03. Februar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Verrät uns Gesundheitsminister Berset endlich seinen Plan B, falls der Impfstoff-Nachschub ins Stocken gerät?

Die Schweiz impft die Bevölkerung im Zeitlupentempo gegen das Coronavirus. Der Gesundheitsminister schob die Schuld dafür etwas voreilig den Kantonen die Schuhe. Er drohte sogar, den Trödel-Kantonen als Strafe weniger Vakzin-Dosen zuzuteilen. Inzwischen weiss man, dass nicht die Kantone schlampten, sondern Berset versagt hat.

Obwohl es Lieferverträge gibt, deren Inhalt nur der Gesundheitsminister und seine Entourage kennt, bekommen wir nicht die bestellte Menge an Dosen. Weniger Impfstoff bedeutet weniger Impfungen.

Eigentlich müssen Verträge erfüllt werden. Aber wenn man den Liefertermin auf März 2021 angesetzt hat – im Sommer 2020 war Bersets BAG der Meinung, das sei wohl der früheste Termin –, liegt das Problem womöglich nicht bei den Herstellern, sondern bei den Gesundheitsbehörden.

Aber nehmen wir einmal an, dass es anders ist. Dass es also Lieferengpässe gibt, weil ja die ganze Welt die Impfstoffe nachfragt – und dass, je länger das alles dauert, ein Impfnationalismus um sich greift. Die EU hat diesen ja so richtig angeheizt, als sie als Folge eines Streites mit dem britischen Hersteller AstraZeneca einen Kontrollmechanismus für den Export von Vakzinen einführte. Die grossen Verteilzentren sind in Belgien, technisch gesehen kann Brüssel also relativ einfach den Export in die Schweiz blockieren.

Blockieren wir dann auch die Ausfuhren der Moderna Impfstoff-Produktion in Visp, die zum Abfüllen nach Spanien verfrachtet werden muss und von da anschliessend zum Verteilen nach Belgien gekarrt wird? Oder hat Berset einen anderen Plan B, für den Fall, dass uns der Corona-Impfstoff ausgehen würde?

Wenn der Bund Bedrohungsanalysen entwirft, fliessen auch scheinbar unmögliche Szenarien in die Betrachtungen ein. Bei der Coronakrise läuft es anders. Ein erbitterter Verteilkampf bei der Beschaffung von Vakzinen, mit sich überbietenden Ländern und blockierten Lieferungen kommt im Vokabular von Berset und des BAG nicht vor.

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5 Kommentare zu “Verrät uns Gesundheitsminister Berset endlich seinen Plan B, falls der Impfstoff-Nachschub ins Stocken gerät?”

  • Peter Huber sagt:

    Die Verknappung der Impfstoffe ist nur eine Propagandastrategie, etwas das knapp ist muss begehrt sein. In zwei Monaten bleiben sie auf ihren Giftspritzen sitzen.

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  • Reutimann Werner sagt:

    W. Reutimann
    Unser Gesundheits-Minister Berset will sich nie wirklich festlegen. Er könnte sonst ev. einmal behaftet werden. Schuld an einem Misstand ist er ohnehin nie! - Er kennt keine Probleme, da nur er weiss, was gut ist für das inzwischen eingeknickte Schweizer-Volk. Als Bestätigung seiner Aussagen, führt "sein" BAG die täglichen, unsäglich langweiligen und meist nichtssagenden Pressekonferenzen durch. Keine richtigen Erklärungen; nur Rechtfertigungen sollen uns genügen.

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  • Paul Streuli sagt:

    Wenn alles gut läuft nimmt unser Sonnenkönig Herr Berset gerne die Lorbeeren entgegen, gibt es aber Probleme liegt das an seiner Knechtschaft den Kantonen.

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  • Dieter Hagmann sagt:

    Lässt sich einfach lösen: Moderna wird in Basel abgefüllt, respektive in Stein am Rhein.. Die ganze Produktionstechnik steht doch schon da im Life Science Valley Switzerland..

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  • D. Keller sagt:

    Das dürfte das Problem lösen, sofern Swissmedic endlich den AstraZeneca Impfstoff zulässt.

    https://www.nau.ch/news/forschung/oxford-vakzin-bei-zwolf-wochen-zwischen-den-impfdosen-wirksamer-65864167?utm_source=usr&utm_medium=55578

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