29. März 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Impfstoff-Kooperation mit Lonza: Gesundheitsminister Alain Berset hat die Chance seines Lebens verpasst

Eigentlich wollte Alain Berset vergangenen Freitag für gute Stimmung sorgen und aufzeigen, dass seine Impfkampagne auf Kurs und der Vakzin-Nachschub gewährleistet ist. Stattdessen fliegt ihm nun das Impf-Dossier um die Ohren.

In einem Interview mit der NZZ am Sonntag hat Lonza-Verwaltungsratspräsident Albert A. Baehny zu Protokoll gegeben, er habe wegen der Serum-Produktion mit dem Bundesrat das Gespräch gesucht, sei dort jedoch aufgelaufen.

Berset reagierte mit der Publikation eines Briefes der Lonza an den Bundesrat in 20 Minuten. In diesem lädt das Unternehmen die Eidgenossenschaft zur Zusammenarbeit ein.

Es ging um eine Finanzspritze zur Erhöhung der Impfstoff-Produktion bei der Lonza in Visp. Dieses Schreiben liefert Berset nun das angebliche Argument, eine Impfstoff-Produktionslinie allein für die Schweiz sei nie zur Diskussion gestanden.

Sind das nicht bloss politische Spitzfindigkeiten und Wortklaubereien? Wenn man weiss, dass man diese Vakzine unbedingt braucht, sollte man doch jede Chance zur Beschaffung nutzen.

Die Schweiz zählt zu den wichtigsten Standorten der Pharmaindustrie weltweit. Hätte man hier tatsächlich keinen Vorteil herausholen können, wenn einem schon alle Türen offenstehen?

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25 Kommentare zu “Impfstoff-Kooperation mit Lonza: Gesundheitsminister Alain Berset hat die Chance seines Lebens verpasst”

  • Janosh sagt:

    Im BAG-Krisenstab in Bern fehlten 'erfahrene' Strategen, welche auch in turbulenten Zeiten einen kühlen Kopf bewahren und blitzschnell die richtigen Entscheidungen fällen. Nicht nur das einmalige Angebot von Lonza wurde verschlafen, auch bei der Maskenbeschaffung wurde geschlammt. Ganz zu schweigen was Planung, Risikoeinschätzung, Kommunikation und Kontrolle angeht - eine Katastrophe, beschämend und unseres Landes unwürdig.

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  • Janosh sagt:

    Die EU-RIEGE in Brüssel hat nicht nur bei der Beurteilung/Einschätzung der Corona-Krise und der Beschaffung sowie der Verteilung der Impfstoffe versagt. Sie haben beim ersten totalen Lockdown 2020 die einmalige Chance verpasst, die 1977 eingeführte Sommerzeit 'schmerzlos' rückgängig zu machen.

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  • mikueder sagt:

    Wozu braucht es diese experimentellen Impfstoffe, wo ja niemand so richtig weiss was diese bewirken und wo sie hinführen, für eine Krankheit die 99,9% der Menschheit sowieso überlebt?

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  • verena sagt:

    Schweiz wache auf!!!!!!
    Unsere Bundesräte und ihr Gefolge sind nur Marionetten, Marionetten der Weltmachthaber, oder solche die es werden wollen! Keinem Normalo käme solchen Stumpfsinn wie er auf der ganzen Linie abgeht, in den Sinn! Wenn nur eine Spur des Covids so gefährlich wäre, wie es unser Beamtentum zelebriert, wären nach den Demos in Chur und Basel, der Fasnacht in Einsiedeln, die Spitäler masslos überfüllt.

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  • egre sagt:

    Wieso etwas sinnvolles aufbauen und finanziell unterstützen....wenn andere schmieren...

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  • olijo sagt:

    Habt Ihr den schon vergessen oder nicht mitbekommen, das der oben genannte, mit dem BAG einen Vertrag mit Melinda und Bill Gates Stiftung unterzeichnet hat? Rercherchiert selber.

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  • Dansku sagt:

    .... Treibstoff aufgebraucht ist], uns auf den harten Boden der Realität zurück zu bringen.
    Happy Landing – 2021.03.30

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  • Dansku sagt:

    Der Geisterflug C-19 startete vor gut einem Jahr und geht immer noch weiter mit unbestimmtem Ende.
    Im “abgekapselten” Cockpit hält man am einmal eingeschlagenen Kurs ins Unbekannte [Chaos] unbeirrt fest, doch im Passagierraum dämmert es schon recht vielen: Wo führt das hin?
    NUR: Auf dem Flight-Deck scheint noch niemand die Landepiste zu erkennen, geschweige denn eine Idee zu haben, wie dieser Geisterflug C-19 noch einigermassen sicher gelandet werden kann [noch bevor der letzte Tropfen ....

