05. Januar 2021
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Christoph Mörgeli

Warum Alain Berset und seine hochbezahlten Gesundheitsbeamten die Impfstoff-Bestellung derart vergeigt haben

Das von Gesundheitsdepartement und Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) angerichtete Impfstoff-Debakel dürfte die innenpolitische Diskussion der nächsten Wochen prägen. Das Thema bildet gegenwärtig den Hauptgesprächsstoff unter Durchschnittsschweizern. Die Menschen reagieren gereizt auf den offenkundigen Mangel an Impfstoff. Sie wollen sich impfen lassen – und zwar möglichst subito. Und damit endlich raus aus dem Corona-Blues. In einen besseren, in einen hellen und heiteren Frühling.

Warum haben Alain Berset, Anne Lévy und all die übrigen hochbezahlten Beamten die Impfstoff-Bestellung derart vergeigt? Und sich erst im Dezember ernsthaft damit auseinandergesetzt? Und bei den gekauften Dosen gekleckert statt geklotzt? Weil niemand in der Bundesverwaltung ein Risiko eingehen wollte. Weil die Kompetenzen wichtiger sind als die Kompetenz. Es fehlt an unternehmerischer Weitsicht und am Mut, zum richtigen Zeitpunkt abzudrücken. Und allenfalls wie Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zum Telefon zu greifen und die richtige Person anzurufen.

Es braucht in Bern weniger ängstliche Verwalter, dafür mehr Gestalter. Der Wechsel zwischen Privatwirtschaft und Verwaltung muss wieder möglich sein. Doch ein Gesundheitsminister und eine Chefbeamtin ohne jede Lebenserfahrung in der freien Wirtschaft haben ihren Preis. Hätte die Schweiz zu viele, statt zu wenig Covid-Impfdosen bestellt, hätten wir diese immer noch in Entwicklungsgebiete weiterschicken können. Gratis und franko. Und was als «Switzerland first» begann, hätte so mit einem internationalen Prestigegewinn geendet.

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