11. Februar 2021
Alles lesen
Roman Zeller

Vom Helden zum Buhmann: Wurde Alain Berset im Frühling von den Jungen noch umjubelt, wird er nun parodiert

Er war der Star des Frühlings 2020: Bundesrat Alain Berset. Social-Media-User lagen ihm zu Füssen. Er und seine Pressekonferenzen funktionierten ideal als Tiktok-Video oder als Meme. Anders, neusprachlich formuliert: Berset ging viral.

Inzwischen hat der Wind gedreht. Radio Energy, der Unterhaltungskanal mit über 250000 Followern, parodierte unlängst eine Pressekonferenz des BAG. Titel: «Die Homeoffice-Tipps von Alain Berset.» Eine Tonspur über dem Originalvideo imitiert den Bundesrat, wie er übers «Pupsen während Zoom-Calls» bis hin zum «Mittagsschläfli» aufklärt. 40000 Usern gefällt der Beitrag, rund viermal mehr als sonst.

Ein ähnliches Video verbreitete Zeki Bulgurcu, einer der reichweitenstärksten Schweizer Influencer. Der eigentlich unpolitische Comedian spielt einen BAG-Mitarbeiter, der dem Bundesrat mögliche Corona-Massnahmen vorschlägt. Berset würfelt, was er der Schweiz auferlegen will. Herauskommt die Zwei, das heisst: «Restaurants schliessen, aber Skipisten bleiben offen.» Zeki fragt: «Haben wir keine Massnahmen mit Sinn?» Er fasst sich an den Kopf. Auf Tiktok sahen diesen Beitrag fast 200000 Menschen, auf Instagram ähnlich viele.

Bersets Pressekonferenzen, für die einst das Land vor dem Fernseher klebte, verkommen zur Lachnummer. Oder um es in der Meme-Sprache zu sagen: Berset ist heute ganz Alain.

289 2

4 Kommentare zu “Vom Helden zum Buhmann: Wurde Alain Berset im Frühling von den Jungen noch umjubelt, wird er nun parodiert”

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.