen anfangen, zusammen, als 27, mit einem Start am selben Tag. Lasst uns zusammen und geeint mit der Ausrottung dieses furchtbaren Virus beginnen.»

Jawoll, Frau Präsidentin, und wenn wir das Virus ausgerottet haben, stossen wir auf ihr Wohl an! Zusammen, gemeinsam und geeint.

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