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  • gatofel sagt:

    Warum das passiert isi? Die Personen im BR, im BAG, usw sind einfach keine erfahrene Berufspersonen mit wirtschaftlicher Erfahrung. Solche Leute können einfach nicht wirtschaftlich denken. Haben keine Erfahrung im reellen wirtschaftlichen Umfeld. Es sind halt Berufspolitiker, dh Beamten mit sicheren Monatslohn und grosszügige Extras...

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  • johann6a sagt:

    In einer (nicht stichprobentechnisch repräsentativen) Sotomo-Online-Umfrage zur Beliebtheit der Bundesräte landete Berset auf Platz eins!
    Muss man an der Umfragemethodik zweifeln oder an der Urteilsfähigkeit des Volkes?

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  • tinaabegg sagt:

    Hab ja gesagt Berset muss weg! Aber ganz bestimmt muss er seinen 8 Millionen Arbeitgebern eine Rechenschaft ablegen, warum er das Angebot von Lonza ausgeschlagen hat. Und dazu verlange ich eine gerichtliche Untersuchung.

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  • Peter Rossa sagt:

    Die "Einwohnenden" von Moutier dürten sich schon bald die Augen reiben über ihre Steuerrechnungen im Kanton Jura, nämlich noch höher als in der bisherigen Steuerhölle Bern. Viel Spass, "selber tschuld"....

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  • hape sagt:

    Nun, im BAG sind die Leute beschäftigt, Ihre Wauwaus zu hätscheln. Da bleibt keine Zeit für essentielle Arbeit.

    Und das Debakel passt doch ins Gesamtbild. Oder glaubt wirklich jemand, Berset wäre von heute auf morgen kompetent?

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  • Reutimann Werner sagt:

    Hauptsache ist für BR Berset, wie bei der Kanzlerin in Deutschland: Er ist mit sich selbst im Reinen!

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  • Sapere Aude sagt:

    Alain kommt in den Himmel und wird von Petrus begrüsst. An der Wand hängt eine riesige Anzahl von Uhren. Alain fragt was das bedeutet.

    "Jede Regierung der Welt hat eine Uhr. Wenn die Regierung eine Fehlentscheidung trifft, rücken die Zeiger ein Stück weiter."

    Alain schaut sich um: "Und wo ist die Schweizer Uhr?" "Tja", meint Petrus, "die hängt in der Küche als Ventilator!"

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  • Fritz sagt:

    Das Parlament wählt den Bundesrat. Natürlich bevorzugt es schwache, leicht zu kontrollierende, inkompetente Kandidaten. Ist ein Bundesrat einmal kompetent, so wird er abgewählt.

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  • bernhard sorg sagt:

    Zuerst die Maskenlüge, zwischendurch andere Ungereimtheiten, jetzt die Lonzalüge. Kann sich Berset wie ein Staatsmann oder Angela Merkel endlich einmal für alle seine Fehler entschuldigen, oder muss er dazu gezwungen werden. Seine Arroganz ist grenzenlos.

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    • holsderkuckuk sagt:

      Die einzige Entschuldigung die akzeptiert werden kann; die drei "BR Damen" und BR Berset treten sofort zurück. Gleichzeitig sollten diese Panik Antreiber und Falschspieler lebenslänglich von jedem öffentlichen Amt ausgeschlossen werden.
      Politker leiden unter der Last der grossen Verantwortung die sie tragen wird uns stets vorgetragen. Die Versager sind nicht fähig nach demonstrierter Unfähigkeit, zurück zu treten. Zur Verantwortung können sie nicht gezogen werden, Poltiker rechtlich tabu.

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  • gian sagt:

    13 Monate Pandemie in der Schweiz. Superstar Bersets Corona-Management: Schwach begonnen, stark nachgelassen.

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  • Wettstein Daniel sagt:

    Die Unfähigkeit des bundesrätlichen Krisenmanagements zeigt sich nirgens so deutlich. Eigentlich habe ich seit Sommer 2020 erwartet, dass irgend jemand in Bern sogar selber auf diese Idee käme. Gerade die immer nach Hilfsmöglichkeiten für die dritte Welt Suchenden hätten diese Zusatz-Chance ja nutzen müssen. Aber wenn man nicht über den Tellerrand blicken kann ....

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