07. Januar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Von der Errichtung eines Corona-Apartheidregimes

Der Begriff Apartheid steht für die in Südafrika jahrzehntelang praktizierte strikte Trennung der Rassen und hatte die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung zum Ziel.

Es mag gewagt erscheinen, die Apartheid in Zusammenhang mit der Corona-Impfdiskussionen als Ar01gument ins Feld zu führen. Aber geht es hier nicht auch um eine unverhältnismässige Diskriminierung von Schweizer Bürgern, wenn diese sich aufgrund persönlicher Abwägungen nicht gegen das Corona-Virus impfen lassen? In den letzten Wochen konnte man lesen, dass Fussballklubs oder Fluggesellschaften künftig einen Impfausweis verlangen könnten. Ist das legitim?.

Der nationale Datenschutzbeauftragte, Adrian Lobsiger, findet nicht. Er hat Bedenken, dass private Organisationen und Unternehmen gewissermassen die Einführung einer Impfausweispflicht planen.

Gestern berichtete nun die NZZ, dass es laut dem Bundesamt für Justiz (BJ) von Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) zulässig ist, wenn private Veranstalter geimpfte und ungeimpfte Personen unterschiedlich behandeln. «Im Verhältnis zwischen zwei privaten Personen gilt das Prinzip der Privatautonomie», liess sich eine Sprecherin des Amtes zitieren.

Das kommt einem Freipass gleich für die Errichtung eines Corona-Apartheidsregimes in der Schweiz.

Man kann davon ausgehen, dass in Zukunft der Besuch von Sportveranstaltungen, Theatern, Konzerten und anderer Anlässe nur mit Impfnachweis möglich sein wird. Auch Reisen dürfte schwieriger werden. Im schlimmsten Falle läuft es darauf hinaus, dass man in einem Laden nicht mehr bedient wird, wenn man keinen Impfpass auf sich trägt.

Dabei reden wir nicht von einer jahrelang erprobten und bewährten Impfung, sondern von einem Vakzin, das man unter Zeitdruck entwickelt und im Eiltempo durch alle Überwachungsinstanzen gepeitscht hat. Ein gewisses Misstrauen ist also gerechtfertigt, zumal man eventuelle Langzeitfolgen der Impfung nicht kennt und auch nicht klar ist, wer für allfällige Gesundheitsschäden haftet.

Niemand darf gegen seinen Willen geimpft werden. Das haben Bundesrat Alain Berset (SP) und sein Bundesamt für Gesundheit in den letzten Monaten richtigerweise mehrfach betont. Jetzt passiert genau das Gegenteil, die Einführung einer Impfpflicht durch die Hintertüre - und das Ausschliessen jener vom gesellschaftlichen Leben, die nicht zum Impfen gegen Covid-19 aufmarschieren.

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