07. Juni 2021
Thomas Renggli

Von der grünen Welle weggespült: Der Schweizer Urs Lehmann war der beste Kandidat fürs FIS-Präsidium. Trotzdem blieb er chancenlos

Es war eine Kanter-Niederlage, eine schallende Ohrfeige. In der Wahl ums FIS-Präsidium erhielt Urs Lehmann nur 26 Stimmen (von 120).

Der Sieg ging überlegen an den schwedischen Milliardär Johan Eliasch, den Besitzer der Skifirma Head. Dabei hätte Lehmann die besten Voraussetzungen mitgebracht: die sportliche Glaubwürdigkeit, die unternehmerischen Fähigkeiten, den Mut, etwas zu verändern.

Aber der 52-jährige Aargauer war nicht bereit, politische Versprechen abzugeben, die er vielleicht nicht hätte halten können. Eliash aber tat es und sicherte sich so die Gunst von «Wintersport-Grossmächten» wie Honduras, Venezuela oder Afghanistan.

Ausserdem konnte er auf die Schützenhilfe des bisherigen Präsidenten Gian Franco Kasper zählen. Dieser stammt aus St. Moritz und wollte Lehmann als seinen Nachfolger unbedingt verhindern. Zudem setzte Eliasch in seinem Wahlkampf auf ein Thema, bei dem es (ähnlich wie in der Rassismus-Diskussion und Gender-Debatte) kein Recht auf Opposition gibt – auf den Umweltschutz.

Ob er tatsächlich Ernst macht? In einer Branche, in der für Abfahrsstrecken Berge umgepflügt und Wälder abgeholzt werden, in der die Stars mit dem Helikopter zu den Rennen fliegen und fürs Sommertraining ans andere Ende der Welt jetten, ist dies eher zu bezweifeln.

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3 Kommentare zu “Von der grünen Welle weggespült: Der Schweizer Urs Lehmann war der beste Kandidat fürs FIS-Präsidium. Trotzdem blieb er chancenlos”

  • Hoenggi55 sagt:

    Geld Regiert die Welt !! Das ist und wird immer so bleiben ! Umweltschutz !!! Im Ski-Zirkus, da kann ich nur Lachen, wenn man Sieht was an Chemie eingesetzt und Umweltschäden an der Natur und Bergen gemacht werden, damit ein Paar Hirnlose vom CO2 Gesetz Ueberzogene ,, Athleten "
    die für viel Geld ,die Hänge Runterbrettern können, muss man sich an den Kopf langen !
    und eben Honduras Afghanistan Venezuela die ja den Ski-Zirkus, Olympiade sicher ,, SICHER " durchführen können !! Ich Lach mich WEGG

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Offenbar soll auch Schröcksnadel ein dreckiges Spiel getrieben haben, indem er für Eliash stimmte, obwohl er Lehmann stets beteuert hatte, er würde für ihn stimmen. Eliash als Chef von HEAD und Xfacher Milliardär hat natürlich mehr Macht und Einfluss als Lehmann, Chef von Similasan, einem homöopathischen Heilmittel. Unterstützung hatte Eliash auch von den HEAD-Fahrern Pinturault, Svindal, Mayer... Und möglicherweise spielt auch ein Prise Neid mit, weil die Schweiz wieder Number one ist.

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  • Edmo sagt:

    Sport und Politik sind enge Verwandte. Bei den grossen Organisationen, wie der FIS, geht es in der Führung nicht um Qualität, sondern um Macht. Da werden Seilschaften geknüpft und Intrigen lustvoll zelebriert. Korruption ist ebenfalls allgegenwärtig.
    Natürlich wird Eliash sein Versprechen einlösen und mit dem Umweltschutz Ernst machen. Zum Beispiel könnte er durchsetzen, dass die Positionslichter der im Ski-Zirkus eingesetzten Helikopter auf stromsparende LEDs umgerüstet werden.

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