18. Dezember 2020
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Thomas Renggli

«Völlig einseitig»: Bob-Legende Erich Schärer kritisiert die Sports Awards scharf

Erich Schärer redet nicht lange um den heissen Brei herum: «Wer hat die Nominationen für die Sports Awards vorgenommen? Die Auswahl war völlig einseitig.» Der 74-jährige Herrliberger, der als Bobfahrer 1980 Olympiasieger wurde und daneben 19 WM-Medaillen gewann (acht aus Gold), fühlt sich übergangen und ungerecht behandelt.

Die Wahl von Roger Federer zum besten Sportler der vergangenen 70 Jahre zweifelt er nicht an. Dass aber daneben mehrheitlich Schneesportler(innen) nominiert waren und das ganze Prozedere willkürlich anmutete, stösst dem erfolgreichsten Schweizer Medaillensammler an internationalen Wintersportanlässen sauer auf.

Tatsächlich wirft das Selektionsverfahren Fragen auf. Im Reglement der Sports Awards wird die Sports Awards Academy als entscheidende Instanz für die Nomination aufgeführt – bestehend aus den bisherigen Preisträgern. Doch Schärer, der 1980 mit seinem Anschieber Sepp Benz, den Preis gewonnen hatte, wurde nicht kontaktiert. Deshalb stellen sich die Fragen: Hat das Schweizer Fernsehen Einfluss genommen? Wer entscheidet? Die Vereinigung der Schweizer Sportjournalisten, die den Preis vor 70 Jahren initiiert hatte, ist es nicht. Sie besitzt nur noch ein marginales Mitspracherecht.

Fakt ist: Es sassen auffällig viele Sportler in der Runde, die ihre Erfolg in der jüngeren Vergangenheit errungen haben. Der Bobsport dagegen, neben Swiss-Ski der verlässlichste Medaillengarant an Grossanlässen, wurde ausgebremst.

Auch mit einer anderen Personalie tut sich Schärer schwer – mit der Nichtnomination von Martina Hingis: «Sie ist faktisch der einzige weibliche Superstar in einer Sportart von globaler Ausstrahlung, die unser Land je hatte – mit fünf Grand-Slam-Siegen. Und dann wird ihr aus einer verbüssten Dopingsperre ein Strick gedreht.»

Schärers Ratschlag an die Veranstalter der Sports Awards: «Lieber keine Wahl als eine unglaubwürdige Wahl.»

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