04. Juni 2021
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Pierre Heumann

Von wegen Apartheid-Staat: In Israel entscheidet künftig ein Islamist über das Schicksal der Regierungskoalition

Der prominente Publizist Thomas Friedman meinte neulich in der New York Times, dass Israel nicht einmal mehr so tue, als ob es noch eine Demokratie wäre.

Israel sei ein Apartheidstaat, behaupten zudem NGOs wie die Human Rights Watch.

Sie liegen mit diesem Vorwurf offenbar im Trend: Wer in der Suchmaschine Google die Begriffe Israel und Apartheid eingibt, erhält über 27 Millionen Meldungen angezeigt.

Gerade jetzt zeigt sich, wie stark Israels Demokratie ist und wie haltlos der Apartheid-Vorwurf ist. Denn in der künftigen Koalitionsregierung spielt eine islamistische Partei als Zünglein an der Waage eine Schlüsselrolle.

Ihre vier Abgeordneten sorgen dafür, dass das neue Bündnis im israelischen Parlament auf eine Mehrheit kommt. Und diese vier Islamisten werden auch künftig über Sein oder Nicht-Sein der Allianz bestimmen können und dürfen, weil sie gleichberechtigt mit den jüdischen Parlamentariern sind.

Und von wegen Fake-Demokratie: In der Allianz sitzen (und streiten) neben Islamisten religiöse Zionisten, rechte Hardliner, Siedler-Lobbyisten, linke Politiker und eine Feministin. Apartheid?

Zutreffender ist wohl eher der Ausdruck Multi-Kulti-Parlament.

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4 Kommentare zu “Von wegen Apartheid-Staat: In Israel entscheidet künftig ein Islamist über das Schicksal der Regierungskoalition”

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