20. Januar 2021
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Alex Baur

Während die Zuger Polizei eine Tanzschule stürmt, die sich angeblich nicht an die Corona-Massnahmen hält, tanzen Polizisten für ein PR-Video – verstehe, wer wolle

Die Zuger Polizisten sind nicht zu beneiden. Während die einen draussen das Corona-Regime durchsetzen müssen, das viele Bürger nach bestem Wissen und Gewissen sabotieren, tanzen die andern in der Kaserne auf Kommando für ein Video-Clip zum Ohrwurm «Jerusalema». DerClip, eine PR-Aktion der Zuger Sicherheitsdirektion zwecks Lockerung der gehässigen Stimmung in einem gespaltenen Land, ging letzte Woche online. Bei vielen Bürgern dürfte der Gag das Ziel allerdings gründlich verfehlt und die Wut auf die Behörden erst recht befeuert haben.

Zum Beispiel bei den Betreibern der Tanzschule MDS in Cham, die auch letzte Woche wieder eine Grosskontrolle der Polizei über sich ergehen lassen musste.

Theoretisch dürfen Jugendliche zwar in der Schule tanzen, mit Masken, Abstand und dem ganzen Pipapo. Doch Denunzianten behaupten, es tanzten auch über 16-jähriger mit. Ob dieser Vorwurf stimmt, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. In der Schule fragt man sich derweil: Warum dürften Polizisten gruppenweise in Räumen für ein Video tanzen, während normale Bürger für exakt dasselbe gnadenlos verfolgen.

Was meint die Informationsstelle der Kantonspolizei Zug zum Vorwurf, dass sie sich selbst nicht an die Gesetze hält, die sie bei andern durchsetzt? «Das Video wurde zu einem Zeitpunkt gedreht, als noch Personengruppen bis 15 Personen im öffentlichen Raum zulässig waren (Vorschriften ab 22. Dezember 2020)», versichert die Sprecherin Judith Aklin. Es gilt die Unschuldsvermutung.​

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