03. Juni 2021
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Thomas Renggli

Arroganz der Auto- und Velo-Fahrer: Ein ehemaliger Zürcher Chefbeamter fordert von den Volksvertretern die Rückkehr zur «Knochenarbeit»

Private Sicherheitsfirmen haben Hochkonjunktur. Gemeinden und Genossenschaften lagern selbst das Ausstellen von Parkbussen und das Gewährleisten der öffentlichen Ordnung an externe Betriebe aus.

«Polizeistaat» ruft die enervierte Anwohnerin, als ihr ein Mitarbeiter der Firma «Seewache» vor der eigenen Haustüre einen Bussenzettel unter den Scheibenwischer klemmt.

Bruno Sauter, der frühere Chef des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, hat eine differenziertere Meinung. Er führt diesen Trend auf einen «irritierenden gesellschaftlichen Anspruch» zurück: «Der öffentliche Raum wird zum Allgemeingut. Die Menschen foutieren sich darum, Tiefgaragen zu bauen und stellen stattdessen ihre Autos irgendwo am Strassenrand ab.»

Zur selben Kategorie zählt er die Velo-Demonstranten der Critical Mass: «Sie wollen als gleichwertige Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden und legen gleichzeitig den gesamten Betrieb auf den Strassen lahm – auch den ÖV.»

Für Sauter steht die Politik in der Verantwortung: «Viele Volksvertreterinnen und Volksvertreter haben vergessen, dass Politik Knochenarbeit ist.»

Mit anderen Worten: Würden die Politiker ihren Job richtig machen, gäbe es weder Velo-Demos noch eine Privatpolizei, die Bussen verteilt.

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6 Kommentare zu “Arroganz der Auto- und Velo-Fahrer: Ein ehemaliger Zürcher Chefbeamter fordert von den Volksvertretern die Rückkehr zur «Knochenarbeit»”

  • rebuar sagt:

    Es ist traurig wie auch hier alle Menschen einer Gruppe, hier die Velofahrer, über einen Kamm gechert werden. Das ist auch bei den Corona Massnahmen Kritiker so. Und, Verallgemeinerungen sind IMMER falsch. Es gibt nicht DEN Velofahrer, so wenig wie es DEN Schweizer gibt. Ich fahre Velo weil es mir Spass macht und nicht weil ich irgend einen Dünkel habe. Ich fahre auch sehr gerne Auto. Mehr Toleranz gegenüber Menschen die anders sind als man selber macht vieles leichter und entspannter.

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  • macmey sagt:

    Velofahrer, sie halten sich nicht ans Gesetz, sie terrorisieren, sie blockieren, sie fordern, aber bezahlen tun sie nichts.

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    • Bischi49 sagt:

      Seit Stadtrat Aeschbacher [80er Jahre] wird in Zürich das Velo gefördert. Was Wunder, wenn sich Velofahrer als bessere Menschen fühlen. Das Verhalten von vielen im Verkehr kann ich nur so interpretieren, dass sie durchaus bereit sind, als Märtyrer auf dem Altar des Velogotts zu sterben. Natürlich nicht ohne vorher noch einige Fussgänger erschreckt und gefährdet zu haben.

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  • T sagt:

    Velofahren ist ein links-grünes Statement der Gutmenschen. Einseitig gefördert von der offiziellen Schweiz. Der Rechtsstaat wird dort wo nötig, ausser Acht gelassen, um dieses Statement zu fördern.

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